Malia hat Angst vorm Schwangerwerden?
Nicht ganz grundlos
"Angst?" Alex sah sie überrascht an. "Ich hätte nicht gedacht, dass du vor irgendwas Angst hast."
"Weißt du-" Malia überlegte kurz und setzte dann neu an. "Zunächst mal, ich find das, was ihr hier macht, echt klasse. Eure Gemeinschaft und so, und auch Lorena und ihre Ziele. Möglichst viele Kinder zeugen, unsere Gene möglichst weit verbreiten, damit wir irgendwann so viele sind, dass man uns nicht mehr so leicht verfolgen kann. Macht als Gruppe total Sinn. Aber für mich, als eine einzelne Person? Ich finde das irre riskant! So eine Schwangerschaft, die behindert einen doch ziemlich - Weglaufen und so ist als Schwangere nicht wirklich drin. Kämpfen schon gar nicht. Und sobald einmal ein Kind auf der Welt ist, hat man Verantwortung für noch einen Menschen außer sich selbst. Ganz ehrlich, das will ich nicht!"
Alex nickte interessiert. "Stimmt, so wie du das sagst, macht das total Sinn. Aber, wenn ich mal fragen darf: gibt's da nicht einen biologischen Druck bei dir? Unsere Gene treiben uns doch angeblich so zur Fortpflanzung an."
Ein kurzes, hartes Lachen war Malias Reaktion. "Aber so was von", sagte sie. "Zumindest, wenn es bei den anderen so ist wie bei mir. Ich hab irre gerne einen Schwanz in der Möse und das Gefühl von Sperma in meinem Bauch, und wenn's noch dazu so ein großer Schwanz ist und so viel Sperma wie bei dir, dann ist das sogar noch besser. Und klar, der Gedanke, dass in mir danach was wächst, der ist auch extrem schön, also rein gefühlsmäßig, meine ich jetzt. Aber wenn ich wirklich darüber nachdenke, echt nachdenke, fallen mir tausend Gründe ein, warum es doch ne Scheißidee ist, sich schwängern zu lassen. Und eigentlich dachte ich immer, Asha hätte so ziemlich die selbe Einstellung dazu wie ich. Darum kamen wir auch immer so gut miteinander aus. Aber jetzt-" Ihr Gesichtsausdruck wurde ernst. "Sie hat sich echt verändert in der Zeit, in der wir getrennt waren. Ihr sind jetzt andere Dinge wichtiger als vorher."
"Es muss echt scheiße sein, wenn man ne Zeit lang weg vom Fenster ist und hinterher alles anders ist, als man es kennt." Alex sah sie nachdenklich an. "Wenn du ne Schulter zum Anlehnen brauchst, bin ich gerne für dich da. Kann nicht schaden, wenn du jetzt ein paar extra Freunde hast."
"Kann schon sein, dass ich ab und zu mal ne Schulter zum Anlehnen brauche." Auf ihr Gesicht schlich sich ein Grinsen. "Oder einen Schwanz zum dran Aufspießen. Wenn ich ehrlich bin, kann ich den sogar jetzt gleich gebrauchen. Hast du Lust?"
Alex hatte.
Am Tag darauf war Alex endlich mit der Reparatur seines Motorrads fertig, oder zumindest hoffte er, dass er das war, denn obwohl jetzt nach seinem besten Wissen und Gewissen alle Schäden beseitigt waren, hatte er noch keine Probefahrt unternommen. Das wollte er jetzt allerdings doch machen.
"Ich begleite dich", schlug Jessie vor. "Ich fahr dir mit dem Pickup hinterher, und falls was passiert, sammel ich dich auf."
"Dann sag ich mal Danke." Alex stieg auf die Maschine und setzte den Helm auf. "Ich fang mal mit ner Runde um den See an. Muss schauen, ob ich die Federung richtig hinbekommen hab."
Mit diesen Worten fuhr er los, und schnell konnte er feststellen, dass er einen ganz guten Job gemacht haben musste, denn das Fahrgefühl auf der unbefestigten Straße unterschied sich nicht von dem, was er kannte. Auch der Rahmen schien zu halten - er ging jetzt zwar keine Risiken ein und fuhr nicht schneller, als es risikolos möglich ein, aber ernsthafte Probleme würde er ziemlich sicher auch so erkennen. Sein Bock hielt gut zusammen-
Mit Ausnahme des Hinterreifens, dem im letzten Drittel der Strecke unvermittelt die Luft ausging.
"Fuck!" Alex hielt an und stellte den Motor ab. Hatte er sich etwas eingefahren, oder war der Reifen einfach nur schon überaltert gewesen? Während er einen prüfenden Blick darauf warf, trat auch schon Jessie zu ihm. "Alles ok- Ein Platten?"
"Jupp, platt." Alex drehte das Rad langsam. "Auch wenn ich auf Anhieb mal nichts sehe. Wahrscheinlich sprödes Gummi. Die Dinger hab ich zuletzt vor ein paar Jahren getauscht, und schon da waren sie von nem Schrottplatz. Na ja, dann hat sich's wenigstens gelohnt, dass du mitgekommen bist." Er erhob sich. "Hilfst du mir schnell beim Aufladen?"
Mit vereinten Kräfte hatten sie das Motorrad schnell auf die Ladefläche des Pickups geschoben und dort festgemacht, und dann stiegen sie beide vorne ein. "Übrigens", begann Jessie, als sie den Wagen anließ.
Alex sah zu ihr. "Übrigens?"
"Du hattest doch diesen kleinen Rudelbums mit Connor, Tamara und Sandy zusammen."
"Ja, und?"
Jessie fuhr an. "Kommst du mit Connor gut aus? Ich meine, versteht ihr euch so von Mann zu Mann?"
Alex zuckte mit den Schultern. "Er ist ganz okay, nehme ich an. Wir haben nicht so viel miteinander zu tun, und der kleine Vierer war ne einmalige Sache. Warum fragst du?"
"Weißt du-" Jessie schien kurz zu überlegen, wie sie ihre Worte formulieren sollte. "Ich tu mir ein bisschen schwer mit ihm. Wir hatten vor ein paar Wochen ein Gespräch, und das verlief... etwas peinlich."
"Inwiefern peinlich?"
Jessie seufzte. "Ich hab nicht unbedingt den besten ersten Eindruck auf ihn gemacht, glaube ich. Und ich würd den gerne wieder gutmachen. Aber ich hab das Gefühl, er geht mir seither aus dem Weg."
Leicht verwundert sah Alex zu ihr. "Connor kommt mir eigentlich nicht wie jemand vor, der vor Ärger davonrennt."
"Kannst du ihm vielleicht trotzdem ausrichten, dass ich mit ihm sprechen will?" Jessie wirkte wirklich zerknirscht. "Und dass ich ihm verspreche, diesmal nicht zu singen?"
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