Was haben die beiden da ausgeheckt?
Eine Weiberrivalität
"Bist du nicht!", gab Sandy zurück. "Hätte ich's ihm sagen dürfen, wär er bestimmt-"
"Du warst aber einverstanden, es nicht zu sagen", widersprach Tamara. "Also hab ich jetzt den Vortritt!"
Alex räusperte sich geräuschvoll, um die Aufmerksamkeit von beiden zu bekommen. "Mädels", sagte er etwas angesäuert, "niemand hat bei mir den Vortritt. Ich entscheide immer noch, mit wem ich in die Kiste steige."
Sehr eilig nickte Sandy. "Da hörst du es! Er will dich auch nicht!"
"Halt dich da raus, wir haben eine Abmachung!" Tamara scheuchte Sandy verärgert mit wedelnden Händen aus dem Zimmer. "Du hattest deine Chance, also geh jetzt!"
"Menno!" Sandy ließ die Mundwinkel hängen, trat dann aber auch dem Zimmer - aber nicht, ohne Alex noch einen Kussmund zuzuwerfen. "Morgen geb ich dir einen guten Grund!" versprach sie, ehe sie verschwand.
Mit einem erleichterten Seufzer schloss Tamara die Tür hinter ihr. "Entschuldige die Szene", sagte sie zu Alex. "Sie ist total kindisch, weißt du?"
Alex lachte kurz auf. "Na, du bist aber auch nicht besser", sagte er. "Du hattest mit ihr eine Abmachung, dass sie zuerst versuchen darf, mich zu verführen?"
"Sorry, ehrlich!" Tamara setzte sich langsam neben ihm auf das Bett. "Weißt du, ich- Ich hatte ja schon ein bisschen Spaß mit dir- Ehrlicherweise, eine Menge Spaß mit dir. Und, na ja, hier sollen wir eigentlich keine festen Beziehungen suchen. Darum musste ich erst mal ihr den Vortritt lassen, ehe ich dich wieder frage. Und eigentlich auch Diana und Jessie. Aber die beiden hatten ihre Gelegenheit ja heute schon."
"Und Diana hat sie sogar schon genutzt", schmunzelte Alex, "wenn auch eher gezwungenermaßen. Und jetzt möchtest du mich noch mal, hm?"
Tamara nickte - mit erstaunlich ernstem Gesichtsausdruck. "Ich- Weißt du, das gestern mit dir, das war vollkommen irre. Ich war total weg, einfach nur von deiner Zunge und deinen Fingern - so was hab ich noch nie erlebt! Nicht, dass ich jetzt superviel Erfahrung hab, aber trotzdem - so was ist mir noch nie passiert!"
Mit einem süffisanten Lächeln legte Alex den Kopf zur Seite. "Da hat mir dein Vater aber was anderes erzählt."
"Tom hat-" Tamara erstarrte förmlich. "Was hat er dir erzählt?"
"Dass du gerne und viel kommst. Dass du im Bett ganz schön abgehst. Dass es leicht ist, sich bei dir - wie hat es ausgedrückt? Wie ein Hengst zu fühlen."
Tamara atmete einmal tief durch. "Das stimmt", sagte sie, "ich komme leicht, und ich komme oft. Aber nicht so wie bei dir."
Jetzt war es an Alex, etwas ernster dreinzuschauen. "Wie meinst du das?"
"Mit dir war es besser. Nein, besser ist gar kein Ausdruck." Sie blickte ihm direkt in die Augen. "Ich habe nichts erlebt, das auch nur ansatzweise an das rankam, was du gestern mit mir gemacht hast. Als wäre ich mein Leben lang nur Kinderkarussell gefahren, und dann sitze ich plötzlich in der Achterbahn." Langsam legte sie ihre Hand auf seine. "Ich will mehr, Alex. Mehr von dir."
"Okay..." Alex zog langsam seine Hand unter ihrer hervor. "Tamara, ich bin geschmeichelt, dass du so für mich empfindest. Ich freu mich, wenn ich dir so viel geben konnte. Aber um ehrlich zu sein, ich mach mir ein bisschen Sorgen. Lorena sagte, wir sollen keine Pärchen bilden, und du hast das ja auch bestätigt. Wenn wir beide jetzt anfangen-"
Tamara schüttelte eilig den Kopf. "Ich will nichts Exklusives. Im Moment fickt Steffen mich alle paar Tage, und ich werd mich ihm nicht verweigern, auch wenn's mit dir tausendmal besser ist. Aber ich will dich. Mehr als alles andere. Es- Es ist, als wäre ich erst mit dir zusammen wirklich ich selbst. Verstehst du? Als wäre vorher alles nur ein Schatten von dem gewesen, was ich wirklich fühlen kann."
Alex atmete tief durch. "Das klingt heftig. Und ich muss zugeben, es macht mir ein bisschen Angst. Was ist denn, wenn ich deinen Erwartungen nicht entspreche? Wenn es doch nicht so weltbewegend mir mit ist, wie du jetzt denkst?"
"Dann ist das in Ordnung", lächelte Tamara. "Dann warst du immer noch der erste Mann, der mir so viel geben konnte. Glaub mir, das ist keine kleine Sache für mich!"
"Also gut." Alex lächelte zurück. "Ich fand's auch schön mit dir gestern, und ich gehe gerne auch weiter als gestern. Was möchtest du denn machen?"
Tamara senkte den Kopf ein Stück und sah ihn von unten herab an, mit lüsternem Blick. "Alles", sagte sie.
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