Bleibt dieser riskante Pakt wirklich die Grenze, oder ist das „Method Acting“ nur eine Ausrede, um den vollkommenen Verrat hinauszuzögern?
Nur eine Ausrede
18: Ein Anruf mit Folgen
Der Tag verlief wie ein gewöhnlicher Samstag. Ein paar Pflichteinkäufe mit Steve, das anschließende Aufräumen, das gemeinsame Zubereiten des Abendessens, reine Routine. Viel Freizeit blieb Jenna nicht, was vielleicht auch besser so war. Denn in jeder unbewachten Sekunde, schoss ihr dieses eine Bild in den Kopf: Kyle. Wie er im Schlafzimmer über ihr stand, bereit, jede Grenze einzureißen. Jedes Mal, wenn sie an die Hitze seines Körpers und das verbotene Verlangen dachte, zog sich in ihrem Unterleib alles zusammen. Ein beängstigendes und zugleich berauschendes Gefühl. Im absolut besten Sinne.
Kurz nach dem Abendessen schrillte Steves Handy. Jenna stand in der Küche und hörte, wie er lachend antwortete. Es waren die Jungs von der Arbeit, die ihn spontan auf ein paar Runden Dart in der Stammkneipe einladen wollten. Steve scherzte, dass er ewig keine Pfeile mehr geworfen habe, ließ sich aber schnell überzeugen. Obwohl Jenna genau verstanden hatte, worum es ging, fragte sie beiläufig nach, als er den Raum betrat.
„Die Jungs wollen mich ein bisschen fordern“, erklärte Steve lächelnd, während er sich bereits die Jacke griff. „Ich bin gegen Mitternacht wieder zurück, ja? Keine Sorge, Schatz, ich mache nicht allzu lange.“
Bevor sie mehr als ein „Schon gut“ erwidern konnte, war die Wohnungstür auch schon geschlossen. Eigentlich hatte sie sich auf einen entspannten Couchabend eingestellt. Andererseits pulsierte das Adrenalin der vergangenen Nacht noch immer in ihren Adern. Jetzt, wo die Wohnung leer war, gab es endlich Raum, um diesen unerträglichen Druck zu „entladen“.
Es war Punkt 18:00 Uhr, keine zwanzig Minuten nach Steves Aufbruch, als Kyles Smartphone vibrierte. Ein Blick auf das Display genügte, um seinen Puls in die Höhe zu treiben. Es war eine Nachricht von Jenna. Ein Foto.
Sie lag flach auf dem Rücken, ein Winkel von oben in der Vogelperspektive, der ihren Körper streckte und ihr Gesicht sowie das Dekolleté in den absoluten Fokus rückte. Sie trug ein geripptes Halterneck-Top in einem sanften Pastellblau, das auf den ersten Blick sportlich wirkte, jedoch pure Provokation war. Vorne zog sich ein tiefer V-Ausschnitt fast bis zum Rippenbogen hinunter, der von einer weißen Schnürung zusammengehalten wurde. Die langen, weißen Kordeln hingen locker herab und lenkten den Blick direkt auf ihre Brüste. Dazu kombinierte sie ultrakurze, hellgraue Jersey-Shorts im klassischen College-Stil, die hauteng auf ihrer Hüfte saßen. Der Stoff war so knapp, dass er mehr als die Hälfte völlig unbedeckt ließ. Ihr Haar war zu einem hohen, frechen Pferdeschwanz zusammengebunden. Ihre Hüfte war leicht eingedreht. Ihr rechtes Bein angewinkelt nach oben gezogen, sodass der Oberschenkel extrem betont wurde. Ihre rechte Hand ruhte knapp unterhalb ihrer Schulter auf dem Top, die Finger leicht in den Stoff gekrallt, als würde sie ihn gleich nach oben ziehen. Ihr Kopf war leicht zur Seite geneigt, während ihre Augen direkt in die Kameralinse blickten. Ihre Lippen waren leicht geöffnet, geformt zu einem wissenden, Lächeln.
Unter dem Bild stand etwas: Du musst mir etwas verraten, Kyle…
Kyle starrte fassungslos auf das Display. Seine Finger tippten fast automatisch: Was denn, Baby?
Jenna: Wären wir heute Morgen länger alleine gewesen… wie weit wärst du wirklich gegangen? Was hättest du mit der Frau deines besten Freundes gemacht? ;)
Kyle schmunzelte dunkel vor dem Bildschirm: Alles, wozu er wahrscheinlich nicht mal imstande ist. ;)
Als Jenna die Nachricht las, schoss ihr eine Hitzewelle durch den Körper. Es war ein direkter, verbaler Angriff auf ihren Ehemann, doch das Erschreckende war: Es war ihr völlig egal. Es turnte sie nur noch mehr an: Ach ja?, konterte sie.
Was hättest du denn gemacht?, fragte Kyle zurück.
Jenna biss sich auf die Unterlippe und überlegte kurz, bevor sie verspielt tippte: Ach, du weißt schon… gar nichts.
Kyle wusste genau, wie er dieses Spiel spielen musste. Dieses Mal gab es kein langes Zögern mehr. Das Smartphone in Jennas Hand vibrierte erneut, und als sie die Datei öffnete, stockte ihr der Atem.
Es war das zweite Bild, das sie von ihm bekam, doch diesmal gab es kein Versteckspiel. Keine Hand, die seine Männlichkeit umschlang oder kaschierte. Sie sah ihn in seiner vollen Pracht. Die 19 Zentimeter wirkten noch gewaltiger, noch dominanter als zuvor. Mit klopfendem Herzen redete sie sich ein, dass es nur an dem gewählten Kamerawinkel liegen müsse.
Direkt darunter poppte Kyles Nachricht auf: Da fehlt noch etwas im Bild, meinst du nicht?
Mit zitternden Fingern und trockenem Mund tippte sie: Und das wäre?
Kyle: Eine helfende Hand.
Der Satz traf sie wie ein physischer Reiz. Wie ferngesteuert glitt Jennas linke Hand an ihrem flachen Bauch hinunter, schlüpfte unter den Bund der grauen Shorts und fand die feuchte Hitze zwischen ihren Beinen. Die Erregung war so intensiv, dass sie nur noch mit einer Hand und voller Rechtschreibfehler antworten konnte: dqs hätrst du wohl gerbe
Kyle brauchte keine Übersetzung für die vertippten Buchstaben. Er wusste sofort, was auf der anderen Seite der Leitung passierte. Das Display schaltete um, er rief an. Jenna zögerte eine Sekunde, das Herz hämmerte gegen ihre Rippen, dann nahm sie ab. Sie presste das Telefon ans Ohr und versuchte, ihre Atmung flach und kontrolliert zu halten, um sich absolut nichts anmerken zu lassen.
„Gut so, Kleine“, ertönte Kyles tiefe, raue Stimme sofort aus dem Lautsprecher. „Mach nur weiter so.“
Jenna versuchte, die Ahnungslose zu spielen, doch ihre Stimme zitterte bereits merklich. „Was… was meinst du?“
„Du weißt ganz genau, was ich meine.“
„Ach ja?“, hauchte sie, während ihre Finger das Tempo zwischen ihren Beinen steigerten.
„Ja. Und es ist eine verdammte Schande, dass ich deine Hand gerade nicht ersetzen kann.“
Ein unkontrolliertes Stöhnen entwich ihren Lippen. Der Pakt war längst brüchig geworden. „Fuck… es ist eine Schande, dass ich deine nicht ersetzen kann.“
Am anderen Ende der Leitung war ein tiefes, schweres Atmen zu hören. „Oh, fuck, ja. Ja, das ist es“, stöhnte Kyle auf, und das Geräusch seiner eigenen Bewegungen wurde über das Mikrofon hörbar. „Du hörst dich so verdammt geil an, Baby.“
Die Distanz zwischen ihren Wohnungen schien zu schmelzen. Sie verschmolzen in dem feuchten, rhythmischen Echo ihrer gegenseitigen Masturbation, trieben sich mit schmutzigen Kommentaren und schweren Atemzügen immer weiter über die Kante.
Doch mitten in der Hitze des Gefechts, als Kyle schwer atmet, entfuhr ihm eine Frage: „Wo ist überhaupt dein Mann? Mmhh, fuck…“
„Nicht hier… ughhh… mmmh…“, presste Jenna hervor, unfähig, die Bewegung ihrer Hand zu stoppen.
„Was? Wie lange?“
„Fuck… bis zwölf. Und jetzt halt die Klappe… mmmhh, jaa…“
Plötzlich stoppten die Geräusche am anderen Ende der Leitung abrupt. Kyle atmete tief durch. „Nein, stopp.“
Jenna hielt inne, völlig aus dem Rhythmus gebracht und irritiert. „Was?“
„Ich komm vorbei.“
Ein Schockmoment schnürte ihr die Kehle zu. „Was?! Nein, du kannst nicht vorbeikommen!“
„Doch“, entgegnete er mit einer absoluten, unumstößlichen Entschlossenheit in der Stimme. „Also mach dich schick, ja? Bis gleich.“
Das Besetztzeichen ertönte. Er hatte aufgelegt.
Jenna lag völlig verschwitzt, mit rasendem Herzen auf den Laken. Ihr Blick fiel auf das Bild im Chatverlauf, auf Kyles unzensierte Männlichkeit, die immer noch von ihrem Display leuchtete. Panik und ein unbändiges, hungriges Verlangen kämpften in ihrer Brust. Sie wusste nicht, was sie tun sollte. Doch je länger sie das Bild sah, desto mehr verflog der Zweifel. Sie wusste genau, was jetzt getan werden musste. Und was sie wirklich wollte.
Wird Jenna die Tür öffnen, wenn Kyle gleich klingelt, oder siegt im letzten Moment die Vernunft?
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