Will wirklich niemand heim?
Niemand macht Anstalten heimzugehen
Wir saßen immer noch alle zusammen – elf Personen, acht Männer und wir drei Frauen. Es war schon weit nach Mitternacht, aber niemand machte auch nur ansatzweise Anstalten zu gehen. Die Stimmung war entspannt, fast feierlich.
Wir feierten einen richtig großen Geschäftserfolg. Und ich war es gewesen, die den entscheidenden Auftrag an Land gezogen hatte. Der größte Vertrag, den unsere Abteilung je bekommen hatte. Die Geschäftsführung hatte es bereits per Mail gewürdigt, und auch hier wurde ich immer wieder gelobt und hochgehalten. Es fühlte sich unglaublich gut an – dieses tiefe, warme Glücksgefühl von Anerkennung und Erfolg.
Und genau deswegen saß ich immer noch komplett nackt zwischen ihnen.
Nur in meinen schwarzen High Heels, sonst nichts. Meine großen Brüste waren frei sichtbar, meine Beine leicht übereinandergeschlagen. Die Blicke der Männer wanderten immer wieder zu mir, manche verstohlen, manche ganz offen. Es war seltsam… aber es störte mich nicht so sehr, wie ich gedacht hätte.
Lena und Lisa (die beiden anderen Frauen) verhielten sich eher neutral bis amüsiert. Sie spielten nicht wirklich auf meiner Seite. Wenn die Männer verbal zu derb oder übergriffig wurden („Zeig mal deine Titten richtig“, „Mach mal die Beine breit“), bremsten sie die Jungs zwar ab, aber sie lachten dabei oft mit. Richtigen Rückhalt spürte ich von ihnen nicht.
Trotzdem: Für mich war alles noch im grünen Bereich. Die Stimmung blieb respektvoll genug. Niemand fasste mich ohne Einverständnis an. Es war diese eigenartige Mischung aus Ausgeliefertsein und gleichzeitig großer Sicherheit.
Ich fragte mich insgeheim: War es dieses riesige Glücksgefühl wegen des Auftrags, das mich so entspannt machte? Als eher biederer und zurückhaltender Typ saß ich hier nackt vor acht Männern – und schämte mich nicht besonders. Im Gegenteil. Ein Teil von mir genoss sogar die Aufmerksamkeit. Die Blicke. Das Gefühl, begehrt zu werden, gerade weil ich heute die Heldin des Abends war.
Markus saß mir schräg gegenüber und beobachtete mich mit diesem intensiven Blick. Lukas wirkte etwas ruhiger, aber immer noch sichtlich erregt von der ganzen Situation.
Anna hob gerade ihr Glas und prostete mir zu: „Auf Sonja – die Frau des Abends!“
Alle prosteten mit. Ich lächelte, spürte aber gleichzeitig, wie meine Brustwarzen unter den vielen Blicken wieder hart wurden.
Es war spät. Es war verrückt. Und trotzdem wollte ich noch nicht, dass dieser Abend endete.
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