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Chapter 9 by Ch3ating_Ang3l73 Ch3ating_Ang3l73

Wird Steve heute Abend den Mut finden, die nächste Nachricht zu lesen?

Ja, doch...

9. Fremde Hände am Ehebett

Ja, doch... er bekam keine Gelegenheit dazu.

Als er nach Hause kam, hingen die schweren Dämpfe von Duschgel und heißem Wasser bereits in der Luft. Jenna lag im Bett und erzählte, dass sie früher Schluss gemacht hätte und morgen spontan frei habe. Steve lächelte und freute sich für, doch in seinem Inneren war er... enttäuscht?. Er wollte an das Handy.

Hör auf damit, befahl er sich selbst, während er in der leeren Küche stand. Das wird lächerlich. Du hast dich unter Kontrolle. Morgen früh, redete er sich ein. Wenn sie unter der Dusche steht, schaut er ein letztes Mal. Er glaubte sich diese Lüge selbst, während sie gemeinsam einschliefen.

Doch der nächste Morgen brachte keine Erlösung.

Steve erwachte durch das allzu bekannte Prasseln der Dusche. Bingo, dachte er und tastete nach der Nachttischlampe, dort, wo Jennas Handy normalerweise lag. Seine Finger griffen ins Leere. Er riss die Augen auf. Nichts. Er suchte unter dem Kissen, im Bettlaken, auf dem Boden, das Zimmer war leer. Ein kurzer Check im Wohnzimmer bestätigte seinen Verdacht. Das Handy war nirgends zu finden.

Ein Kloß bildete sich in seinem Magen. Die Antwort war offensichtlich für ihn. Sie hatte es im Bad dabei. Normalerweise hätte er sich nichts dabei gedacht, Musik hören, Nachrichten checken. Aber jetzt? In diesem Moment? Was, wenn sie Kyle gerade ein Bild schickte? Ein Bild, aus der Dusche? Seine Welt begann sich zu drehen. Niemals würde sie das tun... oder?

Plötzlich riss ihn ein heftiges Klingeln an der Haustür aus seiner Paranoia.

„Paket!“, brüllte jemand im Treppenhaus, gefolgt vom Geräusch schwerer Kartons.

Drei Lieferanten brachten riesige Pakete ins Wohnzimmer. „Hier unterschreiben, bitte!“ Steve tat es. Es war das neue Bett, das sie vor zwei Wochen bestellt hatten. Es kam viel zu früh, eigentlich war es für das Wochenende geplant, wenn er Zeit gehabt hätte, es aufzubauen.

In diesem Moment öffnete sich die Badezimmertür. Jenna kam heraus, eingehüllt in einen Bademantel, ein Handtuch-Turban auf dem Kopf. Ihr Gesicht strahlte.

„Omg! Ist das unser neues Bett? Hihi!“ Ihr hoher, freudiger Ton schnitt durch Steves düstere Gedanken.

„Ja, Schatz“, „Aber freu dich nicht zu früh. Ich kann es unter der Woche nicht aufbauen. Wegen der Arbeit..“

Jenna kam näher. „Ach, das ist doch nicht schlimm, Schatz. In ein paar Tagen steht es bereit.“ Sie trat näher, küsste ihn verführerisch auf die Wange und flüsterte ihm ins Ohr: „Bereit, benutzt zu werden.“ Ihr Finger glitt langsam an seinem Gürtel hinunter, strich über den Stoff seiner Hose und spürte, wie er sofort auf sie reagierte.

„Ich... ich muss los“, sagte er wie gelähmt.

Jenna hielt inne, ein kurzes Flackern von Genervtheit in ihren Augen, das sie sofort mit einem kontrollierten Lächeln überspielte. „Stimmt, da war ja was. Viel Spaß auf der Arbeit, Schatz.“ Ein flüchtiger Kuss, dann schloss sich die Tür hinter ihm.

Kaum war Steve weg, änderte sich Jennas Ausstrahlung. Sie zog sich um, setzte sich mit einer Tasse Kaffee auf die Couch und starrte die Pakete an. Die Neugier war stärker als die Geduld. Sie musste das Bett sehen. Sie zückte ihr Handy, das sie tatsächlich die ganze Zeit im Bad bei sich gehabt hatte, und öffnete einen Chat.

„Willst du vorbeikommen und mir bei was helfen? ;)“

Die Antwort kam fast direkt „Bei was denn?“

Zwei Stunden später lehnte Jenna am Türrahmen ihres Schlafzimmers, die zweite Tasse Kaffee in der Hand. Sie beobachtete den Mann, der mit hochgekrempelten Ärmeln auf dem Boden kniete. Kyle.

„Du weißt, dass das eigentlich nicht mein Job ist, Jen?“, scherzte er, während er eine Schraube festzog.

„Jaa... und du weißt, dein bester Freund kann gerade nicht. :)“

Kyle lachte leise. „Dafür habe ich mir aber eine Belohnung verdient.“

„Haha, was denn?“

Er sah kurz auf, ein freches Grinsen auf den Lippen. „Keine Ahnung, such’s dir aus. Einen Kuchen, eine Massage, einen Lapdance... ich bin für alles offen.“

Jenna lachte hell auf. „Haha, also dreimal das Gleiche?“

Kyle hielt inne, die Anleitung in der Hand. „Hä? Wie meinst du das, Jen?“

Sie stellte die Tasse ab und schlenderte langsam auf ihn zu. Er saß auf einem Stuhl, um eine Pause zu machen. Sie trat hinter ihn, legte ihre Hände auf seine muskulösen Schultern und begann, den Nacken zu massieren.

„Na ja, Kyle...“, flüsterte sie, während ihr Griff fester wurde. „Ein Cake, so wie man das heute nennt...“, sie beugte sich vor, bis ihr Atem seine Haut berührte, „...wie bei einem Lapdance auf dir...Und eine ähnliche Stimulation wie bei einer Massage?“ Ihre Stimme wurde zu einem brennenden Hauch an seinem Ohr. „Nur eben woanders als in deinem Nacken.“

Sie grinste böse und verspielt, als sie sah, wie Kyle für einen Moment die Luft anhielt. Er schloss die Augen, stöhnte leise auf und ein leichtes Grinsen stahl sich auf seine Lippen. Er drehte den Kopf, ihre Gesichter waren sich gefährlich nah.

„Und dann sagen Frauen, wir Männer würden nur an das Eine denken... pff“, entgegnete er trocken, doch seine Augen brannten.

Jenna stieß sich lachend von ihm ab. „Idiot! Willst du auch noch einen Kaffee?“

Während sie in der Küche war, rief Kyle ihr hinterher „Übrigens, meine Eltern sagen mir bis morgen Abend bescheid, wann wir uns am Freitag treffen.“

Bei dem Wort Freitag zuckte Jenna zusammen. Sie dachte an das Kleid. Das Kleid, das sie Steve verweigert hatte, das Kleid das sie an diesem Abend auch sich selbst verweigern muss.

Zwei weitere Stunden vergingen, bis Kyle triumphierend ins Wohnzimmer rief. „Schatz, bin fertig!“

Jenna stürmte ins Schlafzimmer. „Omg, es ist perfekt!“ Sie fiel ihm spontan um den Hals, ein leidenschaftlicher, aber flüchtiger Kuss auf die Wange, fast schon freundschaftlich, aber aufgeladen mit der Intimität der letzten Stunden. „Du hast sogar die neue Bettwäsche aufgezogen? Bravo! Steve kann das nicht mal halb so gut.“

„Was soll ich sagen? Ich bin ein Mann vieler Talente, Jen“, prahlte Kyle.

„Jaja“, erwiderte sie und sprang bäuchlings auf die Matratze. „Gott, die ist so weich... ich sterbe vor Gemütlichkeit. Rette mich bloß nicht!“

„Oh fuck, mein Rücken vom ganzen Bücken... Sterben klingt gerade verdammt gut“, scherzte er.

Jenna spürte, wie die Matratze neben ihr nachgab. Kyle hatte sich einfach neben sie fallen lassen und die Augen geschlossen. „Fuck ja, das fühlt sich gut an.“

Sie drehte sich auf die Seite, stützte den Kopf auf die Hand und hob eine Augenbraue. „Hust, hust...“

Er öffnete ein Auge und spiegelte ihre Position. Sie lagen sich nun gegenüber, so nah, dass sie die Hitze des jeweils anderen spüren konnten.

„Was wird das denn hier?“, fragte sie leise.

„Was? Mein Rücken tut weh, und du hast so mit der Matratze geprahlt.“

„Ich hab zuerst gesagt, dass ich hier liegen bleibe“, korrigierte sie ihn, doch ihr Lächeln wurde weicher.

„Wie auch immer. Gib mir fünf Minuten. Ich hab dein Bett aufgebaut, du schuldest mir was.“

„Unmöglich. Das soll ein Mann sein?“

Kyle grinste „Ich bin mir sicher, ich bin der männlichste Mann, der je mit dir in diesem Bett liegen wird, Jen.“

Jenna stockte kurz. Der Gedanke brannte. Sie lag hier mit Kyle, im neuen Bett, das eigentlich für sie und Steve gedacht war. „Unfassbar. Ich kann nicht glauben, dass ich zuerst mit dir hier liege... im Bett von mir und Steve!“

„Zieh keine falschen Schlüsse“, sagte er selbstbewusst. „Sieh es als Privileg. Aber da du mir ja was schuldest...“

„Ich schulde dir gar nichts, du Schnösel!“

„Ah-ah-ah... shhh. Ich weiß genau, was du tun kannst.“

Jenna sah ihn fragend an. „Ach ja? Und das wäre?“

Kyle fixierte sie mit einem Blick. „Ich will dich im Kleid sehen. Jetzt.“

„Das tust du doch am Freitag, Kyle...“ versuchte sie abzuwiegeln. „Dann ist doch die ganze Überraschung weg. ;)“

​Kyle grinste dunkel, sein Blick wanderte langsam an ihr herab. „Ich hab dein Bild, Jen. Und außerdem hast du jetzt weder die gemachten Haare, noch den Schmuck, das Make-up oder die Schuhe. Ich will nur das Kleid an dir sehen. Jetzt. Los.“ Seine Stimme war rau, ein Befehl, der keinen Widerspruch duldete.

„Das schuldest du mir für den Aufbau. Diskussion beendet.“ Er grinste siegessicher.

Jenna überlegte. Aber der Blick in Kyles Augen forderte sie heraus.

„Unmöglich“, murmelte sie, stand aber bereits auf. Sie griff nach dem schwarzen Kleid. „Aber nur, weil ich wegen des Betts in guter Stimmung bin!“, rief sie über die Schulter, während sie im Badezimmer verschwand und die Tür hinter sich ins Schloss fallen ließ.

Draußen saß Kyle auf dem neuen Bett von Steve und Jenna und wartete.

Ist das die einzige Forderung, die Kyle heute stellt, oder will er noch viel mehr?

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