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Kapitel 47: Der Fluchtversuch
Mittwochabend, kurz nach der Nachtruhe. Der Schnee lag dünn auf dem Gelände, die Luft war eisig kalt. Anna Weber, Emma Müller, Lisa Hartmann und Julia Neumann hatten wochenlang geplant – ein kleiner Spaten aus der Gärtnerhütte gestohlen, ein Gebüsch unter der hohen Mauer als Deckung ausgewählt. Sie wollten ein Loch graben, gerade groß genug, um hindurchzukriechen.
Anna, die rothaarige Rebellin mit den wilden Locken, grub zuerst – ihre vollen Kurven unter dem dunklen Pullover spannten sich bei jeder Bewegung. Emma, mollig und entschlossen, hielt Wache. Lisa, zierlich und nervös, reichte Erde weiter. Julia, graziel und leise, schaufelte abwechselnd.
Sie waren schon einen halben Meter tief, als plötzlich Scheinwerfer aufflammten. Professor Richter und Professor Meier standen da, mit Taschenlampen in der Hand.
„Was haben wir denn hier?“, knurrte Richter.
Die vier erstarrten, Erde an den Händen, Schweiß und Dreck im Gesicht.
Meier lachte kalt. „Fluchtversuch. Schwere Vergehen.“
Sie wurden gepackt, zurück ins Haus geführt – keine Chance zu leugnen. Direktor von Bergen wartete bereits im Foyer, die Arme verschränkt.
„Ein Fluchtversuch“, sagte er ruhig, aber eisig. „Das hat die schwerste Strafe zur Folge. Ihr verbringt das gesamte Wochenende im Kerker – ab sofort bis Montagmorgen. Wasser und Brot. Und selbstverständlich... intensive Bestrafungen.“
Die vier wurden die Treppe hinuntergeführt, in den Kerker. Jede in eine separate Zelle – Anna und Emma gegenüber, Lisa und Julia daneben. Die Gittertüren knallten zu.
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