Chapter 2
by
drz
Wie alles Began
Meine Kindheit
Geboren wurde ich Christel Maria Meier 1967 in Delbrück. Einer Kleinstadt in der Nähe von Paderborn.
Meine Eltern sind einfache gottesfürchtige Leute. So wie viele in einer der wohl katholischsten Gegend Deutschlands.
Jeden Sonntag ging es in die Kirche zum Hochamt.
Mein Vater ist Mitglied im Kirchenvorstand und meine Mutter kümmert sich im Müttergenesungswerk um alles Mögliche.
Zwischendurch fanden meine Eltern doch tatsächlich noch Zeit 2 weitere Töchter zu bekommen.
Doch ich war das älteste Mädchen. Die beiden anderen waren 3 und 10 Jahre jünger als ich.
So wuchs ich sehr behütet auf einem einsam gelegenen Bauernhof auf.
Kontakt mit Jungen hatte ich keinen.
Wie auch. Der nächste Nachbar war ca. 1 km entfernt. Und der hatte keinen Jungen in meinem Alter.
Ins Dorf kam ich nur sehr selten. Einen Kindergarten gab es damals noch nicht.
Erst in der Grundschule lernte ich die ersten Jungs kennen. Und das war eher schrecklich.
Die tobten immer und waren uns Mädchen körperlich überlegen.
Jungen spielten nicht mit Mädchen und umgekehrt.
In unserer Kirchen sitzen die Männer und die Jungen auf der rechten Seite.
Die Frauen und die Mädchen nehmen im linken Kirchenschiff platz.
Später ging ich ins Michaelskloster in Paderborn in ein reines Mädchengymnasium.
Der Weg zur Schule war beschwerlich. Mit dem Fahrrad fuhr ich jeden Morgen 2 km zur Bushaltestelle um dann noch einmal 30 Minuten mit dem Bus unterwegs zu sein.
Zurück fuhr der Bus im 2 Stunden Takt.
Mann kann sich also vorstellen, dass ich nur wenig Freizeit bei meinen Schulkameradinnen in Paderborn verbracht habe.
So wuchs ich ziemlich einsam und ohne echte Freunde auf.
Doch daran hatte ich mich gewöhnt.
Probleme gab es erst, als meine Schulkolleginnen mit den ersten Jungs rum machten.
In der Pubertät probieren wir so alles mögliche aus und tauschen dann unsere Erfahrungen mit unseren Freundinnen.
Ich nicht. Ich hatte keine Freundinnen und erst recht keine Erfahrungen.
Jungs durfte ich zu keiner Zeit mit nach Hause bringen. Darauf haben meine Eltern streng geachtet.
Mutter erzählte mir immer, ich solle jungfraulich in die Ehe gehen. Und wenn es so weit ist werde ich schon den richtigen kenne lernen.
Der Sohn eines Nachbarbauern , der doch nur 10 Jahre älter ist als ich, sei doch so ein fescher Bursche. Und der findet ja auch keine Frau.
Unsere Felder grenzen aneinander. Und wäre es nicht toll, den Zaun irgendwann nicht mehr reparieren zu müssen?
So redeten meine Eltern. Und deren Wort war Gesetzt.
Den jungen Mann mochte ich nicht. Und so gab es eben keinen Mann für mich.


Comments