Wie wird Connor das aufnehmen?
Mit einer überraschenden Theorie
Nach dem Gespräch mit Steffen war Alex sehr in Gedanken: Wenn jemand tatsächlich Connor beeinflusst hatte, was hielt diese Person dann davon ab, das auch mit anderen zu machen? Und wie konnte er selbst noch dem trauen, an das er sich zu erinnern glaubte? Wenn es da draußen jemanden gab, der so etwas konnte - und dieser Jemand hatte offenbar keine Skrupel, sie alle in Gefahr zu bringen - dann hatten sie vielleicht noch ganz andere Probleme als nur Connor-
Es sei denn, der hatte wirklich nur Mist geredet und gehofft, damit durchzukommen. Alex seufzte. Eigentlich hatte er gedacht, den jungen Kerl ganz gut einschätzen zu können, aber mit wie vielen Milliardären hatte er es denn in seinem Leben schon zu tun gehabt? Nein, es half nichts, er musste doch noch einmal mit ihm reden - einfach nur um selbst ein bisschen Sicherheit zu bekommen.
Statt zurück auf sein Zimmer zu gehen, ging er zu Connors und klopfte an. "Ja?" hörte er dessen Stimme von innen.
"Alex hier. Kann ich reinkommen?"
"Wenn du den Schlüssel hast?"
Alex probierte überrascht die Tür aus - und tatsächlich, sie war abgeschlossen. Tom hatte Connor wirklich in seinem Zimmer eingesperrt. "Nein, sorry, hab ich nicht", gab er zurück. "Aber können wir trotzdem reden?"
Ein Seufzen ertönte von innen. "Was gibt's denn zu bereden? Ist doch alles gesagt - Connor der Lügner, der seine eigene Mutter reinreiten würde, um nicht zugeben zu müssen, dass er was falsch gemacht hat."
"Also..." Alex überlegte kurz. "Für einen Lügner hab ich dich eigentlich nie gehalten. Aber du musst zugeben, dass du vorhin schon ein seltsames Bild abgegeben hast."
"Klar, wenn Lorena mir auch so offen widerspricht," sagte Connor bitter. "Aber mir ist inzwischen klar, was da passiert ist. Wieso sie behauptet, sie hätte das nie gesagt."
Alex horchte auf. "Oh. Und warum?"
Ein kurzes Schweigen von der anderen Seite der Tür. "Weil sie's nie gesagt hat", kam dann.
"Aber du sagest doch, du hast mit ihr geredet-"
"Inzwischen", unterbrach ihn Connor, "glaub ich nicht mehr, dass ich mit ihr geredet hab. Ich hab mit jemand anderem gesprochen, der so getan hat, als wär er in Wirklichkeit sie. Man hat mich reingelegt!"
Das war ein ganz neuer Blick auf die Situation, und Alex- "Aber wer soll denn so was machen?"
Hinter der Tür lachte Connor erneut bitter auf. "Wer kann denn so was machen, hm? Wer kann so tun, als wäre er Lorena? Das ist doch nur Steffen! Der Scheißer hat sich in sie verwandelt, um mich ranzukriegen!"
"Äh..." Alex traute seinen Ohren nicht. "Und warum bitte sollte Steffen so was machen?"
"Na, weil er sauer wegen Jessie ist! Weil ich sie ihm weggenommen hab!" Ein Pochen war zu hören - Connor hatte wütend gegen die Tür geschlagen. "Ehe ich kam, hatte er sie exklusiv für sich. Jetzt ist sie von mir schwanger, und nicht von ihm. Der Arsch ist eifersüchtig, und so versucht er mich abzuschießen!"
Alex schluckte. "Willst du wissen, was Steffen zu der ganzen Sache sagt?"
"Was?"
"Er glaubt, dass du vielleicht von jemandem beeinflusst wurdest. Dass jemand von außerhalb dir die Erinnerung an dein Gespräch mit Lorena in deinen Kopf reinmanipuliert hat."
Erneut lachte Connor bitter. "Klar, dass er so was sagt. Lenkt ja prima von seiner eigenen Schuld ab."
Alex überlegte. "Es klang aber nicht so, als wäre das sein Ziel. Er hat viel eher versucht, deine Schuld an der ganzen Situation klein zu reden. Wenn du mich fragst, sucht Steffen nach einem Weg-"
"Was ist mit mir?" sagte in diesem Moment Steffen, und als Alex sich umsah, kam er mit Tom den Gang entlanggelaufen.
"Oh." Alex drehte sich zu den beiden um. "Ich hab gerade eben mit Connor gesprochen. Ihm von unserer Unterhaltung erzählt."
Steffen hob eine Augenbraue. "Dann musst du das aber nicht durch die Tür hindurch machen. Wir lassen ihn nämlich wieder aus seinem Zimmer raus."
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