What's next?
Mutprobe
In meinen Gedanken fragte ich mich, was er nun von mir erwartete. Eine gefühlte Ewigkeit lag nur Stille im Raum, schwer und beinahe greifbar. Noch immer hielt er mein Kinn, nicht grob, aber bestimmt genug, dass ich seinen Blick nicht ignorieren konnte.
„Überleg dir, wie viel Mut du aufbringen willst“, sagte Rainer leise, „und bitte dann meinen Freund, dich dabei zu prüfen. Vertrau mir: Er wird die Grenze achten.“ Wieder spürte ich, wie mir die Röte ins Gesicht stieg. Der Fremde lachte leise. „Wie vorsichtig sie noch ist.“ Ich zögerte, unsicher, ob ich überhaupt etwas sagen sollte. „Ich weiß nicht genau, was ich sagen soll?“, fragte ich schließlich kaum hörbar. Rainer sah mich ruhig an. „Na. Bitte ihn, was du wirklich willst, Hiebe mit der Hand, oder mit der Gerte, dass er dich fickt aber mach es als Bitte.“ Ich atmete tief ein und brachte die Worte mühsam hervor: „Bitte ficken Sie mich“
Rainer nickte langsam. „Sehr schön, dass du mir so vertraust.“ Der Fremde strich mir kurz über die Wange, dann wandte er sich zu einem Schrank. Als die Tür aufging, knarrte das Holz leise. Er nahm etwas Schmales, Dunkles heraus und kehrte damit zu mir zurück. Mein Herz begann schneller zu schlagen. Die Angst in mir war plötzlich ganz nah, fast greifbar.
Ich sah das schmale, dunkle Stück – eine Gerte - in seiner Hand. Er hob es langsam und ließ es nur so nah an meiner Wange vorbeigleiten, dass ich die Bewegung spürte, ohne dass sie mich wirklich berührte. Ein kalter Schauer lief mir über den Rücken. „Du hast nicht gesagt, wie weit du gehen willst“, sagte er ruhig. „Darum habe ich gewählt. Aber Rainer meinte, du darfst entscheiden.“ Er machte eine kurze Pause, als wolle er jeden meiner Atemzüge hören. „Wohin soll deine Prüfung führen?“ Ich zitterte. Meine Stimme war kaum mehr als ein Flüstern. „Ich weiß es nicht.“ Der Fremde nickte, beinahe zufrieden, und trat langsam um mich herum. „Dann beginnen wir mit fünf Schlagen auf den Po“, sagte er leise. „Und du zählst laut mit.“
Ich spürte den ersten Schlag auf der linken Seite. Er war nicht hart, doch ein feines Brennen blieb zurück. „Eins“, sagte ich laut, und meine Stimme klang fremd in dem stillen Raum. Der Fremde trat wieder vor mich, strich mir flüchtig über das Haar und musterte mich aufmerksam. „Du hast nicht gejammert“, sagte er leise. „Also war es nicht zu viel.“ Sein Finger glitt kurz über meine Wange, blieb einen Moment an meinem Kinn liegen und hob meinen Blick. „Atme“, befahl er knapp. Ich gehorchte, und erst da merkte ich, wie sehr ich die Luft angehalten hatte.
Er trat wieder hinter mich. Diesmal war die Berührung fester, und ich sog scharf die Luft ein. „Zwei“, sagte ich laut, auch wenn meine Stimme kaum standhielt. Drei und vier folgten schneller, als ich erwartet hatte. Dann kam er erneut nach vorn, hob mein Gesicht an und betrachtete mich aufmerksam. Offenbar sah er, dass mich die Prüfung mehr mitnahm, als ich zeigen wollte. „Du hältst dich gut“, sagte er leise. „Fast schade, dass du nicht zu mir gehörst.“ Wieder ging er hinter mich. Einen Augenblick lang war nur dieses leise, angespannte Schweigen zu hören. Dann traf mich der letzte Schlag hart. Ich erschrak, Tränen stiegen mir in die Augen, und mit bebender Stimme brachte ich schließlich hervor: „Fünf.“
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