Löst Sonja alles wirklich zu?
Ich habe mich nicht mehr im Griff
Ich verstehe nicht warum ich nicht einfach Nein sage. Was kommt ist ja ein absolutes Tabu für mich .. bisher. Von einem Mann im dunklen Schlafzimmer ist das einzige was ich überhaupt kennne. Aber hier, im hellen Licht vor anderen? Völlig hilflos zur Schau ausgestellt und ausgeliefert. Gar von mehreren enthemmten Männern? Einfach unglaublich.
Warum habe ich nicht einfach Nein gesagt? In der Rückschau Tage später beginne ich es zu verstehen...
Es ist eine verwirrende Mischung aus mehreren Dingen, die gleichzeitig in mir hochsteigen:
Der totale Kontrollverlust, ich bin immer die Brave, die Kontrollierte, die Vernünftige gewesen. Jetzt habe ich gar keine Kontrolle mehr. Gefesselt, nackt, offen präsentiert. Ich kann nichts tun, nichts verbergen, nichts steuern. Dieses völlige Ausgeliefertsein erzeugt eine extrem starke innere Spannung – fast wie ein Adrenalinrausch.
Die Erniedrigung selbst, die Demütigung brennt. Und genau dieses Brennen verwandelt sich bei mir in etwas Sexuelles. Je mehr ich mich schäme, desto stärker wird die Erregung. Es ist, als würde mein Körper die Scham in Lust umwandeln. Besonders weil ich weiß, dass alle sehen können, wie nass ich bin.
Die verbotene Seite, ich habe jahrelang gedacht, ich wäre „nicht so“. Sex war langweilig, fast lästig. Und jetzt werde ich vor Kollegen wie ein Spielzeug benutzt. Diese krasser Gegensatz zu meinem normalen, biederen Ich erzeugt einen gewaltigen Reiz. Es fühlt sich an wie etwas Verbotenes, Dunkles, das ich mir nie erlaubt habe.
Die Aufmerksamkeit, Acht Männer starren mich an, als wäre ich das begehrenswerteste Wesen auf der Welt. Diese geballte, rohe Lust auf mich – das ist etwas, das ich noch nie erlebt habe. Es streichelt ein tiefes, verstecktes Bedürfnis in mir. Als Lena strippte, realisierte ich überhaupt erst das erstmal, dass ich es reizvoll fand im Mittelpunkt zu stehn.
Die psychologische Achterbahn, die ständige innere Zerrissenheit („Ich will das nicht“ vs. „Mein Körper will es doch“) verstärkt alles. Je mehr ich mit mir kämpfe, desto intensiver wird das Gefühl.
Es ist kein simpler „Ich bin geil“. Es ist ein dunkler, komplexer Reiz, der aus Scham, Machtlosigkeit, Neugier und dem Bruch mit meinem bisherigen Selbstbild entsteht.
Ich weiß nicht, ob ich das wirklich will.
Aber ich kann auch nicht mehr aufhören.
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