Wie geht es weiter?

Frustrierende Erfahrung

Chapter 9 by Filiusfiliae

„Fuck!“, fluchte Ramon leise vor sich hin, und auch Chris fühlte sich, als hätte jemand einen Kübel Eiswasser über ihm ausgekippt. Sie warteten noch eine Viertelstunde, doch weiter geschah nichts. Zumindest nichts, was sie hätten sehen oder hören können. Die Vorhänge blieben zu. Jetzt war Druckabbau angesagt: Zwei Portionen Sperma flogen kurz darauf ins Gebüsch, die beiden Jungs schlossen ihre Hosen wieder und gingen zurück zum Auto, wo sie erst mal nur saßen, um die Enttäuschung zu verarbeiten.

„Wie findest du meine Schwester?“, fragte Ramon auf einmal unvermittelt.

„Nett, höflich, liebenswürdig und zuvorkommend“, antwortete Chris, worauf Ramon entgegnete: „Und warum schläfst du dann nicht mit ihr?“

„Wie? Ich ... ähm ...“, stotterte Chris nun, und Ramon konnte sich ein Lachen nicht verkneifen: „Ich weiß, dass ihr beiden ein Date hattet, auch wenn du das wahrscheinlich nicht so siehst. Hab mich schon gewundert, dass weder sie noch du mir erzählte, wie es war, und nachfragen wollte ich nicht. Vollkatastrophe konnte es zumindest nicht gewesen sein, sonst wärt ihr danach anders miteinander umgegangen, aber sonst konnte ich nichts ableiten. Gestern erst hat mein Schwesterherz ausgepackt, hat mir berichtet, dass es für sie ein sehr schöner Abend war, dass du dich zuvorkommend und einfühlsam um ihre Bedürfnisse gekümmert hast und sie auch ganz Kavalier dann nach Hause begleitet hast. Aber dann, als sie dich hereinbat, freundlich, aber bestimmt abgelehnt hast und gegangen bist. Da war sie schon enttäuscht, hat das aber erfolgreich gut verborgen. Ramona hatte echt Lust auf dich, war erntereif, wollte von dir gepflückt werden. Hattest du das echt nicht bemerkt?“

„Ja, doch, schon ... aber ...“

„Aber was?“

„Nun, sie ist deine Schwester ...“

„Bitte, Chris, nicht das. Nun sag mir bitte nicht, du wolltest nur deswegen nicht mit ihr schlafen, weil sie meine Schwester ist und du befürchtetest, unsere Freundschaft könnte Schaden nehmen, wenn du Sex mit ihr hast.“

„Brauche ich nicht zu sagen, da du es ja schon gesagt hast“, äußerte Chris nun kleinlaut.

„Oh je, Chris“, sagte Ramon nun mit gespielter Verzweiflung, „wie lange kennen wir uns? Und wie lange kennst du meine Schwester? Ich hab ja akzeptiert, dass du jahrelang es nicht merken wolltest, wie sie dich heimlich anschmachtete. Und mich nicht merken lassen wolltest, dass sie dich auch sexuell reizte. Und du weißt selbst, dass du hin und wieder einen Schubs brauchst. Und ich dachte, den Schubs kriegst du, indem du mit Ramona ausgehst und niemand anderes in der Nacht in ihrem Zuhause ist. War gar nicht so einfach, das zu organisieren.“

Chris machte nun ganz große Augen, wollte Ramon was sagen, aber seine Stimme wollte ihm nicht gehorchen. Ramon erkannte aber auch so, was Chris sagen wollte, und sagte nun seinerseits: „Ja, es war alles vorbereitet, damit du und Ramona in der Nacht ungestört miteinander vögeln konntet. Hättest nur reinzugehen brauchen, ihr wärt problemlos miteinander im Bett gelandet. Schade, dass du das wegen falsch verstandener Loyalität nicht gemacht hast. Hast Ramona dadurch echt traurig gemacht. Natürlich hat sie das weder dich noch mich merken lassen.“

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