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Chapter 26
What's next?
Beruhigen
Lea saß auf dem Sofa, ihre Augen waren auf einen unsichtbaren Punkt in weiter Ferne gerichtet. Ihre Hände lagen in ihrem Schoß und zitterten leicht, während ihre Finger rhythmisch auf die Oberschenkel trommelten. Ich nippte an meinem Kaffee und ließ ihr Zeit, sich zu sammeln und zur Ruhe zu kommen.
Ein schwaches, entschuldigendes Lächeln spielte um ihre Lippen, als sie mir einen flüchtigen Blick zuwarf und zu reden begann.
"Es... es war nur ein blöder Streit." Sie fuhr sich nervös durch ihr zerzaustes Haar. "Ich meine, er versteht mich einfach nicht, und... und ich kann einfach nicht mehr. Ich kann nicht bei ihm bleiben. Und ich kann auch nicht nach Hause gehen. Nicht so, wie ich jetzt bin."
Ihre Worte brachen immer wieder ab, als ob sie während des Sprechens ihre Gedanken zu ordnen versuchte. Ihr Blick wirkte dabei abwesend, und ich beobachtete, wie sie sich gelegentlich mit den Fingern an den Lippen entlangstrich.
Was sie sagte, ergab für mich noch keinen rechten Sinn, weil mir offensichtlich der Kontext fehlte. Eine vage Schlussfolgerung von mir war, dass sie Streit mit ihrem Freund hatte, der sie ziemlich aufwühlte und mitnahm.
Während ich ihr zuhörte, konnte ich nicht umhin zu erkennen, dass ihr Verhalten und ihre Reaktionen charakteristisch für jemanden waren, der unter dem Einfluss von **** stand. Ihre Gedanken schienen abzuschweifen, ihre Bewegungen waren verlangsamt und sie vermied es, direkten Blickkontakt aufrechtzuerhalten. Doch immerhin hatte sie noch genügend Geistesgegenwart, dies selbst zu erkennen, was ich als gutes Zeichen einschätzte.
Weshalb sie in diesem Zustand aber zu mir kam, anstatt sich ihren Eltern anzuvertrauen, entging mir bislang noch. Vermutlich wäre es das Beste, wenn ich sie nach Hause brachte.
"Lea, ich verstehe, dass es schwer für dich ist", versuchte ich behutsam zu erwidern. "Aber vielleicht solltest du in einer solchen Verfassung nicht alleine sein. Vielleicht könntest du dich an jemanden wenden, der dir nahesteht?"
Sie schüttelte energisch den Kopf. „Nein, nein. Zu meiner **** kann ich damit nicht gehen. Sie sind sowieso voll gegen einen Freund. Und wenn sie jetzt mitbekommen, dass ich bei ihm gekifft habe, dann verbieten sie mir endgültig, mit ihm zusammen zu sein.“
„Bist du denn noch minderjährig?“, hakte ich vorsichtig nach.
„Ich bin vor zwei Monaten 18 geworden. Eigentlich haben die mir doch jetzt gar nichts mehr zu sagen, oder?“, meinte sie hoffnungsvoll.
Ich hätte gerne erwidert, dass ihre Eltern immer ihre Eltern bleiben und sich immer verantwortlich für sie und ihr Wohlergehen fühlen würden, gleich wie alt ihre Tochter wäre. Aber ich nahm an, dass sie solche Weisheiten derzeit nicht hören wollte.
Sie ließ einen tiefen Seufzer los und schüttelte den Kopf. "Ich... ich kann gerade mit niemandem darüber reden. Ich habe so viel in meinem Kopf, und... und ich weiß einfach nicht, wohin damit."
Ein Schatten lag in ihren Augen, und ich konnte erkennen, dass der Streit mit ihrem Freund tiefe Spuren hinterlassen hatte. Ihr Gesichtsausdruck verriet Unsicherheit und Verletzlichkeit, während sie nach Worten rang, um ihre Gefühle zu beschreiben. Ihre innere Unruhe war mit Händen greifbar und ich erkannte intuitiv, dass sie einfach jemanden brauchte, dem sie ihr Herz ausschütten konnte. Wenn ich diese Person sein könnte, dann wollte ich ihr diese Unterstützung gerne gewähren. Also schwieg ich und saß ich und hörte zu.
„Dieser Streit ist so blöd, aber mein Freund ist heute total ausgeflippt. Hat mich in sein Auto geschubst und mich heimgefahren. Vor meiner Haustür hat er mich aus dem Wagen geworfen. Aber so kann ich doch nicht zu meinen Eltern. Die drehen komplett durch.“
Leas Worte hingen einen Moment lang in der Luft, bevor sie fortfuhr.
„Ich bin dann einfach die Straße weitergelaufen. Dachte, ich gehe in den Wald und schlafe mich dort aus. Aber dann sah ich dein Haus. Ist ja das letzte vor dem Waldrand. Ich weiß auch nicht, warum ich geklingelt habe. Entschuldige, dass ich dich geweckt habe.“
Sie sah mich kurz fragend an und ich machte eine beschwichtigende Geste. Dann senkte sie ihren Blick wieder auf den Boden. Ich konnte förmlich den Konflikt sehen, der in ihrem Inneren tobte. Es war offensichtlich, dass sie nach einem Weg suchte, die in ihr tobenden Turbulenzen zu besänftigen.
Sie hob den Kopf, leckte sich über die Lippen und fragte: "Ich glaube... ich brauche etwas, um runterzukommen. Hast du etwas zu **** da? Etwas stärkeres?"
Mein erster Impuls war es, ihre Bitte abzulehnen und sie sachlich darauf hinzuweisen, dass es nicht die beste Idee wäre, jetzt in ihrem Zustand noch mehr berauschende Substanzen zu sich zu nehmen. Doch als ich in ihre Augen blickte und die Verletzlichkeit darin sah, sah ich ein, dass es gegenwärtig nicht Vernunft war, die sie brauchte. Sie brauchte das Gefühl, dass jemand da war, der ihr zuhörte, ohne sie zu verurteilen. Vielleicht war sie deshalb instinktiv zu mir gekommen, weil ich kein völlig Fremder für sie war, andererseits jedoch keinen wirklichen Kontakt zu ihr und ihrem Umfeld hatte und somit in keiner Richtung voreingenommen war.
Heute Nacht wäre ich also der Vernünftige und Erwachsene, der sie stützte und vor Dummheiten bewahrte. Morgen würde sie mit einem gewaltigen Brummschädel und Heißhunger aufwachen. Dagegen würden wir mit Aspirin und einem kräftigen Frühstück angehen. Und ihre Probleme würden im hellen Tageslicht auch nicht mehr so furchtbar und unüberwindlich erscheinen, wie mitten in der Nacht.
Ich nickte also zustimmend. Auch in mir hatte die unerwartete Begegnung eine Anspannung ausgelöst. Ein kleiner Schlaftrunk würde da ebenfalls gut tun. "Ich verstehe, Lea. Lass uns beide etwas ****, um uns zu beruhigen."
Ich ging zum Barschrank, griff nach einer Flasche Whiskey und schenkte zwei Gläser ein. Mit den beiden Gläsern kehrte ich zum Sofa zurück, reichte Lea eines davon und setzte mich neben sie. Mit einem leisen ‚Kling‘ stießen wir an. Unsere Blicke trafen sich erneut, und ich sah in ihren Augen eine Mischung aus Dankbarkeit und dem Flehen um Verständnis.
Mit dem ersten Schluck spürte ich, wie die Hitze des Whiskeys meinen Rachen und meine Kehle hinunterrann und eine angenehme Wärme in meinem Bauch entfachte. Derweil sah ich Lea zu, wie sie ihren Whiskey trank und dabei erleichtert die Augen schloss. Sie entspannte sich merklich. Es war, als ob das Getränk die scharfen Kanten ihrer Unruhe abschliff.
Erleichtert lehnte sie sich tiefer in die Sofakissen. Ich entschied, neben ihr sitzen zu bleiben, bis sie eingeschlafen war, dann eine Decke über sie zu breiten und selbst ins Bett zu gehen, um so viel Schlaf, wie noch möglich war, aus dieser Nacht herauszuholen.
Da wusste ich noch nicht, wie sich die nächsten Stunden wirklich entwickeln sollten.
What's next?
Der Handwerker (Public)
Ich habe plötzlich genügend Geld, um nicht mehr arbeiten zu müssen, und widme mich meinem Hobby.
Das erste Kapitel dient ausschließlich der Einführung und es gibt noch keine "Action". Danach gibt es Zug um Zug mehr Handarbeit.
Updated on Oct 1, 2024
Created on Mar 11, 2023
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