Chapter 23
by
Meister U
What's next?
Livs Augen flatterten auf
Sie lag nicht im Bett. Sie lag auf dem kalten, harten Tisch in der Mitte des Zimmers. Ihre nackten Beine waren bereits obszön gespreizt, die Knie nach außen ****. Freyas Hände, kräftig und unnachgiebig, drückten auf ihre Oberschenkel, nagelten sie fest. Sayas Finger gruben sich in die Sehnen ihrer Kniekehlen.
„Wir unterstützen dich“, lachte Freya, aber ihr Lachen war scharf wie Stahl. Die Unterstützung war eine Fessel.
Johanna saß auf der Kante ihres Bettes. Ihr Blick glitt über Livs Körper. Über den flachen, heftig atmenden Bauch. Über die kleinen Brüste, deren Warzen sich vor Angst und Kälte zu harten Knospen zusammengezogen hatten. Über das dunkle Dreieck zwischen ihren Beinen, das jetzt für alle sichtbar war – unberührt und zitternd.
Dann sah sie zu Bernd und Tobi. Sie standen am Fußende des Tisches, wie zwei Metzger vor einem neuen Stück Fleisch.
„Schnick, Schnack, Schnuck“, sagte Bernd, seine Stimme klang noch ein wenig verschlafen. Seine Faust formte einen Stein. Tobis Hand zeigte Papier. Ein fieses Grinsen zog über sein Gesicht. „Mund“, verkündete er seinen Gewinn.
Bernd zuckte mit den Schultern. „Dann nehme ich die Möse.“
Johanna registrierte die Aufteilung. Sie sah, wie Livs Augen weit aufrissen, als Tobi sich über sie beugte, seine Hände ihren Kopf packten. Sie sah, wie Livs Mund gewaltsam geöffnet wurde. Sie hörte das würgende, keuchende Geräusch, das folgte.
Ihr eigener Atem blieb ruhig. Sie spürte nichts. Keine Eifersucht. Keine Schadenfreude. Nur eine kalte, klare Neugier. Das redetet sie sich ein. Doch ihr Unterleib wurde schon wieder unruhig.
Ihr Blick blieb auf Livs Gesicht geheftet, das sich in einer stummen Grimasse aus Panik verzerrte. Sie sah die Tränen, die aus den Augenwinkeln der Beobachterin sickerten und in deren Haar verliefen. Sie sah, wie Livs Hände sich zu Fäusten ballten, die Nägel in die eigenen Handflächen gruben.
Dann glitt Johannas Blick nach unten, zu der Stelle, an der Bernd stand – im doppelten Wortsinn. Sie sah seine Hände, die Livs Schamlippen auseinanderzogen. Sie sah die Enge, die Unberührtheit. Sie sah, wie er sich vorschob, hart und rücksichtslos.
Der erste, gellende Schrei wurde von Tobis Schwanz in Livs Rachen erstickt. Ihr Körper bäumte sich auf, ein wilder Bogen der Verzweiflung, gegen den Freyas und Sayas Hände einen unmenschlichen Widerstand leisteten.
Johanna beugte sich leicht vor, ihre Augen waren schmale Schlitze der Konzentration. Sie beobachtete das genaue Moment des Einrisses. Den jähen, unmissverständlichen ****, der jeden Muskel in Livs Körper steif werden ließ. Den ersten Tropfen Blut, der erschien wie ein Siegel auf ihrer Haut.
Ihr eigener, erster Riss. Ein gleißender Blitz, der sich für immer in ihr Gedächtnis gebrannt hatte.
Liv spürte zwar die Feuchtigkeit, die ihr Körper produzierte. Ein physiologischer Reflex, so sinnlos wie Speichelfluss beim Anblick von Essen, das man nicht essen wollte. Doch ihr Kopf blieb kühl und leer. Kein Funke Lust.
Anders als damals im Kino, dachte Johanna. Der Duft von Popcorn. "Fifty Shades of Grey", eine alberne Farce, die sie dennoch unerklärlich erregt hatte. Gierig hatte sie die Bilder in sich aufgesaugt, bis ihr Puls in den Schläfen hämmerte. Ganz hinten, im schützenden Dunkel, hatte sie ihrem Begleiter die Lippen an das Ohr gepresst. "Bestraf mich", hatte sie geflüstert, ihre eigene Kühnheit berauschend. "Genau wie er." Ihre Hand, die zitternd an seinem Jeansverschluss fummelte.
"Komm mit", hatte er nur gesagt, und sie war ihm gefolgt, vom Kino bis in ihr eigenes Zimmer, als in ihren Adern noch das Adrenalin und die dunklen Bilder von Dominanz und Hingabe pulsieren.
Die Tür in ihrem Elternhaus fiel ins Schloss, und schon waren seine Hände an ihr, grober als im Kino, gierig. Sein Atem war schwer von Bier und Erwartung. „Jetzt zeigst du's mir“, keuchte er, während er sie gegen die Wand drückte. „Alles.“
Johanna lachte kehlig, ein Ton, der sie selbst überraschte. Sie fühlte sich mächtig und ausgeliefert zugleich. Doch dann wechselte er die Tonart. Er packte ihre Handgelenke, nicht spielerisch, sondern mit entschlossener Härte, und drückte sie über ihren Kopf an die Wand. Sein Blick war plötzlich fremd, befremdlich ernst.
„Nein“, flüsterte er, und das Wort traf sie wie ein elektrischer Schlag. „Nicht du bestimmst. Ich.“ Seine Augen fixierten sie. „Zieh dich aus. Jetzt.“
Das war es. Nicht ihre kokette Aufforderung, sondern sein Befehl ließ einen heißen Schauer über ihren Rücken jagen. Der Befehl, der ihren Willen brechen sollte, war genau das, was ihren eigenen entfesselte. Ein paradoxes Glücksgefühl durchströmte sie. Die Vorstellung ihre Kontrolle an diesen Mann, an diesen Moment zu verlieren, war unerhört erregend.
Ihre Finger, die eben noch so gierig gewesen waren, zitterten jetzt, als sie den Saum ihres Pullovers fassten. Ein Zittern der Angst, der Vorfreude, der schieren Überschreibung aller ihrer bisherigen Regeln. Sie zog das Kleidungsstück über den Kopf, ließ es zu Boden fallen. Die kühle Luft traf ihre nackte Haut, und sie spürte, wie sich ihre Brustwarzen zu harten Knospen zusammenzogen. Nicht nur vor Kälte. Vor Demütigung. Vor Hingabe.
„Weiter“, befahl er, seine Stimme ein tiefes, unnachgiebiges Vibrato.
Ihre Hände wanderten zum BH-Verschluss. Ein winziger, rationaler Teil in ihr wollte rebellieren, wollte sich weigern und die Situation wieder unter ihre Kontrolle bringen. Doch dieser Teil wurde überrollt von einer Flutwelle der Lust, die mit jedem Zentimeter nackter Haut stieg. Der Reißverschluss ihrer Jeans war ein lautes Geräusch in der Stille des Zimmers. Sie stieg aus der engen Hose, trat sie beiseite. Jetzt stand sie nur noch in Höschen und Strümpfen vor ihm, die Arme schützend vor den Körper geschlagen.
Sein Blick wanderte langsam, genießerisch, forschend über sie hinweg. Es war der Blick eines Besitzers, der sein neues Eigentum mustert. „Alles“, wiederholte er, und sein Ton ließ keinen Widerspruch zu.
In diesem Moment war sie keine Schülerin mehr, keine Tochter, keine Freundin. Sie war nur noch Körper. Gehorsam, erregt, schamlos. Sie hakte die Daumen in das elastische Band ihres Slips und zog auch ihn hinab, trat heraus. Vollkommen nackt. Die Demütigung war vollkommen. Und sie war berauschend.
Dann der Stoß, der **** – ein weißes, reines Feuer, das alles andere auslöschte. Und in diesem ****, nicht trotz, sondern durch ihn hindurch, hatte sich etwas in ihr entladen. Ein Zittern, ein Stöhnen, ein erster, richtiger Orgasmus, der sich aus der Mischung von ****, Hingabe und grenzenloser Neugier speiste. Es war kein sanftes Wellen, es war eine Explosion.
Während Bernd sie hart fickte, während Tobis Schwanz ihren Rachen würgte, dachte Liv kurz an die fremde Unschuld, die sie hatte rauben lassen. Die drei. Und die vielen anderen. Und jetzt war sie selber die Versuchsanordnung. Der nackte, feuchte, leere Datensatz.
Livs Blick, klar und analytisch, traf Johannas. Sie sah das Interesse in den Augen der anderen. Sie verstand es. Es war derselbe Blick, den sie selbst so oft benutzt hatte. Doch das waren nur die Augen. Johannes Mimik und ihr immer noch nackter Körper sprachen eine ganz andere Sprache. Erregung - Enttäuschung - Mitleid. Liv sah es alles, konnte es aber nicht zuordnen.
Ein letzter, harter Stoß von Bernd. Ein warmer Schwall in ihr, der sich fremd und irrelevant anfühlte. Datenpunkt gesammelt, dachte sie nüchtern. Subjektive Erfahrung der Defloration: Kurz schmerzhaft. Emotional nicht bindend. Physiologische Reaktion autonom, nicht an kognitive Bewertung gekoppelt.
Es gab nur einen Datenpunkt, den Livs analytischer Geist nicht in ihre Berechnungen einbezogen hatte. Ihre eigene Fruchtbarkeit. Während sie die physiologischen Reaktionen ihres Körpers katalogisierte, die Schmerzrezeptoren kartierte und die emotionale Leere als Erfolg verbuchte, geschah in der Tiefe ihres Körpers etwas Unbeobachtetes.
Ein winziges, zappelndes Spermium, eines von Millionen, überwand den feindlichen, blutigen Pfad, den Bernd gerissen hatte. Es ignorierte die chemischen Abwehrsignale, den physiologischen Ausnahmezustand. Es fand die Eizelle, die dort, ungeschützt und arglos, in ihrem Eileiter triebt.
Es war keine bewusste Wahl. Es war Biologie. Chemie. Eine Unwahrscheinlichkeit, die sich in diesem Moment der absoluten Kontrolllosigkeit manifestierte. Das Spermium durchdrang die Hülle. Die Verschmelzung war still, unspektakulär, ein mikroskopisches Ereignis.
In diesem Augenblick, als die Zellkerne verschmolzen und ein neuer, winziger genetischer Code entstand, wurde aus dem Experiment ein Lebewesen. Aus der Beobachterin wurde ein Gefäß. Aus der kalkulierten Demütigung wurde eine ungeplante, irreversible Konsequenz.
Livs Geist, noch immer in nüchterner Analyse gefangen, notierte die krampfartige Kontraktion ihrer Gebärmutter, die den Samenerguss umspülte. Sie klassifizierte sie als Nachwehen der Penetration, als unwillkürliche Muskelreaktion. Sie bemerkte die winzige, sich teilende Zelle nicht. Die Störvariable in ihrer perfekten Gleichung. Den einen Datenpunkt, der alles verändern würde, und den ihr brillantes, auf die Außenwelt fixiertes Gehirn völlig übersah.
What's next?
Disable your Ad Blocker! Thanks :)
Johanna
[18 | Hamburg | Dominanz & Unterwerfung | Teil 2 - Reiterhof]
- All Comments
- Chapter Comments
