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Chapter 8 by Lysarion Lysarion

Wie verläuft der Tourstart

Neblig

Bootsfahrt

Der Morgen war noch nicht richtig geboren. Ein fahles Grau lag über dem Fluss, der Nebel hing tief und dicht, als wolle er das Ufer verschlucken. Ich war zeitig da gewesen. Doch Desiree war nicht viel später. Sie musste einen der ersten Busse genommen haben, während mein Auto drüben auf dem Parkplatz des Wassersportclubs stand. Den Rucksack über der Schulter kam sie angelaufen. Als sie mich erkannte war da erst ein Lächeln auf ihrem Gesicht, dann kam sie angelaufen, direkt in meine ausgebreiteten Arme. Ich zog sie ganz eng an mich heran. Unsere Lippen fanden sich. Ich schmeckte etwas Süßes und eine Spur von Kaffee. Bestimmt eine Viertelstunde standen wir so da. Unsere Hände **** auf dem Körper des anderen, die Lippen nicht lösend. Die Realität hatte die Vorsätze der Nacht überrollt. Sanft löste ich mich von ihr. „Lass uns das Boot zu Wasser bringen ehe die Anderen..“- beinahe hätte ich Menschen gesagt „kommen“ Die Stelle, wo wir das Bodas Boot ins Wasser ließen war flach, gut zugänglich. Desiree setzte sich vorn ins Boot. Ich stieß uns ab. Das Wasser nahm uns lautlos auf.

Die Sonne versuchte den Dunst dieses Morgens zu durchdringen, kam aber nur schwer dagegen an. Trotzdem zeichnete es eine unwirkliche Pastellstimmung. Der Seitenarm war hier sumpfig, der Schilfsaum ließ nicht viel freies Wasser.

Das Schilf stand reglos, schwarz gegen das milchige Licht, sumpfig, durchzogen von schmalen Wasserarmen, die keine Richtung erkennen ließen. Ich war nicht das erste mal hier. Leise und gleichmässig tauchten unsere Paddel ein. Da waren nur wir, das klatschen des wassers und ab und an der Ruf eines Vogels den wir nicht sahen. Wir waren schon gut eine Stunde auf dem Wasser. Die Sonne wurde stärker und es schien als würde hinter all dem Nebel ein leuchtendes Tor sein.

„Hier draußen“, sagte ich leise, fast automatisch, „haben die Alten solche Landschaften als Übergänge gesehen. Nicht Land, nicht Wasser. Etwas Dazwischen.“

Der Nebel zog an uns vorbei wie Atem. Das Paddel tauchte ein, ohne Geräusch.

„Zwischen den Welten?“, fragte sie.

Ich nickte. „Man glaubte, dass hier die Grenze dünn sei. Dass man leichter hinüberkommt. Deswegen…“

Ich suchte nach dem richtigen Wort. „…Opferplätze. Moorfunde. Dinge, die man loslassen wollte.“

Sie schwieg. Ich merkte, dass sie nicht nur hörte, sondern sah.

Ein abgestorbener Baum tauchte aus dem Nebel auf, schräg geneigt, die Äste knorrig, als hätten sie einmal etwas gehalten. Für einen Moment hatte er nichts Natürliches mehr. Er wirkte gesetzt. Absichtlich. Wie eine Figur, die jemand dort zurückgelassen hatte.Die auf uns gekommen war, als Vermächtnis der Alten.

„Er sieht aus wie…“, begann Desiree und brach ab.

„…wie ein Götze“, sagte ich.

Sie nickte langsam. „Als würde er zusehen.“

Der Nebel machte alles zeitlos. Das Wasser schien stillzustehen, obwohl wir uns bewegten. Desiree hatte den Blick fest auf den Baum gerichtet, als wolle sie ihn sich einprägen. Ich spürte eine leichte Strömung, korrigierte das Boot, wollte etwas sagen –

Da krachte es.

Ein dumpfer Stoß, unerwartet, brutal. Das Boot ruckte, schob sich schräg, Wasser schwappte hinein. Desiree schrie auf, reflexhaft, drehte sich zu mir um. Der Stamm lag knapp unter der Oberfläche, vom Hochwasser hierher geschwemmt, unsichtbar gewesen bis zum letzten Moment.

„Festhalten!“ rief ich noch.

Dann kenterte das Boot.

Kälte. Schlamm. Atemlosigkeit.

Für einen kurzen Augenblick war alles chaotisch – Arme, Wasser, Nebel –, dann griff Instinkt. Ich tauchte auf, sah Desirees Kopf, hörte sie keuchen. „Zum Glück ist sie hochgekommen“ dachte ich. Mit zwei Schwimmzügen war ich bei Ihr.

„Hier!“, rief ich, fasste nach ihr. Sie war erschrocken, aber bei Bewusstsein. Das Boot lag gekippt, halb vollgelaufen am Stamm. Der Rucksack trieb seitlich, das Paddel war noch da.

„Nicht loslassen“, sagte ich ruhig, obwohl mein Herz raste.

Ein paar Meter entfernt zeichnete sich dunkleres Land ab. Kein richtiges Ufer – eher eine Erhebung, eine sumpfige Insel. In ihrer Mitte stand eine große, alte Weide, die Äste wie ein Zelt herabhängend, der Stamm breit und fest.

Wir arbeiteten uns hinüber. Keine Hast, nur Notwendigkeit. Erst schwimmend dann watend Schlamm sog an den Füßen, das Wasser reichte uns erst bis zur Brust, dann weniger. Ich zog das Boot hinterher, Desiree hielt ihren Rucksack und meinen Kanusack fest. Kurz vor der rettenden Insel gab es nochmal eine starke Strömung. Beinahe stolperte Desiree, balancierte es dann aber doch.

Unter der Weide war es trockener. Nicht trocken – aber sicher. Wir waren nass und schmutzig. Mit einer fließenden Bewegung zog Desiree sich das T-Shirt über den Kopf und hängte es an einen Ast der Weide. Sie drehte sich um, ihre vollen Brüste wippten dabei. Ihr Blick war unergründlich tief. Ich folgte Ihrem Beispiel und zog meine Sachen auch aus.

Wir traten näher. Ich zog sie an mich heran und flüsterte ihr ins Ohr: „unser Baum der Erkenntnis“ Sie nickte und fröstelte in der Morgenkühle. Schnell war die Isomatte ausgebreitet und wir schlüpften beide unter meine Wolldecke. Eng schmiegte sie sich an mich und ich spürte ihre Hände auf meinem Körper. Die Küsse war innig. Als meine Hände anfingen ihre Brüste zu bearbeiten stieß sie girrende Laute aus, machte ein Hohlkreuz, um mir ihre Brüste zu präsentieren. Gierig wie Verdurstende nach Wasser waren wir. Ihre Hände fanden mein Gemächt und begannen es zu verwöhnen.

Ich stöhnte brünstig. „Mach Deine Beine breit ich will Dich!“

Willig spreizte sie die Beine hob ihr Becken an, öffnete sich meinem animalischen Begehren. Da war kein Verstand in uns beiden nur Lust.

Ich drang in sie ein, der Stoß nahm ihr fast die Luft. Desiree japste, um gleich darauf zu keuchen: „Du bist so groß, ich fühl Dich so sehr. Sei der Hengst, der seine Stute reitet.“ Und ich flüsterte ihr ins Ohr: „Du bist mein, Schönste der Schönen.“ Ich hielt nicht inne, fühlte sie aus, erst mit meinem Lustbringer dann mit Samen. Und Desiree stöhnte, girrte und schrie in den Orgasmen die ich in ihrem Körper entzündete.

Atemlos lagen wir nebeneinander. Versuchten den Atem zu normalisieren. Atmeten.

Der Nebel war wieder dichter, schien aus dem Fluß zu kriechen. Doch der Baum schirmte uns ab. Tropfen fielen leise von den Zweigen. Desiree zog die Knie an, sah sich um, als hätte sie Angst, etwas zu stören.

„Das war kein Zufall“, sagte sie leise.

Ich sah sie an. Ihre Haare hingen nass und lebendig. Sie lass die Frage in meinen Augen. „Nicht das eben, nicht das wir uns geliebt haben und Du mich so mit Samen gefüllt hast, dass ich mir ernsthaft über Verhütung Gedanken machen muss, will ich nicht bald schwanger sein.“ Pause, dann „Ich meine das Holz“

„Vielleicht“, antwortete ich. „Oder es war einfach der Fluss.“

Sie schüttelte den Kopf. Ein schwaches Lächeln. „Manchmal ist das dasselbe.Aber ich denke wir sollten gewarnt sein.“

Ich musste unwillkürlich an das Bild von Adam und Eva denken. An den Moment vor dem Schritt. An die Erkenntnis, dass man nicht ungeschoren hindurchgeht – aber aufrechter zurückkommt.

Hier, auf dieser kleinen Insel aus Schlamm und Wurzeln, war nichts entschieden, alles temporär.

Aber wir waren angekommen – nicht dort, wo wir hinwollten, sondern dort, wo wir jetzt sein mussten.

Und das genügte.

Was passiert noch?

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