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Chapter 12 by Papas_Liebling Papas_Liebling

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Die Wette

Es war nach Mitternacht. Das Haus war still. Der Bildschirm meines Handys leuchtete im Dunkeln, aber ich sah nicht wirklich hin. In Gedanken spielte das Abendessen noch einmal durch, wieder und wieder – jeden Blick, jedes Wort, jedes dumme Pochen in meinem Hintern.

Ich hatte mich blamiert. Schon wieder. Danach hatte er mich kaum noch angesehen.

Dann hörte ich leise Schritte auf den alten Holzdielen im Flur. Sie stoppten vor meiner Tür. Klopfen. Bevor ich antworten konnte, öffnete sich die Tür knarrend.

Lisa!

Sie trug nichts als ein langes T-Shirt – ob es eines von ihr war oder vielleicht eines von David, konnte ich nicht erkennen. Es war locker, dünn und lässig. Darunter trug sie keinen BH, das war klar. Ihr Haar war so zerzaust, als ob sie es absichtlich verwuschelt hatte. In ihrer Hand hielt sie ein Glas Wein.

„Bist du noch wach?“, fragte sie.

Ich setzte mich auf. „Offensichtlich.“

Ohne auf eine Einladung zu warten, kam sie herein, drückte die Tür mit der Hüfte hinter sich zu und und ließ sich auf meine Bettkante fallen, als wäre es ihr Bett.

„Ich konnte nicht schlafen“, sagte sie, „Können wir kurz reden?“

Ich antwortete nicht. Wenn meine Blicke töten könnten, hätte sie diesen Moment nicht überlebt.

Sie nahm einen Schluck.

„Du warst heute Abend lustig“, sagte sie. „Das hatte ich nicht erwartet.“

Ich kniff die Augen zusammen. „Danke. War das ein Kompliment?“

Lisa grinste. „Keine Sorge. Ich mag Mädchen, die zubeißen können.“

Ich spürte, wie mir die Wut zu Kopf stieg. „Ich habe nicht gebissen. Ich habe nur geredet.“

„Oh nein“, sagte sie und schwenkt ihr Glas. „Du hast eine Wahnsinns Show abgezogen. Für David.“

Sie sagte seinen Namen, als wäre er ein Rätsel, das nur sie lösen konnte. Ich wandte meinen Blick ab. Legte mich wieder hin.

Sie beugte sich über mich. Ich konnte den Wein in ihrem Atem riechen, ihr Haar, den aufregenden Duft ihres Duschshampoos.

„Du bist nicht an Konkurrenz gewöhnt, oder?“, neckte sie mich.

Autsch, das hat gesessen. „Und du?“, gab ich patzig zurück.

Sie lachte hell auf. „Schätzchen, ich bin die Konkurrenz.“

Ich wollte sie anschreien. Oder ohrfeigen. Oder küssen.

Stattdessen verschränkte ich die Arme trotzig vor der Brust und fragte: „Was willst du von mir, Lisa?“

Sie legte den Kopf schief. „Einen Wettkampf.“

Ich sah sie überrascht an. Sie beugte sich zu mir, ihr Mund ganz nah an meinem.

„Wer ihn zuerst dazu bringt, etwas Unanständiges zu tun, gewinnt.“

Ich blinzelte. „Das meinst du nicht ernst.“

„Oh doch“, sagte sie und stellte ihr Weinglas auf meinen Nachttisch. Sie legte sich neben mich, kuschelte sich eng an mich, streichelte mir übers Haar. „Aber entspann dich. Es geht nicht wirklich ums Gewinnen. Es geht ums Spielen.“

Ich lag da im Dunkeln, die Zähne zusammengebissen, die Fäuste unter der Decke geballt.

Mögen die Spiele beginnen.

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