Chapter 8
by
Papas_Liebling
What's next?
Ohne Gewissheit
Hannah saß am Wohnzimmertisch, als warte sie darauf, dass er eine Entscheidung treffen würde.
Lukas lehnte mit dem Rücken neben der Tür und beobachtete sie. Er hatte sich nach der Berührung zurückgezogen und seither nichts mehr gesagt. Jeder flüchtige Gedanke fühlte sich gefährlich an.
Sie würde alles tun, was er wollte. Und genau das machte ihm Angst.
Er wirkte beherrscht, äußerlich kalt. Doch seine Hände verrieten ihn. Die Finger spannten sich um seine Oberarme, als müsste er sich selbst festhalten.
Hannah drehte sich zu ihm.
„Sag was.“ Ihre Stimme klang ruhig.
„Du solltest nicht hier sein.“
Kaum ausgesprochen wusste er, dass das nicht stimmte.
Hannah sah ihn mit dieser unbeschreiblichen Offenheit an. „Dann schick mich weg.“
Lukas stieß ein kurzes, trockenes Lachen aus. Als ob das möglich wäre.
Das Licht von draußen zeichnete die Konturen ihres Körpers unter dem dünnen Stoff nach. Sie war noch immer barfuß. Die Haare zerzaust. Inzwischen ein schon fast vertrautes Bild für ihn.
Er wischte die feuchten Handflächen an seiner Hose ab. Blinzelte.
Nur ein kleiner Impuls. Und sie würde gehen.
Vermutlich verwirrt. Vielleicht traurig. Aber sie würde gehen. Unweigerlich.
Dann wäre er wieder, was er sein wollte: ungestört. Allein.
Sicher.
Sein Magen zog sich zusammen. Sicherheit schien ihm auf einmal viel weniger erstrebenswert, wenn er dafür Hannah aufgeben müsste.
Als keine Antwort von ihm kam, redete sie weiter: „Warum schaust du mich so an, als sollte ich Angst vor dir haben?“
„Vielleicht gehst du besser“, sagte er leise, mehr zu sich selbst als zu ihr. Sein Arm zuckte vor, als wolle er sie festhalten. Aber er führte die Bewegung nicht zu Ende.
Er wandte den Blick ab. Zum ersten Mal zitterte seine Stimme. „Dass du hier bist, ist nicht echt.“
Hannah runzelte die Stirn. „Was ist nicht echt?“
Er hob wieder den Blick und sah sie direkt an. Seine Augen blieben dunkel.
„Du.“
Das Wort blieb im Raum stehen.
Sein Blick glitt über ihr Gesicht. Er suchte nach irgendetwas, er wusste selbst nicht genau was. Irgendein Zeichen, dass all das nicht nur das Ergebnis seiner Fähigkeit war.
Hannah sah ihn einfach nur an. Ruhig. Aufmerksam.
Und genau deshalb schlug sein Herz wie wild.
Die Sicherheit, die er sein ganzes Leben gesucht hatte, löste sich auf wie Nebel in der Sonne. Er hatte geglaubt, alles um sich herum kontrollieren zu können. Und diese Kontrolle hatte er mit Sicherheit verwechselt. Einsamkeit mit Stärke.
Lukas schloss die Augen.
Er könnte sie fortschicken. Ein sauberer Schnitt. Danach verschwinden, bevor aus diesem Fehler eine Gefahr wurde.
Er könnte sie hierbehalten. Sie würde sich von ihrem Mann trennen und bei ihm bleiben. Und er würde nie erfahren, ob sie auch geblieben wäre, wenn er nicht diese Macht hätte.
Er wollte die echte Hannah. Nicht eine Version von ihr, die er erschaffen hatte.
Das machte alles kompliziert.
Als er die Augen öffnete, stand sie vor ihm, reglos, und wartete.
Lukas hob langsam eine Hand und streichelte ihre Wange. Noch einmal sagte er leise: „Du solltest gehen.“
Er zog sich nicht zurück.
Hannah legte ihre Hand über seine und schmiegte sich in die Berührung.
Er lehnte sich nach vorne, bis seine Stirn die ihre berührte.
„Sag du mir, dass es echt ist“, flüsterte er.
What's next?
Lukas - Es wäre so einfach
Er weiß, wie es endet. Und beginnt trotzdem.
Lukas versucht, ein neues, unauffälliges Leben zu beginnen. Doch schon die erste Begegnung mit seiner neugierigen Nachbarin Hannah bringt ihn an die Grenze seiner Selbstkontrolle – und weckt Impulse, die er eigentlich hinter sich lassen wollte. Zwischen Anziehung, Widerstand und einer Vergangenheit, die ihn einzuholen droht, beginnt ein gefährliches Spiel.
Updated on May 10, 2026
by Papas_Liebling
Created on May 3, 2026
by Papas_Liebling
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