Wie geht es weiter?
Zum Abschluss etwas ganz Besonderes
Chris schaute auf die Uhr und dachte sich, dass er noch ein Mädchen vernaschen könne. Aber sollte er? Gab es wirklich noch Steigerungspotenzial? Seine Überlegungen wurden unterbrochen durch Stefan, den Gastgeber, der schon angefangen hatte, etwas aufzuräumen. „Na, zum Abschluss noch Lust auf was Besonderes?“, fragte er Chris und zeigte auf eine allein sitzende Person in der Ecke. Chris guckte Stefan irritiert an, der sich amüsierte und erklärte: „Ne, keine Sorge, das ist kein Kerl, das ist Mika, leider aussehenstechnisch nicht gerade verwöhnt von Mutter Natur. Aber biologisch eindeutig Frau. Und sie lohnt es einem, wenn man sich als Mann für sie interessiert. Die kann ficken wie ein Tier, das kann ich dir sagen!“ Chris meinte Stefan anzusehen, dass dieser bezüglich Mika sicher aus eigener Erfahrung sprach. Und ja, diese Mika könnte wirklich interessant sein. Er dankte Stefan für den Tipp, ging zu Mika rüber und fragte sie, ob er sie zu was einladen dürfe. Mika taxierte ihn einen Moment, wägte wohl ab, wie ernst sein Angebot gemeint war, und kam zu einem positiven Ergebnis, dankte und wählte einen Aperol Spritz. Kurze Zeit später kam Chris mit zwei entsprechend gefüllten Gläsern zu Mika an den Tisch, nahm ihr gegenüber Platz, und kurz darauf prosteten sie zu und kamen ins Gespräch. Dabei betrachtete Chris Mika genau. Ihr braunes Haar war eine typische Jungenfrisur, und erst ganz aus der Nähe wie jetzt konnte man in ihrem Gesicht weibliche Elemente entdecken. Eine Brille mit dickem altertümlichen Gestell machte es nicht besser, aber auch nicht mehr schlimmer. Dazu noch ein wohl ziemlich flacher Busen, sodass auch ihre kaum existente Oberweite nicht „Hallo, ich bin eine Frau!“ schreien konnte. Auch ihre Klamotten warn eher unisex als weiblich. Beigefarbene wadenlange Hose, schwarzes T-Shirt, Unterwäsche unklar. Aber sie war bei Weitem nicht unsympathisch, trotz ihrer rauen, tiefen Stimme, stelle Chris erfreut fest. Und sie wusste sehr genau, wie ihr Aussehen auf andere wirkt, erzählte ihm offen und nüchtern und ohne Selbstmitleid von ihren Erfahrungen in Liebesdingen, berichtete unverkrampft, dass sie auch in lesbischen Beziehungen gelebt hatte, um überhaupt mal geliebt zu werden. Fast nebenbei erwähnte sie, dass sie 24 Jahre alt und Sozialarbeiterin sei, aktueller Beziehungsstand Single, auch nichts im Anbahnmodus. Chris bewunderte Mikas intuitives Vertrauen ihm gegenüber, so unkaschiert die eigene Lebensgeschichte zu erzählen. Und Chris wollte da nicht zurückstehen, erzählte auch sein Leben in einer offenen und ehrlichen Art und Weise, wie er das bislang nur bei Emma und Ramon gemacht hatte, ohne Rücksicht drauf, ob Mika ihn verachten würde. Was nicht eintrat. Mika verurteilte nicht, fragte hier und da mal nach im Bestreben, einfach verstehen zu wollen. Sie verstanden sich hervorragend, hatten beim Plaudern Spaß miteinander, aus einem Aperol wurden zwei und bald darauf drei, nun waren sie beide auch noch ein wenig angeschickert. Ramon und Steffi erschienen. Chris kannte Ramon so gut, dass er ihm förmlich ansehen konnte, dass er gerade mit Steffi geschlafen hatte. Stefan setzte sich zu Chris und Mika, sagte: „Wir würden gern hier zumachen und aufräumen. Habt ihr einen Ort, an den ihr euch zurückziehen könnt?“
„Meine Schwester lässt heute mindestens zwei ihrer Freundinnen bei sich übernachten“, erzählte Chris, „zurückziehen ist da leider nicht.“ Dass eine der Freundinnen darauf wartete, von Chris bestiegen zu werden, erzählte er nicht.
„Also ich lebe alleine, meine einen Nachbarn sind verreist und die anderen eh so gut wie taub“, äußerte Mika mit schwerer Zunge. „Wo wohnst du?“, fragte Ramon, der herangetreten war, Mika, „ich kann euch fahren, kein Problem!“
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