Chapter 3
by
Papas_Liebling
What's next?
Dirk, was machst du denn so beruflich?
Ich verstehe nicht ganz, was für ein Ding das ist zwischen Papa und diesem Dirk. Er hat den Freund vorher nie erwähnt. Trotzdem flachsen sie miteinander, als hätten sie nie etwas anderes getan.
Immer wieder legt Dirk seinen Arm um mich. Oder seine Hand auf meinem Oberschenkel. Oder er streicht mir über den Arm.
Zu viel Nähe.
Ich rücke von ihm weg, aber er rutscht nach. Nicht sofort und nicht schnell. Eher so, als ob er nur seine Sitzposition ändert und dabei wie zufällig den Abstand zwischen uns verringert. Ich bin versucht, aufzustehen und das Zimmer zu verlassen, aber ich will einem Gast gegenüber nicht unhöflich sein. Nicht, wenn wir uns erst kennengelernt haben.
Vielleicht ist der erste Eindruck, den ich von ihm bekomme, ja falsch und ich lerne ihn bald als wirklich netten Menschen kennen.
Mehrmals versuche ich, Blickkontakt mit Papa aufzunehmen. Er muss doch bemerken, was da vor sich geht. Warum schreitet er nicht ein?
Wenn er mal mitbekommt, dass Jungs in meinem Alter mir näherkommen, hat er immer gleich etwas dagegen. Meine ersten beiden Freunde hat er auf diese Weise vertrieben, ehe etwas Interessantes passieren konnte. Oh, wie habe ich ihn dafür gehasst. Damals.
Inzwischen bin ich an der Uni und er muss nicht alles wissen, was ich dort mache.
Klar. Studieren, natürlich.
Aber er erfährt nicht, auf welche Partys ich gehe und mit wem ich abhänge. Wo oder mit wem ich schlafe. Ich lächle still in mich hinein. Sagen wir es mal so: Ich habe meine Erfahrungen gemacht.
Ich weiß, was ich mag. Und was ich nicht mag.
Jedenfalls keine alten Säcke, die an mir herumtatschen.
Um ihn auf andere Gedanken zu bringen, fange ich an, ihn auszufragen.
„Sag mal, was machst du denn so? Beruflich meine ich.“
Er lehnt sich zurück, breitet die Arme über der Sofalehne aus, nimmt den ganzen Raum ein. Seine weißen Zähne blitzen. Ein Raubtierlächeln.
„Weißt du, ich hab‘ direkt nach der Schule ein Startup gegründet und es letzten Monat verkauft. Hab’ ne Menge Kohle damit verdient und bin jetzt hauptsächlich damit beschäftigt, das Geld auszugeben.
Manchmal frage ich mich, ob ich es bis zum Ende meines Lebens überhaupt schaffen kann, alles loszuwerden.“
Er sieht mich an, reißt die Augen auf, als habe er eine plötzliche Eingebung. Dann zwinkert er mir zu und beugt sich vor.
Einen schrecklichen Augenblick lang fürchte ich, er will mich küssen. Aber er flüstert nur. Spearmint und der Geruch vom Bier, das Papa ihm gebracht hat, wehen herüber.
„Hättest du nicht Lust, mir dabei zu helfen?“
Fast bin ich versucht, ja zu sagen. Wir sind nicht reich und der Gedanke, einfach Geld ausgeben zu können, ohne sich Sorgen zu machen, wie man die Miete, das Essen oder die Studiengebühren bezahlen soll, hat seinen Reiz.
Doch ich reiße mich zusammen. Die Sache hat doch bestimmt einen Haken. Niemand ist so großzügig, einer Wildfremden sein Vermögen anzubieten. Oder so dumm.
Stattdessen setze ich einen Nadelstich, um herauszufinden, was er eigentlich hier bei uns will.
„Aber wenn du so reich bist, warum wohnst du dann nicht im Luxushotel oder in einem Penthouse oder so?“
„Thomas hat mich eingeladen. Und was wäre ich für ein Freund, wenn ich das ablehnen würde.“
Kurz schaut er verträumt in Richtung Flur, von wo man entfernt das Rauschen der Dusche hören kann.
„Und außerdem“, sein Grinsen wird breiter, „hat es auch gewisse Vorteile, wenn man so eng zusammenwohnt. Man lernt sich doch viel besser kennen. Und entdeckt neue Seiten aneinander.
Meinst du nicht auch, Thomas? Wir könnten doch mal was zusammen unternehmen. Jessica, du, ich und – Sina.“
Auf einen Schlag verschwindet die gute Laune meines Vaters. Er verzieht den Mund, als habe er Zahnweh, und rutscht nervös auf seinem Sessel nach vorne.
„Ähm, im Prinzip schon. Aber meinst du nicht, dass das ein bisschen zu… zu früh ist?“
„Ach, was, Thomas. Ihr habt mich aufgenommen, als gehöre ich zur ****. Da sollte ich mich auch so verhalten und euch etwas dafür zurückgeben. Jessica macht gerne mit, da bin ich sicher.
Und ich denke, Sina wird es auch lieben. Mindestens so wie du.“
What's next?
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Papas bester Freund
Er schläft in meinem Zimmer
Ich komme fürs Wochenende von der Uni nach Hause zu meinen Eltern und muss feststellen, dass sie einen Gast in meinem Zimmer einquartiert haben. (Ein Spinoff der Geschichte "Sein bester Freund")
Updated on Apr 29, 2026
by Papas_Liebling
Created on Dec 22, 2025
by Papas_Liebling
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