Barbaras letztes Schuljahr - 18. Geburtstag

Barbaras letztes Schuljahr - 18. Geburtstag

Noch ein Jahr bis zum Abi für Babsi

Chapter 1 by derFotograph derFotograph

Ich stehe vor dem Spiegel in meinem Zimmer, die Morgensonne fällt durchs Fenster und lässt meine Haare wie Flammen leuchten. Rot, wild, lang – ich binde sie in einen strengen Pferdeschwanz, wie immer, wenn ich mich fokussiert fühlen will. Heute ist mein 18. Geburtstag, und am Nachmittag wird unser Garten voller Verwandter sein, alle mit ihren höflichen Lächeln und den immer gleichen Geschenken. Bücher, vielleicht ein Gutschein, irgendwas, das meine Eltern für „angemessen“ halten. Ich zupfe an meinen kleinen Ohrsteckern – ein Loch pro Ohr, schlicht, silbern, unauffällig. So, wie es sich gehört in unserem Haus in einem wohlhabenden Vorort von Berlin, wo der Reiterhof meiner Eltern liegt. Mein Vater, der Anwalt, verschwindet täglich in Anzügen nach Berlin-Mitte, und meine Mutter, die Ärztin, ist ständig in der Klinik. Sie haben kaum Zeit für mich, aber heute werden sie da sein, die perfekte **** spielen, während ich nicke und danke sage.

Ich sehe an mir herunter. Meine Jeans sitzt eng, das T-Shirt ist schlicht, weiß, ein bisschen zu eng vielleicht, denn meine Nippel drücken sich durch, wie so oft. Sie sind klein, empfindlich, und ich spüre sie bei jeder Bewegung, besonders beim Sport. Neulich beim Tennis hat mein Trainer, Herr Weber, wieder diesen Blick gehabt – so einen gierigen, als würde er mehr sehen wollen. Ich habe es gespürt, wie seine Augen an meinem Shirt hängen blieben, und bin verlegen weggeguckt, die Wangen heiß. Ich will das nicht, diese Blicke, aber sie passieren, und ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll. Ich bin 174 cm groß, die Größte in meiner Klasse, und mein Körper ist... na ja, sportlich, sagen sie. Reiten und Tennis haben ihn geformt. Mein Bauch ist super flach, mit einem leichten Sixpack, das ich manchmal im Spiegel bewundere. Es ist, als hätte das Reiten jeden Muskel in mir gestählt, von den Beinen bis zum Po. Meine Brüste sind fest, rund, wie Äpfel, sagt Tim manchmal, wenn er versucht, charmant zu sein. Ich lächle bei dem Gedanken, aber es ist ein bitteres Lächeln. Tim, mein Freund seit zwei Jahren, der Kapitän der Fußballmannschaft, blond, muskulös, der Frauenschwarm. Aber wenn ich ehrlich bin, lässt er mich... kalt.

Ich denke an die paar Mal, die wir Sex hatten. Heimlich, in seinem Auto oder in der Scheune des Reiterhofs, wenn meine Eltern weg waren. Immer mit Kondom, immer mit dieser übertriebenen Menge Gleitcreme, die er benutzt, als hätte er Angst, irgendwas falsch zu machen. Ein paar vorsichtige Stöße, und dann ist es vorbei. Er kommt, grinst zufrieden, und ich liege da, warte auf etwas, das nie kommt. Danach ist er für eine Woche glücklich, während ich mich frage, warum ich nichts fühle. Nicht so wie nach dem Reiten. Gott, das Reiten. Wenn ich im Sattel sitze, die Beine eng am Pferd, der Rhythmus des Galopps durch meinen Körper vibriert, dann spüre ich es – dieses Kribbeln, diese Hitze, die sich zwischen meinen Beinen ausbreitet. Meine Schamlippen sind so klein, fast unsichtbar, wenn ich nackt vor dem Spiegel stehe, aber sie sind empfindlich, und manchmal, wenn ich nach einer intensiven Reitsession in meinem Zimmer bin, die Tür abgeschlossen, gleiten meine Finger dorthin, wo meine roten Schamhaare – ordentlich getrimmt, für den Sport – feucht glänzen. Es ist intensiver als alles, was Tim mir je gegeben hat. Ich schäme mich ein bisschen dafür, aber ich kann nicht aufhören.

Ich habe mit meiner Mutter über die Pille geredet, mehr als einmal. „Du bist zu ****, Babsi“, sagt sie immer, ihre Stimme streng, als wäre ich noch ein Kind. „Mach erst dein Abitur.“ Als ob das Abitur irgendwas mit meinem Körper zu tun hat, mit diesem Verlangen, das ich nicht ganz verstehe. Mein Zyklus ist lang, 40 Tage meist, was manchmal lästig ist, aber auch bedeutet, dass ich seltener mit Tampons und Stimmungsschwankungen kämpfe. Vielleicht ist das ein Vorteil, denke ich manchmal, auch wenn ich nicht weiß, wofür.

Die Schule langweilt mich. Ich bin die Beste in meiner Klasse, immer gewesen. Mathe, Deutsch, Geschichte – es fällt mir leicht, zu leicht. Ich sitze da, kritzle in mein Heft, während die anderen schwitzen. Meine Lehrer loben mich, meine Eltern sind stolz, aber ich fühle mich gefangen, unterfordert. Ich will mehr, etwas, das mich wachrüttelt. Vielleicht ist das der Grund, warum ich die Blicke der Jungs in der Schule nicht bemerke, die mich „Ginger“ nennen, wie ich neulich gehört habe. Ginger, wegen meiner roten Haare. Ich habe gelacht, aber es hat auch etwas in mir berührt, etwas, das ich nicht greifen kann.

Ich denke an früher, an meine ersten Reitstunden auf dem Hof meiner Eltern, als ich zehn war. Ich war so stolz, als ich das erste Mal allein galoppierte, die Welt verschwamm, nur ich und das Pferd. Oder an meinen ersten Kuss mit Tim, mit 16, hinter der Sporthalle. Mein Herz schlug so schnell, ich dachte, das wäre Liebe. Jetzt bin ich mir nicht sicher. Ich weiß, dass ich mehr will, mehr als diese hastigen Momente mit Tim, mehr als die Regeln meiner Eltern, die mich in ihrem großen Haus wie in einem Käfig halten. Meine Mutter wird gleich rufen, dass ich mich für die Feier umziehen soll. Ein Kleid wahrscheinlich, züchtig, aber hübsch. Ich werde lächeln, Geschenke auspacken, höflich sein. Aber in meinem Kopf bin ich schon woanders – auf dem Pferd, in meinem Zimmer, an einem Ort, wo ich frei bin, wo ich herausfinde, was dieses Feuer in mir wirklich bedeutet.

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