Woran denkt sie?

Ein bisschen Erpressung kann nicht schaden

Chapter 123 by Hentaitales Hentaitales

"Das kommt auf keinen Fall in Frage", sagte Lorena etwas später, als Alex, Tom und Tamara ihr die Situation geschildert hatten. "Wir müssen uns gerade bei den paar Ärzten, die uns zur Verfügung stehen, sehr zurückhalten. Und irgendwelche Labortests, um Alex' Sperma näher zu erforschen - erstens riskant und zweitens unnötig. Da erfahren wir nichts, was uns unmittelbar weiterbringt, und wenn irgendwelche Dritte das mitkriegen, haben wir eine Fährte zurück zu uns gelegt. Tut mir leid, Tamara, das lehne ich ab."

"Denk noch mal drüber nach, ehe du gleich nein sagst", meldete sich Tom zu Wort. "Unser Ziel ist es doch letztendlich, von der breiten Bevölkerung akzeptiert zu werden. Stell dir mal vor, was es bedeutet, wenn Alex' Sperma paramenschliche Kräfte freisetzen kann, die latent in anderen Leuten schlummern. Wir hätten eventuell eine Möglichkeit, unsere Zahl in ganz kurzer Zeit drastisch zu steigern - so sehr, dass wir nicht mehr wegen unserer Andersartigkeit auffallen. Wenn alle was Besonderes sind, dann ist es keiner mehr, verstehst du?"

Aber Lorena schüttelte den Kopf. "Wir haben keine Ahnung, ob das auch wirklich das Resultat sein wird, und selbst wenn - dann haben wir sogar ein doppeltes Risiko dabei zu tragen, einmal bei der Erforschung und danach bei der Freisetzung. Der Staat wird alles, wirklich alles tun, um uns daran zu hindern. Sie brauchen uns als Ausrede für ihre Überwachungsmaßnahmen, und sie werden uns mit aller Macht bekämpfen, wenn sie glauben, dass wir wirklich eine Gefahr für sie darstellen. Das Risiko werde ich nicht für uns eingehen."

Alex räusperte sich leise. "Offen gesprochen, Lorena, ich finde etwas anmaßend von dir, dass du darüber bestimmen willst, was ich mit meinem eigenen Sperma anfange. Dir ist es zwar recht, wenn wir möglichst viele Kinder machen und unsere Gene verbreiten - aber wenn ich eventuell einen schnelleren Weg habe, unsere Zahl zu vergrößern, ist der dir plötzlich zu gefährlich?"

"Wenn du Kinder machst", sagte Lorena, "ist es etwas anderes. Dann haben die Kinder Mütter. Mütter beschützen ihre Kinder. Aber wenn plötzlich alle möglichen Leute scheinbar aus dem Nichts heraus paramenschliche Kräfte entwickeln, haben die niemanden, der auf sie aufpasst. Du lieferst sie ans Messer. Dabei werde ich dir nicht helfen."

"Na ja, dann muss ich es halt alleine versuchen", gab Alex zurück. "Muss selbst schauen, dass ich irgendwelche Laborärzte finde, die Tests machen und darauf hoffen, dass die mich nicht verpetzen. Aber ich krieg das schon hin. Hab ja mein ganzes Leben schon auf eigenen Beinen gestanden."

Lorena sah ihn eindringlich an. "Ich kann dir davon nur abraten", sagte sie. "Aber wenn du wirklich willst, werde ich dich nicht aufhalten. Du bist aus freien Stücken hier, du kannst jederzeit aus freien Stücken gehen. Ich wünschte nur, du wärst da draußen nicht so alleine."

Da hakte sich Tamara bei Alex unter. "Oh, er ist bestimmt nicht alleine", sagte sie. "Ich gehe nämlich mit ihm."

"Du?" Lorena blickte verblüfft zu ihr. "Aber- du kannst nicht so einfach gehen! Da draußen ist es gefährlich!"

"Ich habe jetzt auch paramenschliche Kräfte, Mama", gab sie zurück. "Und irgendwer hat mal gesagt, dass mit großer Macht auch große Verantwortung kommt. Und außerdem gehören Alex und ich zusammen. Also gehen wir beide!"

In Lorenas Gesicht spiegelte sich jetzt deutlich die Besorgnis. "Liebes, überleg doch mal! Du hast da draußen noch nicht mal ein Dach über dem Kopf! Und wenn man euch erwischt, sind die Chancen nicht gut, dass ihr von irgendwoher Hilfe zu erwarten habt!"

Tom sah zu ihr. "Also, wenn sie erwischt werden, dann tu zumindest ich alles, was ich kann, um Tamara wieder rauszuholen. Sie ist auch meine Tochter! Du hast hoffentlich nicht vor, mir das verbieten zu wollen?"

"Ich-" Lorena schwieg einen bangen Moment, dann seufzte sie niedergeschlagen. "Also meinetwegen. Ich sehe schon, euch ist das Ganze wirklich ernst. Wenn ich euch erlaube, wegen den Tests einen unserer Kontakte zu verwenden, werdet ihr dann den Rest eurer Pläne erst mal zurückstellen?"

"So ein Gentest geht nicht von heute auf morgen", gab Tom zurück. "Ein Labor braucht da schon etwas Zeit für. Als wir damals deine Veränderungen von 3search haben untersuchen lassen" - er sprach den Namen komplett englisch aus - "waren die über einen Monat beschäftigt. Und dann ist ja auch noch nicht gesagt, dass die zu dem Ergebnis kommen, das wir uns wünschen. Insofern ja, wenn wir uns bei denen melden dürfen, werden wir erst mal nichts Weiteres unternehmen."

Lorena atmete tief durch. "Dann geht es in Ordnung", sagte sie. "Du hast ja vom letzten Mal noch die Kontaktdaten, Tom. Schreib sie an. Aber, bitte, mit allen nötigen Sicherheitsmaßnahmen. Ellen soll dir eine neue E-Mail dafür einrichten. Nichts, was man nachverfolgen kann!"

Aufmunternd nickte ihr Tom zu. "Natürlich. Wir gehen keine Risiken ein."

"Ellen?" Alex sah zu Lorena. "Ellen, ist das der richtige Name von...?"

"Pandora", beantwortete Tom die Frage. "Aber sprich sie lieber nicht so an. Oder erwähne auch nur, dass du ihren richtigen Namen kennst. Sonst fürchte ich, du verspielst den guten Eindruck, den sie bisher von dir hat..."

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