Kommen sie zu einer Einigung?
Es ist eine halbwegs gute Regelung
Diana nickte. "Ich bin noch eine Zeit lang ich selbst, glaube ich", sagte sie sanft. "Und, na ja, ich hab ja schon gesagt, worum es mir geht."
"Du willst", fasste Alex zusammen, "dass ich keine Risiken mehr eingeh, damit unser Kind auch einen Vater hat, richtig?"
"Richtig", nickte Diana. "Ganz davon abgesehen, dass du mir gut tust. So was wie mit dir hab ich noch mit niemandem erlebt, Alex. Dieses Gefühl der Nähe- Darum weiß ich auch, dass ich dich liebe. Und-" Sie hielt kurz inne. "Du spürst doch das Gleiche, oder?"
Alex streichelte ihr über die Wange. "Das Gleiche vielleicht nicht, aber auf jeden Fall etwas Ähnliches. Ich fühle mich dir verbunden. Ob ich das jetzt Liebe nenne- Versteh mich nicht falsch, aber es geht alles sehr, sehr schnell zwischen uns beiden. Ich will mir wirklich sicher sein, wenn ich von Liebe rede. Und wir wissen noch so wenig voneinander."
Zu seiner Überraschung lächelte Diana. "Du weißt von mir alles, worauf's ankommt, und wenn's bei dir noch mehr zu wissen gibt, ist es mir egal. Das, was ich weiß, reicht mir. Ich will dich als meinen Mann, und als Vater für unser Kind, und vielleicht für noch mehr Kinder."
"Das wird den anderen nicht gefallen", gab Alex zu bedenken, "und noch weniger, wenn ich das mache, was du willst und keine Risiken mehr eingehe. Ich hoffe mal, du wirst es nicht wie Tamara halten und nur noch meinen Schwanz in dir akzeptieren?"
"Keine Sorge", meinte Diana, "ich werd auch weiterhin alle anderen ranlassen. Du weißt ja, ich mag mich selbst nicht besonders, wenn ich ungevögelt bin. Nur-" Ihr Gesicht wurde ernster. "Es wäre mir wirklich am Liebsten, wenn du dich zukünftig aus Gefahren raushältst."
Alex schüttelte den Kopf. "Das kann ich nicht bringen, und dreimal nicht, wenn du auch für die Missionen ausfällst. Ich versteh, dass du kein Risiko für unser ungeborenes Kind eingehen willst. Aber dann werd ich das tun. Ist mein Job, für dich einzuspringen."
Der Gedanke gefiel Diana immer noch nicht, und sie versuchte erneut zu argumentieren, dass es besser war, wenn Alex sich aus Gefahren zukünftig heraushielt. Der aber war der Auffassung, wenn er es nicht tat, dann bedeutete das für die anderen ein um so größeres Risiko - außer Malia war ja sonst niemand wirklich zu außergewöhnlichen körperlichen Leistungen in der Lage. Natürlich war es nicht schön, sich bewusst Gefahren auszusetzen, aber wenn es schon jemand tat, dann doch wohl derjenige, der am ehesten damit zurechtkam.
Letzten Endes sah Diana den Punkt ein. "Okay", sagte sie, "aber dann steig ich auch wieder mit in die Missionen ein. Zumindest, solange ich das noch körperlich kann - ich hab keine Ahnung, wie mich die Schwangerschaft beeinträchtigt. Dafür will ich aber, dass wir zukünftig besser Risiken planen. Keine Missionen mehr, bei denen es heißt 'Titania und Roadie sind unsere Schutzschilde'. Denkst du, das können wir den anderen so klarmachen?"
"Ich denke schon", nickte Alex. "Im Moment wollen die ohnehin weniger Einsätze, bei denen uns hundertprozentig die Kugeln um die Ohren fliegen. Und wenn wir beide da klare Ansagen machen, wird mindestens Tom mitziehen, und Lorena erst recht. Die will ja auch, dass unserem Nachwuchs nichts passiert."
Erst einmal kamen sie aber leider nicht dazu, irgend jemandem das Besprochene näherzubringen, denn inzwischen war in der Villa ein anderes Thema vorrangig: Pandoras Wutausbruch kurz zuvor. Niemand lief normalerweise einfach so davon, wenn Lorena mit ihm sprach, und dass Pandora das trotzdem getan hatte, war in den Augen fast aller anderen ein heftiger Bruch der Regeln der Gemeinschaft. Noch dazu weigerte sie sich strikt, mit irgend jemandem über das Geschehene zu reden und hatte sich statt dessen in ihrem Zimmer eingeschlossen, aus dem nun laute, wütende Musik drang. Steffen fasste es wohl am Besten zusammen: "Solange sie in der Laune ist, kann ihr keiner helfen. Am besten lassen wir sie erst mal runterkommen."
Nicht jeder hatte auch nur so viel Verständnis für sie. Tamara war ernsthaft sauer auf sie, als Alex nach seinem Treffen mit Diana zu ihr ging. "Dass sie sich so was mit Mama erlaubt!" ereiferte sie sich. "Ich meine, klar, sie hat keinen Respekt vor niemandem, das ist seit Ikarus klar, aber diesmal ist sie echt zu weit gegangen!"
"Sie schien echt angefressen zu sein", stimmte Alex zu, "aber kann es sein, dass sie einfach nur sauer ist, weil niemand ihre Meinung über Viktor ernst nimmt?"
"Wahrscheinlich ist sie sauer, weil Mama ihren ach so kostbaren echten Namen benutzt hat", grollte Tamara. "Als würde das hier drin einen Unterschied machen! Na ja. Ich glaube, sie wird jetzt wieder mal abhauen und sich ein paar Monate lang nicht blicken lassen. Weglaufen kann sie ja prima."
Alex überlegte kurz. "Hast du ne Ahnung, warum sie auf 'Ellen' so scheiße reagiert? Ist doch kein schlechter Name."
Tamara seufzte. "Weil ihn damals Ikarus den anderen verraten hat. Weißt du, ich glaube, sie war ne Zeit lang in Ikarus verknallt - war auch schwer, den nicht zu mögen! Ikarus war nicht lange bei uns, aber ein sehr cooler Typ. Na ja, dachten wir zumindest, bis uns Pandora erzählt hat, was er bei ihr abziehen wollte."
"Und was war das?" Alex hielt inne. "Wenn du's mir sagen willst. Ikarus ist anscheinend ein ziemlich heikles Thema hier."
"Eigentlich sollte ich's auch nicht, Pandora zuliebe." Sie atmete tief durch. "Aber nachdem sie es sich eben so verkackt hat, kann ich's auch genausogut tun!"
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