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Chapter 10 by Meister U Meister U

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Mehr Feuer

Die Kerze steht zwischen uns, eine stumme Zeugin. Ihr Flackern malt Schatten über Rezniks Gesicht – ein Gemälde aus Härte und Neugier. Er neigt den Docht, lässt flüssiges Wachs auf seine Fingerkuppe tropfen. Es zischt, als es seine Haut berührt, doch er zuckt nicht. Ein Probelauf. Eine Warnung.

„Stop“, sagt er langsam, als würde er das Wort neu erfinden, „…ist ein einfacher Code. Leicht zu tippen. Leicht zu schreien.“ Er hält die Kerze über meine entblößte Brust, die noch von den Elektroden gezeichnet ist. „Aber Sie werden es nicht sagen. Oder?“

Ich antworte nicht. Der Duft von Bienenwachs und Albträumen füllt den Raum. Brennen, denke ich. Wie alles, was mich hierherführte.

Der erste Tropfen trifft knapp unter die linke Brustwarze. Die Hitze ist ein Schock – scharf, rein, ein Skalpell aus Feuer. Ich beiße die Luft, doch mein Körper bleibt starr. Reznik beobachtet jede Reaktion, als dekodiere er ein verschlüsseltes Dokument.

„Warum tun Sie das?“ Seine Stimme ist kühl, analytisch. Ein weiterer Tropfen, näher am Zentrum. Die Haut schmort, ein süßlicher Geruch mischt sich ins Wachs.

„Weil…“ Ich ringe nach Atem, während der **** zu einem dumpfen Donner anschwillt. „…weil ich wissen will, wie weit ich gehen kann. Bevor ich mich verliere.“

Er lächelt, das erste echte Lächeln seit der Auktion. „Ah. Die alte Frage: Ist der **** ein Gefängnis oder ein Schlüssel?“

Der nächste Tropfen landet direkt auf der Brustwarze. Ich krümme mich, ein erstickter Schrei, doch meine Hände – frei, ungefesselt! – bleiben an den Seiten der Ledergurte. Ich könnte aufstehen. Ich könnte ihn stoppen. Stattdessen graben sich meine Fingernägel in das Material, bis es knirscht.

Reznik lehnt sich zurück, studiert das Muster aus rotem Wachs und geröteter Haut. „Sie wissen, dass ich Sie nicht respektieren würde, wenn Sie jetzt aufgäben.“

„Ich will Ihren Respekt nicht.“ Ich spucke die Worte aus, während ein weiterer Tropfen mich trifft. „Ich will… das hier.“

Er friert ein. Zum ersten Mal. Die Kerze zittert leicht in seiner Hand. „Was genau?“

Meine Hand schnellt hoch, packt sein Handgelenk. Nicht um ihn zu stoppen. Um ihn zu führen. Die Flamme taumelt, als ich die Kerze gegen die rechte Brust drücke – nicht der Tropfen. Die ganze Flamme.

Das Brennen ist anders. Tiefer. Archaisch. Ich höre mich schreien, höre, doch mein Griff ist eisern. Erst als die Haut blasig wird, reißt er die Kerze weg.

„Verrückt!“, faucht er, doch in seinen Augen glimmt etwas Neues: Ehrfurcht. Angst.

Ich lache, keuchend, während der Rauch von meinem Körper kringelt. „Sie wollten doch sehen, was übrig bleibt, wenn die Maschinen verstummen.“ Ich berühre die Brandwunde, spüre das Echo der Flamme in meinen Nerven. „Hier ist es. Ich. Nur ich.“

Er starrt mich an, als hätte ich die Regeln zerrissen. Vielleicht habe ich das. Vielleicht war das der Plan, seit ich sein Gebot hörte.

„Und jetzt?“ Seine Stimme ist rau.

Jetzt stehe ich auf, trotz der schmerzenden Haut, trotz der zitternden Knie. Die Brandmale pulsieren wie zweites Herz.

„Jetzt“, sage ich und nehme ihm die Kerze aus der Hand, „lernen Sie, zu verlieren.“

Sein Lachen trifft mich wie ein Schlag ins Zwerchfell. „Verlieren?“ Seine Finger umschließen meine Handgelenke, so brutal, dass die Kerze aus meiner Hand auf den Boden kracht. Sein Knie drängt sich zwischen meine Beine, kein Vorspiel, keine Frage. Nur der Druck, der meinen Rücken in die Wand presst, während sein Atem heiß und zornig über meinen Nacken jagt.

„Sie wollen verlieren? Gut.“ Seine Zähne graben sich in meinen Hals, kein Kuss, ein Biss. Ich spüre, wie sich die Haut spannt, wie Blut an die Oberfläche quillt, nur um von seiner Zunge weggewischt zu werden. Salzig. Eisen. ****.

Er dreht mich um, meine Wangen gequetscht gegen die kühlen Fliesen. Seine Hand drückt zwischen meine Schulterblätter, bis die Muster des Putzes sich in meine Haut einprägen. Kein Gleitmittel. Keine Gnade. Er stößt in mich hinein, ein einziger Ruck, der mich zerreißt. Der **** ist scharf, brennend, als würde er mir die Wirbelsäule entzweispalten. Ich beiße auf meine eigene Lippe, schmecke Kupfer, während er mich nimmt – nicht wie einen Menschen. Wie ein Ding.

„Zählen Sie“, faucht er, jeder Stoß ein Messerstoß, der mich weiter aufspaltet. „Ausgangslage. Durchführung. Ergebnis.“

Mein Körper ist ein Kriegsgebiet. Seine Hände krallen sich in meine Hüften, Nägel, die die Brandwunden unter meinen Brüsten aufreißen. Ich spüre, wie das frische Gewebe birst, wie etwas meine Oberschenkeln hinabkriecht. Eins… Der erste Schmerzimpuls. Zwei… Die Wand kratzt mir über die Brustwarzen. Drei… Sein Atem keucht, heiser, als kämpfe er gegen etwas in sich selbst.

Er stößt schneller zu, verliert den Rhythmus. Ich zähle nicht mehr. Stattdessen spüre ich, wie sich etwas in meinem Unterleib zusammenzieht – nicht Lust. Angst. Die Angst, dass er recht hat. Dass ich nur ein leeres Gefäß bin, das er mit seinem Hass füllen kann.

Sein Griff um mein Haar reißt meinen Kopf zurück. „Siebzehn… achtzehn…“, zischt er, aber seine Stimme bricht. Ich höre es. Höre, wie sein Stöhnen sich in meinem Ohr verfängt, wie seine Hüften stolpern. Er ist nah. So nah. Und ich… ich will nichts davon. Keine Erlösung. Keinen Höhepunkt. Nur das Brennen, das mich daran erinnert, dass ich noch lebe.

Doch dann – ein ersticktes Keuchen. Seine Finger krallen sich in meine Hüften, als wolle er mich auseinanderreißen. Ein letzter Stoß, tief, brutal, und ich spüre, wie er in mir pulsierend zum Stehen kommt. Heiß. Fremd. Sein Samen rinnt an meinen Innenschenkeln hinab, vermischt sich mit Blut und Schweiß.

Er lässt mich los. Ich rutsche an der Wand hinab, meine Beine zitternde Stummel, die mich nicht tragen können. Der **** in mir ist ein glühender Amboss, aber schlimmer ist das Nichts in meinem Kopf. Keine Erleichterung. Keine Tränen. Nur die leere Erkenntnis, dass selbst dies nicht reicht, um die Wunde in mir zu stopfen.

Er richtet sich auf, sein Atem noch immer unregelmäßig. Ich sehe seine Reflexion im Fenster – zerknitterter Anzug, Haar, das sich sträubt wie das eines verwundeten Tieres. Er schämt sich, denke ich. Weil er mich gehört hat. Weil er selbst gebrochen ist.

Doch als er sich umdreht, ist sein Gesicht wieder eine Maske aus Eis. „Das war…“, beginnt er, aber ich stehe auf. Meine Knie beugen sich, doch ich zwinge sie, mich zu tragen.

Ich hebe die Kerze vom Boden. Das Wachs ist hart geworden, ein abgebrochener Dolch. „…nicht genug“, beende ich seinen Satz.

Seine Augen folgen meiner Hand, als ich die Flamme neu entzünde. Er sieht es. Sieht, wie mein Blick auf die Stelle an seinem Hals zielt, wo die Ader pulsiert. Wo die Maschine Mensch am verwundbarsten ist.

Doch ich tue es nicht. Stattdessen nehme ich den glühenden Docht und drücke ihn gegen meine eigene Hüfte, genau über die Narbe, die niemand kennt. Das Fleisch zischt. Der **** ist ein weißer Blitz, der mich lächeln lässt.

„Sie haben verloren“, flüstere ich, während der Geruch meiner eigenen verbrannten Haut den Raum füllt. „Weil ich immer einen Schritt weiter gehe.“

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