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Chapter 4 by kokosmilch kokosmilch

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CHHHHR-PFFFÜÜÜÜ

Ich schloss die Haustür hinter mir so leise wie möglich. Was bedeutete: Das Schloss knackte, die Klinke quietschte. Und zu allem Überfluss stolperte ich im dunklen Flur beinahe über einen dicken Teppich, der vermutlich mehr gekostet hatte, als meine Gage eines ganzen Jahres.

Ich verbiss mir einen Fluch. Das wäre meiner Mission nicht angemessen. Schließlich ging es hier um einen guten Zweck.

Okay, Celestine. Eine Opernsängerin stolpert nicht durch fremde Häuser, sie betritt die Bühne mit Würde.

Selbst wenn diese Bühne das Schlafzimmer eines neureichen Angebers war.

Vor mir ragte eine überdimensionierte Wendeltreppe in die Höhe, mit goldenem Geländer. Vermutlich hatte dieser Herr Leopold Hartmann der Dritte sich das nur einbauen lassen, um mit seinem Geld zu protzen. Von Kultur keine Spur.

Ich schlich die Stufen hoch, verhedderte mich fast in dem Notenständer, den ich mit mir schleppte. In dem Haus könnte man sich ohne Navi verlaufen. Wo war denn hier bloß das Schlafzimmer?

Ah! Ein lautes, durchdringendes CHHHHR-PFFFÜÜÜÜ vibrierte durch die Halle. Ein Schnarchen, dass die Grundmauern erbeben ließ.

"Na, wenigstens finde ich so den Weg", kicherte ich heimlich und folgte dem Geräusch durchs obere Stockwerk. Ein langer Flur, Türen links und rechts. Wo? Ich blieb stehen und lauschte.

Und da war es wieder. CHHHH-RRRRRR-pfch... gefolgt von einem hohen Pfeifton, als habe jemand einen Teekessel im Schlaf verschluckt. Ich grinste. Melodisch klang das nicht.

"Herr Leopold Hartmann drei, gleich bekommen Sie Ihre erste Lektion in Harmonik und Klanglehre", flüsterte ich theatralisch in die Dunkelheit und tapste weiter.

Ich schob die Tür auf, hinter der das Gerassel seinen Ursprung hatte. Jackpot, das Schlafzimmer. Ein Bett, so groß, dass man eine mittelgroße Künstler-Kommune darin hätte unterbringen können. Seidendecken, Kissenberge. Und mitten drin - Er. Auf dem Rücken, mit offenem Mund. Wie ein Karpfen im Tiefschlaf.

Ich stellte meinen Notenständer auf, nahm Haltung an, holte tief Luft und dachte: Wenn das nicht der ungewöhnlichste Auftritt meines Lebens ist, dann weiß ich auch nicht.

Und dann sah ich es.

Die Seidendecke war unterhalb seines Bauchnabels verrutscht. Nun, wie soll ich sagen? Da war nicht viel mit Pyjama.

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