What's next?
Spa
Schließlich blieb ich vor einer Tür stehen, vor der mehrere Bademäntel hingen – aus schwerem Samt und mit kunstvollen Stickereien verziert, als gehörten sie zu einem königlichen Bad. Das musste es sein. Ohne weiter nachzudenken, drückte ich die Klinke herunter und öffnete die Tür.
Doch anstatt auf ein Badezimmer zu blicken, fand ich mich in einem kleinen, verfliesten Raum wieder, der von Kerzenlicht erhellt wurde. Der Duft von Lavendel und Rosen stieg mir in die Nase. An der Wand hing eine Duschbrause, und in einer Ecke war eine Glastür, hinter der es schummrig war. Eine Sauna? Daneben lag ein Stapel fein gefalteter Handtücher, doch von einer Toilette war weit und breit nichts zu sehen.
"Verdammt", murmelte ich und wollte die Tür schon wieder schließen, als mir auffiel, dass ich offenbar nicht allein war. Ein Rascheln hinter einem Paravent ließ mich innehalten. Ehe ich etwas sagen konnte, trat eine Frau hinter der hölzernen Trennwand hervor. Sie war wohl nur ein paar Jahre älter als ich und im gedämpften Licht erkannte ich ihr bildhübsches Gesicht voller Sommersprossen. Ihr feuerrotes Haar war halb hochgesteckt, halb fiel es in weichen Wellen über ihre Schultern, und sie trug einen der schweren Bademäntel, die auch draußen an der Tür hingen. Der Stoff war locker um ihren Körper geschlungen, sodass er mehr erahnen ließ, als er verbarg.
Ihre Augen weiteten sich leicht, als sie mich sah, doch anstatt aufzuschreien, legte sich ein wissendes Lächeln auf ihre Lippen. "Oh", sagte sie mit einer Stimme, die wie Samt klang. "Ja hallo! Ich nehme an, du hast dich verlaufen?"
Die Frau betrachtete mich mit einem amüsierten Lächeln. Dann drehte sie mir den Rücken zu und ließ den Bademantel fallen. Ich wollte mich schüchtern abwenden doch statt dessen erstarrte ich. Überrascht und aufgeregt betrachtete ich ihren nackten Rücken. War es der Alkohol in meinem Blut, oder das anregende Gespräch mit Isabella? Die Situation war trotzdem merkwürdig genug, aber sie schien keinerlei Eile zu haben. "Ich bin auf dem Weg in die Sauna", erklärte sie ruhig, als ob sie den kleinen Vorfall bereits als Teil des Abends akzeptiert hatte. "Die Wärme dort ist ein wahrer Genuss nach all dem Smalltalk" deutete sie auf die Holztür.
Ich fühlte mich immer noch etwas unbeholfen, doch meine Blase ließ mir keine Wahl. "Entschuldige", begann ich und versuchte, meine Stimme ruhig zu halten, "aber ich suche ein WC. Ich… ich glaube, ich habe mich tatsächlich etwas verirrt."
Die Frau blickte mich einen Moment lang mit einem verschmitzten Lächeln an, als würde sie die Situation genießen. "Ah, das Badezimmer. Ein nobles Ziel. Es ist etwas weiter den Gang hinunter, mein Herr", sagte sie mit einem Hauch von Verspieltheit in ihrer Stimme, während sie sich in ein Handtuch hüllte. „Aber“, fügte sie hinzu, als sie sich wieder mir zugewandt hatte „das war mir zu weit, und deswegen hab ich improvisiert.“ Sie zwinkerte mir zu und deutete mit anmutigen, beinahe tänzerischen Bewegungen auf den Paravent. Ich schritt auf den Paravent zu. Dahinter war eine Regendusche und ein dazu gehöriger Abfluss. Als ich verwirrt zu der Frau blickte zuckte diese nur grinsend mit den Schultern.
Die Frau beobachtete mich mit einem Grinsen, das eine Mischung aus Schelmerei und Selbstbewusstsein ausstrahlte. "Den Trick hab ich von Ana…" hauchte sie, und ihre Stimme war so leise und gleichzeitig so verführerisch, dass ich nicht anders konnte, als auf den Klang ihrer Worte zu achten.
"Ana?" wiederholte ich unwillkürlich, während mein Blick sich unweigerlich von der Dusche zu ihr verschob. Sie nickte, das Grinsen auf ihren Lippen noch immer präsent.
"Ja, sie ist die Meisterin der Kunst, und die Lockerheit in Person", sagte sie mit einem neckischen Funkeln in ihren Augen. "Und das ist ansteckend!" Sie trat einen Schritt näher und blickte mich dabei prüfend an, als ob sie mich zu einem Teil dieses Spiels einladen wollte. "Aber ich nehme an, du bist eher an einem normalen Badezimmer interessiert, hm?"
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