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Chapter 12 by Mercadus Mercadus

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am Morgen

Das Licht fiel blass und schüchtern durch die Jalousien, als Michelle die Augen öffnete. Die Wohnung roch nach frischem Kaffee, nach Wärme und etwas Unausgesprochenem. Sie hörte Schritte, leise, bedacht. Thomas.

Zögerlich stand sie auf, zog sich seinen weichen Pullover über und schlich barfuß in die Küche.

Thomas saß am Tisch. Der Morgen lag schwer zwischen ihnen, obwohl er freundlich schien.
Er hatte die Hände vor sich gefaltet, die Schultern angespannt, als würde er einen inneren Kampf austragen.

Er sah auf, als sie kam. Sein Blick traf sie – ruhig, aber fordernd.

„Komm her“, sagte er leise.

Michelle setzte sich, fühlte das Beben in ihren Fingern. Sie wusste, irgendetwas war anders seit gestern. Und sie wusste, es war nicht nur Tom. Nicht nur das, was passiert war. Thomas ließ sie einen Moment zappeln, ließ sie die Schwere fühlen, bevor er mit rauer Stimme sagte:

„Ich hab euch gesehen.“

Michelle sog scharf die Luft ein. Ihr Magen krampfte sich zusammen. Er hatte sie gesehen. Und Tom hatte ihn gesehen.
Alles fiel in sich zusammen. Sie wollte etwas sagen, eine Entschuldigung, irgendetwas – doch Thomas hob die Hand.

Ein kleines, müdes, liebevolles Zeichen, das ihr das Wort abschnitt.

„Ich hab dich gesehen mit Tom. Und... er hat mich gesehen.“

Es war keine Anklage in seiner Stimme. Nur dieses langsame, unbarmherzige Aussprechen der Wahrheit.
Michelle senkte den Kopf, spürte, wie Hitze ihr Gesicht überflutete.

Doch als sie wieder aufsah, begegnete sie keinem Zorn.
Nur Thomas – still, ****, unerträglich offen.

„Ich war wütend“, sagte er, seine Stimme brüchig.

_„Aber nicht auf dich.“ _Er lächelte schief, fast selbstzerstörerisch.

„Ich war wütend auf mich. Weil ich es will.“

Die Worte trafen sie tiefer als jede Beschuldigung. Michelle schluckte schwer. Thomas beugte sich vor, die Augen dunkler als sonst.

„Ich mag Tom. Sehr.“

Er ließ die Worte sacken, schwer und kostbar.

„Und ich mag dich.“

Ein Zittern in der Stimme, fast nicht hörbar.

„Und ich will... dazugehören. Kein Zuschauer mehr sein.“

Michelle wagte kaum zu atmen.

Die Welt kippte, veränderte sich, neu und gefährlich schön. Thomas’ Hand glitt über den Tisch, langsam, fast scheu. Er fand ihre Finger, schloss sie in seine.

„Aber es wird Regeln geben“, sagte er.

Ein Flüstern, kaum mehr als ein Streicheln in der Luft.

„Bestrafung vielleicht. Vertrauen – immer.“

Michelle spürte, wie ihr Herz raste. Nicht aus Angst. Aus der unbändigen Erleichterung, dass er blieb. Dass sie blieben.

Thomas’ Mund zuckte, als wollte er noch etwas sagen. Und dann, leise, fast heiser:

„Vielleicht... sollten wir mit dem offenen Fenster beginnen.“

Und zum ersten Mal an diesem Morgen lächelte Michelle. Ein echtes, kleines, leuchtendes Lächeln. Die Welt war noch da.
Nur anders. Nur schöner. Morgensonne auf ihrer Haut. Michelle steht am Fenster, das Licht zeichnete sie nackt gegen die Scheibe.
Thomas trat hinter sie. Kein Wort. Nur seine Hände, langsam, prüfend. Er streifte ihr den Pullover über den Kopf, ließ ihn achtlos auf den Boden sinken.

Draußen, im Garten, Rolf. Eine Tasse in der Hand, der Blick beiläufig – oder absichtlich – herüber.
Bleibt hängen.

Thomas erstarrte einen Moment. Dann atmete er tief ein. Legt seine Hand auf Michelles Hüfte, fester jetzt, eine stumme Besitzergreifung.

Die andere Hand wanderte höher. Über Bauch, Rippen, Brust.

Sein Blick hielt Rolf fest. Kein Zweifel: Rolf sah alles.

Michelle zitterte kaum merklich. Senkte den Kopf, die Haare fielen wie ein Schleier.

Sie weiß. Und bleibt. Bleibt wie eine Puppe. Gehorsam.
Schenkt Thomas ihren Körper – schenkt ihn seinem Blick, und dem eines Fremden.

Thomas beugte sich vor, küsste die Spitze ihrer kleinen festen Brust, fast wie ein Dank.
Sein Atem auf ihrer Haut. Und die Welt draußen verblasst

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