Want to support CHYOA?
Disable your Ad Blocker! Thanks :)

Chapter 7 by Levantin Levantin

What's next?

Entscheidung

Meine Gedanken rasten und malten mir die verschiedensten Bilder in den Kopf, eins verrückter als das andere. Meine Hände waren klitschnass, und ich versuchte, sie an meiner Jeans trocken zu wischen. Was hatte sie vor? Ich sah, wie mein Leben vor mir zusammenbrach, wie es Stück für Stück zerfiel, wie Eisschollen, die auf dem Meer auseinandertreiben.

Mein Magen begann sich wieder zu drehen, und mir wurde übel. Warum nur hatte ich das getan? Die Hälfte des Weges zu unserer Küche hatte ich bereits zurückgelegt, als mein Blick in den Spiegel, der im Flur hing, fiel. Die große Beule, die sich zwischen meinen Beinen abzeichnete, brachte mich schlagartig zurück in meinen Körper und aus der Angst, dass Loona mein Leben in ihrer Hand hielt. Ich richtete den Sitz meiner Hose so, dass mein Gürtel meinen Penis nach oben hielt, damit sie nicht auf den ersten Blick sehen konnte, wie erregt ich schon wieder war. Nun gut, sie hielt mein Leben auch nicht in der Hand, du musst nicht gleich alles überdramatisieren, versuchte ich, mich zu beruhigen. Ja, sie könnte einiges durcheinanderbringen, aber wirklich gefährlich kann es nicht werden. Vor meinem inneren Auge sah ich meinen Vater, wie er auf das Bild von mir starrte, ich an mein eigenes Bett gefesselt, von oben bis unten mit Sperma bedeckt. Ich schluckte. Tief ein und ausatmen. Ich schloss meine Augen und versuchte, mich auf meinen Atem zu konzentrieren. Das gelang mir sonst eigentlich relativ gut. Nicht umsonst hatte ich vor zwei Jahren in den Sommerferien einen Meditations- und Atemtechnikkurs besucht. Seitdem gelang es mir deutlich besser, meine aufwallenden Gefühle unter Kontrolle zu bringen.

Doch es funktionierte nicht. Durch das Schließen meiner Augen erreichte ich nicht, wie sonst, dass ich meine Außenwelt vor mir verschloss, sondern ich öffnete meinen Gedanken Tür und Tor. Ich sah Loona, wie sie neben mir auf meinem Schreibtischstuhl saß. Ihr rotes Cocktailkleid war leicht nach hinten gerutscht und gab den Blick auf ihre sportlichen, schlanken Oberschenkel frei. Ihre Augen fixierten mich, sie biss sich auf die Unterlippe und beugte sich zu mir herunter. Ich riss meine Augen auf und schüttelte meinen Kopf. FUCK, war ich durch, mein Penis zuckte, und mein Blut begann erneut in meinen Ohren zu rauschen. Mein Spiegelbild sah mir unbeeindruckt entgegen. Da hast du ja was Schönes eingebrockt. Mit hängenden Schritten und durchhängenden Schultern schlurfte ich weiter Richtung Küche, wie ein zum Tode Verurteilter dem Henkersblock entgegen. Vor der Küchentür straffte ich mich, setzte ein hoffentlich halbwegs authentisches Lächeln auf und öffnete mit kaum merklich zitternder Hand die Tür. Loona saß am Küchentisch, eine Tasse Kaffee in der Hand. Sie trug heute Leggings und einen Sport-BH, als ob sie gleich laufen gehen wollte. Ihr Blick wanderte von ihrem Handy zu mir, als sie das leichte Knarren der Tür hörte. Ein unschuldiges und unglaublich süßes Lächeln erschien in ihrem Gesicht, in das ich mich gleich an meinem ersten Tag verliebt hatte. Es brachte ihr ganzes Gesicht zum Leuchten, ihre Augen funkelten und ihr ganzer Körper strahlte eine schon fast greifbare Wärme und positive Energie aus.

"John, es freut mich, dass du es einrichten konntest. Setz dich doch", sagte sie und deutete mit ihrer feinen Hand auf den Stuhl ihr gegenüber. Erst jetzt bemerkte ich, dass dort ebenfalls eine Tasse mit Kaffee stand.

"Nur ein wenig Milch, ist doch richtig, oder? Ich war mir nicht sicher, ob du deinen mit Zucker trinkst oder nicht."

Ich nickte nur schwach und bewegte mich wie in Trance zu dem Stuhl, auf den sie gedeutet hatte. Mein Gehirn, das mir vor wenigen Sekunden keine Ruhe mit endlosen und immer neuen Schreckenss Szenarien gelassen hatte, war nun wie ausgeschaltet. Als ob der Anblick von Loona ihm den Stecker gezogen hätte. Mein Blut rauschte nun noch lauter in meinen Ohren, und ich schüttelte den Kopf, in der Hoffnung, das Geräusch loszuwerden. Loona sah mich an, sie sah so unschuldig aus, ganz anders als in dem roten Kleid vor 5 Tagen. Oder spielten mir meine Gedanken hier einen Streich.

Loona räusperte sich und öffnete den Mund, um etwas zu sagen, überlegte es sich dann scheinbar doch anders und schloss ihn wieder. Sie biss sich leicht auf die Unterlippe, ihr Gesicht nahm einen nachdenklichen Ausdruck an. Scheinbar blickte sie mich an, doch offensichtlich sah sie nicht mich, sondern durch mich hindurch. Ich schwieg und versuchte, mein pochendes Herz unter Kontrolle zu bekommen.

"Magst du deinen Kaffee nicht?", fragte sie mich plötzlich.

"Ähm, doch, schon", antwortete ich überrumpelt.

"Schade, meiner ist alle. Dann muss ich mir wohl einen neuen machen." Ihr Blick wanderte zur Kaffeemaschine, die hinter mir auf der Arbeitsfläche stand.

"Du kannst meinen haben, ich habe eh keinen Durst", hörte ich mich selber sagen. Mein Hals war so trocken, dass man Schleifpapier aus ihm hätte herstellen können. Loona Blick traf meinen, und sie lächelte diesmal verspielter, wie eine Katze, die ihr neues Lieblingsspielzeug beobachtet.

"Danke, das ist lieb von dir", sagte sie und griff nach der Tasse. Dabei fielen ihre offenen Haare wie Wasser über ihre nackten Schultern. Ich schluckte. Sie setzte sich wieder, schlug die Beine übereinander, nahm einen Schluck von meinem Kaffee und begann zu sprechen.

Was wird sie ihm sagen? Wie wird ihre Beziehung in Zukunft aussehen?

More fun
Want to support CHYOA?
Disable your Ad Blocker! Thanks :)