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Chapter 6 by Emmchen2010 Emmchen2010

What's next?

Lina verliert sich

Der Mann zog weiterhin die Puppe an, Stück für Stück. Es waren abscheulich grelle Farben, Stoffe, die billig wirkten, doch sie trugen eine unheilvolle Macht in sich. Lina spürte, wie sich ihre eigene Kleidung mit jedem neuen Kleidungsstück der Puppe veränderte. Der weiche Stoff ihres Mantels und ihrer Jeans verschwand, ersetzt durch knappe, anliegende Fetzen, die kaum etwas von ihrem Körper bedeckten. Es fühlte sich wie eine Verwandlung an, als würde sie aus ihrer eigenen Haut geschält und in eine andere Rolle gepresst.

„Ich bin keine…“, flüsterte sie kaum hörbar, doch die Worte brachen ab, bevor sie den Satz beenden konnte. Ihr Mund gehorchte ihr nicht mehr. Sie wollte schreien, wollte aufspringen, aber ihre Beine blieben unbeweglich. Es war wie ein Fluch, ein Bann, der über ihr lag.

Der Mann beobachtete sie weiterhin mit diesem gleichgültigen Lächeln. Er schien keinerlei Eile zu haben, als würde er das Geschehen vor sich genießen, wie ein Puppenspieler, der sich an seiner Marionette erfreut. In seinen Augen lag ein kaltes, berechnendes Glitzern, das sie zutiefst erschreckte.

Die Puppe, die jetzt vollständig in ihrer neuen Kleidung steckte, begann erneut zu sprechen. Doch diesmal war der Ton anders, drängender, schärfer: „Du bist von nun an dauerfeucht.“

Lina spürte, wie eine plötzliche, fremde Wärme in ihr aufstieg, die sie mit Scham erfüllte. Es war, als ob ihr Körper gegen ihren Willen reagierte, auf etwas, das sie nicht verstand und nicht wollte. Ihr Inneres rebellierte, doch es war ein Kampf, den sie nicht gewinnen konnte. Ihr Körper gehörte nicht mehr ihr.

„Bitte, hört auf…“, flehte sie leise, doch ihre Stimme klang hohl, kaum mehr als ein Flüstern.

Die Puppe sprach weiter: „Dein IQ ist bei 70.“

Mit jedem Satz, den die Puppe sprach, schien ein weiterer Teil von Linas Verstand in Nebel gehüllt zu werden. Sie konnte die Veränderung spüren – zuerst kaum merklich, dann immer deutlicher. Gedanken, die zuvor klar und präzise waren, wirkten nun träge, schwerfällig. Sie versuchte, einfache Dinge in ihrem Kopf zusammenzufügen, aber es war, als ob die Puzzleteile nicht mehr passten. Ihr Denken war verlangsamt, und mit jedem Moment, der verging, schien ihr Geist weiter abzurutschen, tiefer in einen Nebel der Verwirrung.

Was passiert mit mir? Sie spürte, wie ihre Panik aufstieg, doch selbst die Angst war dumpf, wie durch eine dicke Schicht Watte gefiltert. Sie konnte die Worte der Puppe nicht ignorieren, auch wenn sie es **** versuchte.

„Du kannst nichts anderes als eine Hure sein. Du willst nur noch eine Hure sein“, sagte die Puppe schließlich mit einem unheilvollen Nachdruck.

Linas Lippen wiederholten die Worte, bevor sie es verhindern konnte. „Ich kann nichts anderes als eine Hure sein. Ich will nur noch eine Hure sein.“ Die Sätze schienen sich in ihren Geist zu brennen, wie glühende Zeichen, die alles andere verdrängten.

Nein, das bin nicht ich!, schrie sie innerlich, doch ihre Gedanken waren langsamer geworden, als ob etwas ihren Verstand in ein Netz aus Fäden verstrickt hätte. Ihre Erinnerungen verschwammen, und ihre Persönlichkeit – alles, was sie ausmachte, was sie einst war – schien sich in diesem Moment in Luft aufzulösen.

Der Mann sah sie an, seine Augen glitzerten, als er beobachtete, wie Lina Stück für Stück ihrer selbst beraubt wurde. „Du bist jetzt bereit“, sagte er schließlich, seine Stimme ruhig, aber voller Macht.

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