Was läuft neben der Büroarbeit?
Der grosse Erfolg
Heute feiern wir einen riesigen Geschäftserfolg.
Ich habe persönlich den größten Auftrag an Land gezogen, den unsere Abteilung je hatte. Die Stimmung im Büro ist ausgelassen und feierlich. Mathias hatte alles wunderbar organisiert: Es gab Fingerfood, kühle Getränke, sogar eine kleine Soundanlage mit entspannter Musik. Rund 10 Teamkollegen haben sind gekommen. Es wurde gelacht, angestoßen und offen geredet. Die Stimmung war richtig gut, fast schon familiär.
Ich stand etwas abseits und genoss die Anerkennung. Immer wieder kamen Kollegen zu mir, klopften mir auf die Schulter und bedankten sich. „Ohne dich hätten wir das nie geschafft“, hieß es mehrmals. Das tat gut. Sehr gut sogar.
Doch dann schlug Markus plötzlich vor: „Lasst uns Wahrheit oder Pflicht spielen!“
Nachdem er beim letzten Mal schon zu weit gegangen war, sagte ich sofort: Ich: „Nein, lieber nicht.“
Ich hoffte, dass noch einige mehr das Spiel ablehnen und mich unterstützen würden. Schließlich mussten doch alle mir dankbar sein – nur dank meinem großen Engagement gab es für alle interessante Arbeit und einen Extrabonus.
Ich und drei andere, Lena, Lukas und Mathias wollten zunächst nicht mitmachen. Doch Markus bearbeitete die Gruppe geschickt. Er stichelte, lachte und machte Witze, bis die Stimmung kippte.
Lukas sagte schließlich mit einem Seufzen: „Ich bin kein Spielverderber. Wenn mindestens sieben von den elf Anwesenden spielen wollen, bin ich dabei.“
Bei der nächsten Abstimmung sagten genau sieben Ja. Ich war etwas enttäuscht, dass nicht mehr auf meiner Seite waren. Lukas hatte indirekt zugestimmt. Und der letzte Mann, Mathias, kippte auch schnell um.
Ich zögerte noch. Als eher biederer Typ hatte ich keine Lust, wieder Blusenknöpfe zu öffnen oder Ähnliches. Lena schien es ähnlich zu gehen – oder sagte sie nur mir zuliebe Nein?
Markus meinte beschwichtigend: „Ihr dürft auch einfach nur zuschauen.“
Aber einfach bei der guten Stimmung abseits zu stehen gefiel mir nicht. Ich dachte auch an das Wort „Spielverderber“ von Lukas. Schließlich sagten Lena und ich widerwillig Ja.
So waren wir insgesamt elf Spieler: acht Männer und drei Frauen. Bevor es losging, stellte Markus die Regeln vor:
„In jeder Runde gibt es einen Spieler – das ist die Person, die zuletzt eine Pflicht oder Wahrheit erfüllen musste. Dieser Spieler dreht die Flasche. Die Flasche zeigt auf eine andere Person. Die ausgewählte Person muss entweder eine vom Spieler gestellte Frage wahrheitsgetreu beantworten (Truth) oder eine vom Spieler definierte Aufgabe (Dare) erledigen. Die ausgewählte Person darf zur gestellten Frage oder Aufgabe ‚Nein‘ sagen und stattdessen eine Ersatzaufgabe erfüllen. Die Ersatzaufgabe ist entweder 10 Liegestütze vor allen zu machen oder etwas Ekliges zu trinken oder zu essen.“
Ich atmete tief durch.
Ein komisches Gefühl sagte mir, dass dieser Abend ganz anders enden könnte als gedacht.
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