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Chapter 3 by Papas_Liebling Papas_Liebling

Passiert an der Tanke noch was?

Campingplatz

Nach einer Idee von Bigviewer69.


Gute vier Stunden später knirschte der Kies unter Kims Reifen, als sie den Campingplatz erreichte. Ein schlichtes Schild und ein kleines Häuschen an der Einfahrt, dahinter eine Mischung aus Zelten, Wohnmobilen und Wäscheleinen, die im Wind flatterten. Sie meldete sich an, bekam einen Platz für ihr Zelt zugewiesen.

„Deutsche Nachbarn“, hatte die Dame an der Rezeption gesagt, mit einem Tonfall, der offen ließ, ob das gut oder schlecht war.

Kim fuhr mit dem Auto fast ganz über den ganzen Campingplatz, ihr Stellplatz lag am gegenüber liegenden Rand. Sie parkte, stieg aus und sah sich um. Sonnig, mit Blick aufs Meer, das allerdings ein paar hundert Meter weg war. In Richtung Landesinnere ein paar schattige Pinien. Nebenan: drei Männer, grauhaarig, bärtig, ausgeprägte Bäuche, wie auf FKK-Plätzen üblich trugen sie bis auf eine Menge Haare nur ein paar Plastik-Sandalen. Allerdings trug der eine sein Badetuch um die Hüften, der am Grill eine Schürze. Sie standen um einen rauchenden Grill herum, Bierflaschen in der Hand. Kim winkte ihnen zu, sie lachten laut, winkten zurück und machten zwischen sich Bemerkungen, die die junge Frau über die Entfernung nicht verstand.

Na, sie könnte sich später auch noch vorstellen, entschied sie. Erst das Zelt aufbauen. Sie öffnete den Kofferraum und bückte sich, um ihre Ausrüstung herauszuholen. Da ertönten hinter ihr die ersten Pfiffe. Nun konnte sich Kim schon vorstellen, worüber sie geredet hatten. Und auch, was sie dachten: Eine junge, allein reisende Frau – und sie zu dritt, ohne Frauen. Die dachten bestimmt, da geht was.

„Na, Mädchen“, rief einer. „Bevor du dein Zelt aufbaust, musst du dich erst frei machen. Hier gilt FKK ab sofort. Steht auf dem Schild am Eingang. Hast du das nicht gesehen?“ Die anderen lachten zustimmend. Lauter als zuvor.

Kim blieb einen Moment stehen, die Hände in die Hüften gestemmt. Atmete dreimal tief durch. Dann drehte sie sich um, langsam, betont unaufgeregt. Sie spürte zwar Müdigkeit von der Fahrt, aber die wurde von dem Ärger überdeckt, der immer dann in ihr hochkochte, wenn jemand glaubte, sie dumm anmachen zu können. Sie schätzte die Aufmerksamkeit von Männern eigentlich, aber ein gewisses Niveau durfte dabei nicht unterschritten werden.

Sie kniff die Augen zusammen und schaute die drei genau an, um sie einzuschätzen. Alles klar, den Typ kannte sie. Mit sowas kam sie allein zurecht, kein Grund, die Platzaufsicht einzuschalten. Sie lächelte breit.

„Klar doch. Ich zieh mich gern aus, aber warum verdeckt ihr dann eure Männlichkeit unter Textil? Runter damit.“ Die Männer schauten einander an, überrascht, dann wieder zu ihr. Damit hatten sie nicht gerechnet. Kurzes Schweigen. Das Zischen von Fleisch auf dem Rost. Einer hob die Brauen, als könnte er nicht glauben, dass die Kleine ihnen so den Ball zurückwarf. Kim aber hatte sich längst wieder umgedreht, das Zelt aus dem Kofferraum gewuchtet. Sie pfiff leise ein Lied, breitete die Plane aus und tat so, als hätte sie das kurze Wortgefecht schon gewonnen. Selbstbewusstsein umgab sie wie ein unsichtbarer Mantel.

Dann hörte sie Schritte hinter ihrem Rücken, die sich näherten.

Geben die Männer klein bei?

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