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Chapter 12 by Papas_Liebling Papas_Liebling

What's next?

Putzdienst

Emily wusste, sie musste der Anweisung des Abteilungsleiters gehorchen, ansonsten würde er sie Knall auf Fall feuern. Und das wär's dann mit der glänzenden Karriere, die sie sich ausgemalt hatte. Also fuhr sie mit dem Lift ganz nach unten und meldete sich beim Hausmeister. Währenddessen malte sie sich aus, was für ein Typ das sein würde. In ihrer Fantasie wartete ein alter, schmieriger Kerl auf sie, mit Latzhose, hochgekrempelten Ärmeln und kräftigen behaarten Händen.

Die Aufzugtüren öffneten sich zischend. Und Emily trat in die ziemlich ernüchternde Realität. Keine unterirdischen Gänge, die von flackernden Neunröhren in Halbdunkel getaucht wurden. Keine rostigen Rohre entlang der Betondecke, aus denen undefinierbare Flüssigkeiten tropften.

Sie durchschritt einen ganz normalen Flur, moderne LEDs gaben gleichmäßiges, warmes Licht, bis sie die Tür erreichte, neben der ein Schild "Gerhard Schramm - Facility Manager" verkündete.

Der Raum war schlicht und beeindruckend zugleich. Keines der Klischees, die Emily erwartet hatte, wurde erfüllt. Herrn Schramms Arbeitsplatz erinnerte eher an die Schaltzentrale eines Kraftwerks, als an eine Hausmeisterwerkstatt. Auf zahllosen Monitoren blinkten rote, grüne, gelbe Lichter zwischen Linien und Kästchen, auf anderen liefen Zahlenkolonnen von oben nach unten oder wurden Textnachrichten eingeblendet.

"Hallo, du musst Emily sein, die neue Praktikantin."

Erst als Herr Schramm sie ansprach, merkte sie, dass sie mit offenen Mund stehen geblieben war. Dass er sofort zum vertraulichen Du wechselte, gefiel ihr. Und auch sein Äußeres hatte nichts mit dem Bild gemein, das sie im Kopf gehabt hatte. Wäre er ihr irgendwo anders im Gebäude begegnet, hätte sie ihn nicht von ihren Kollegen unterscheiden können. Sein herausstechendstes Merkmal waren die sanften aber aufmerksamen blauen Augen, mit denen er sie musterte. Plötzlich fühlte sie sich ein wenig verlegen. **** schob sie eine Strähne hinters Ohr.

"Ähm, ja, ich soll mich bei Ihnen melden, Herr Schramm. Oder darf ich Gerhard sagen?"

"Ja, klar. Auch wenn Manager auf meinem Namensschild steht, bin ich nicht so förmlich wie die da oben." Er lachte und machte eine ausholende Geste, die alle die technische Ausstattung seines Arbeitsplatzes umfasste. "Anscheinend hast du etwas anderes erwartet. Heutzutage wird die gesamte Gebäudetechnik elektronisch gesteuert. Da haben wir das Licht, hier Klima, da die Aufzüge."

Emily nickte verstehend. "Und du bringst mir jetzt bei, wie ich das alles bedienen kann?"

Gerhard lachte, ein warmes, ansteckendes Geräusch.

"Nein, nicht ohne Ingenieursstudium und mehrwöchige Einweisung."

"Was soll ich dann hier?" Sie schaute ihn fragend an. Wieder lachte er.

"Es gibt noch ein paar Sachen, die ich nicht von hier aus steuern kann. Ein davon ist, die Mülleiner zu leeren."

"Was? Ich soll die Putzfrau machen?"

Er zwinkerte ihr zu. "Jeder hat mal klein angefangen. Sieh's positiv: Auf diese Weise lernst du das ganze Gebäude kennen. Gegenüber ist ein Umkleideraum, da findest du auch Arbeitskittel. Du willst ja sicher nicht deine hübsche Bluse und den Rock schmutzig machen."

Emily sah ein, dass es keinen Sinn hätte zu diskutieren. Gerhard hatte recht, sie sollte die positiven Seiten sehen. Also zog sie sich in der Umkleide bis auf die Unterwäsche aus und darüber nur den Kittel.

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So marschierte sie von Büro zu Büro und hoffte, dass ihr möglichst viele Männer zusahen, wenn sie sich nach den Mülleimern bückte.

Wie endet der Tag?

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