Wie geht's inzwischen den anderen?
Die haben ihre ganz eigenen Probleme
In dem ganzen Chaos hatte sich Steffen eigentlich vorgenommen, zusammen mit Tom direkt Ikarus zu stellen - der Plan war allerdings zusammen mit Tom direkt zu Beginn der Kämpfe ins Wasser gefallen. Das hielt Steffen allerdings nicht davon ab, weiter bei seinem Plan zu bleiben - im Gegensatz zu Ikarus hatte er Erfahrung im Kampf Mann gegen Mann, und dessen Zarathustra-Kräfte spielten keine Rolle, da sie nur auf Frauen wirkten. Allerdings wurde ihm das verwehrt, denn als er versuchte, zu seinem Rivalen zu gelangen, baute sich statt dessen das blonde Muskelpaket vor ihm auf, das er noch nicht kannte. "Schön locker bleiben", grinste der Kerl und hob die Fäuste.
"Und wo hat Ikarus dich aufgegabelt?" versuchte Steffen ihn lächelnd aus dem Konzept zu bringen. "Fotoshooting für Sportmode?"
"Ach, erkennst du mich gar nicht wieder?" gab der Kerl zurück. "So schnell vergisst du deine eigene Tochter?"
Steffens Lächeln erstarb. "Fanny."
Fanny nickte. "Aber jetzt heiße ich Copycat!" Sie machte einen schnellen Ausfallschritt in seine Richtung, dem er allerdings ausweichen konnte. "Lass dich umarmen, Papa!"
"Danke, ich verzichte!" Das war jetzt ärgerlich - so wie er Ikarus einschätzte, würde es ihm vollkommen egal sein, was mit Fanny passierte, und jede Sekunde, die er im Kampf mit ihr vergeudete, war eine Sekunde, in der er Ikarus nicht verfolgen konnte. "Hast dir ja tolle Gesellschaft gesucht!"
"Hey, du hast doch selbst gesagt, man soll da hingehen, wohin einen das Herz zieht." Fanny machte erneut einen Ausfallschritt und schlug mit ihren Fäusten nach Steffen - der duckte sich allerdings gekonnt weg und landete seinerseits einen Haken in den Bauchmuskeln ihres Körpers.
Fanny lachte. "Mensch, Papa, du haust wie ein Mädchen!" Erneut setzte sie nach, und während Steffen ihrem ersten Haken ausweichen konnte, musste er ihre nächste Gerade mit den Oberarmen abfangen. Der Faustschlag tat ziemlich weh.
Das war definitiv keine optimale Situation für ihn. Fanny konnte zwar nur so viel boxen, wie er ihr selbst beigebracht hatte, aber sie hatte in ihrer aktuellen Form klare körperliche Vorteile ihm gegenüber - das Muskelpaket vor ihm wog sicherlich nahe der hundert Kilo, und er gerade mal siebzig. Das waren volle vier Gewichtsklassen Unterschied, und jetzt mitten im Kampf konnte er schlecht seine eigene Gestalt zu einer etwas passenderen verändern. Mit Sicherheit würde er auf lange Sicht trotzdem gewinnen können; wenn Fanny müde wurde, machte sie wahrscheinlich Fehler, und dann konnte er Wirkungstreffer an ihrem Hals oder in ihren Weichteilen landen. Aber er wollte keinen langwierigen Kampf. Sich mit Fanny zu prügeln, brachte ihm nichts, er sollte besser-
Überraschend duckte sich Fanny plötzlich vor ihm, dann sprang sie ihn an. Steffen hechtete zur Seite, konnte aber nicht verhindern, dass sie ihn trotzdem mit dem rechten Arm erwischte und umriss. Beide landeten im Sand, und nur dank seiner Erfahrung konnte Steffen sich unter ihrem Griff wegrollen und wieder aufstehen. "Okay, das hab ich dir nicht beigebracht!" stieß er hervor.
"Mastermind hat auch ein paar Tricks auf Lager", gab Fanny zurück und erhob sich ebenfalls. "Oh - und er hat mich gefickt, wie noch nie irgendjemand mich gefickt hat! Dein armseliger Schwanz konnte da null mithalten! Wundert's dich da, dass ich bei ihm bleibe?"
"Tatsächlich hab ich mich gefragt, was du in ihm siehst", sagte Steffen. "Ich meine, neben der Tatsache, dass er dich wahrscheinlich mit seinen Kräften konditioniert hat. Ich glaub nicht, dass er dich zwingen könnte, den Sex mit ihm gut zu finden. Aber ich hab da eine Vermutung."
Fanny hatte nun ihre Deckung oben und belagerte ihn. "Was vermutest du denn?"
Auch Steffen suchte nach einer Lücke in ihrer Verteidigung, durch die er sie angreifen konnte. "Du bist doch wie deine Schwester von ihm schwanger geworden", sagte er, "sonst wären deine Kräfte nicht erwacht. Ich frage mich, ob es mit euch beiden und Mastermind nicht genauso ist wie mit Tamara und Roadie."
"Was meinst du?" Fanny wirkte unsicher.
"Dass ihr genetisch perfekt kompatibel seid und dein Körper dich deshalb den besten Sex aller Zeiten haben lässt." Steffen hatte sie fest im Blick. "Nebenbei, was ist eigentlich aus deinem Baby geworden? Steffi hatte ja eine Fehlgeburt, weil sie sich schwanger in einen Mann verwandelt hat. Du wirst nicht nochmal so dämlich gewesen sein."
Verächtlich spuckte Fanny zur Seite aus. "Das tut nichts zur Sache!"
Offenbar hatte Steffen da einen wunden Punkt erwischt. "Du hast es bestimmt nicht abtreiben lassen- Nein, Mastermind hat es dir weggemacht! Natürlich! Wenn er was macht, findest du das ganz normal!"
"Natürlich ist das normal!" gab Fanny wütend zurück. "Mit einem Baby im Bauch bringe ich unserer Gruppe ja nichts!"
"Und das sagst ausgerechnet du?!" Steffen lachte bitter auf. "Seitdem du auf der Welt bist, hast dir nichts sehnlicher gewünscht als ein Kind! Und dann hast du auch noch die Chance auf ein perfektes Kind, eins mit den idealen Erbanlagen, und du lässt es dir wegmachen? Wie weich in der Birne muss man sein, um so zu denken? Mastermind hat dir echt das Hirn gegrillt, und du hast es nicht mal-"
Mit einem wütenden Brüllen stürzte Fanny auf ihn zu, und auf die Gelegenheit hatte Steffen nur gewartet. Er ließ sich auf die Knie fallen und schlug eine einzelne harte Gerade - exakt in ihren Schritt. Aus ihrem Gebrüll wurde ein schmerzerfüllter Schrei, und sie fiel zur Seite und presste sich beide Hände vor die Genitalien. "Scheiße, tut das weh-"
Steffen nickte, trat schnell hinter sie und nahm sie in einen Würgegriff. "Dachte mir schon", keuchte er angestrengt, "dass du noch nie in deinem Leben einen Schlag in die Eier bekommen hast. Männerkörper haben auch ihre Nachteile... Ugn, jetzt geh schon schlafen!"
"Arsch-" konnte Fanny noch röcheln, ehe sie das Bewusstsein verlor.
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