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Chapter 49 by ThormGravis

Was hat Dr. Armstrong mit Max vor?

Max lernt KR-671b kennen

Max spürte wie ihre Fesseln gelöst wurden, doch sie war zu benommen, um darauf zu reagieren. Selbst wenn sie auf die Idee gekommen wäre, aufzuspringen und irgendwo hin zu laufen, glaubte sie nicht, dass ihre Beine ihr gehorcht hätten. Ihre Muskulatur fühlte sich wie Pudding an und so konnte sie sich auch nicht wehren, als sie einen kalten, metallischen Griff um ihre schmale Taille spürte. Sie keuchte lediglich, als sie mit einem Ruck hoch gehoben wurde und von einem sirrenden Geräusch begleitet durch den Raum schwebte. Sie versuchte, ihren verschwommenen Blick wieder zu fokussieren, aber sie konnte nichts erkennen.

Als Max wieder zu sich kam, brauchten ihre Augen ein wenig Zeit, um sich an das Dunkel des Raumes zu gewöhnen. Das erste, das sie wahrnahm war ein heiseres Keuchen und das leise, unregelmäßige Erklingen von Metall, das von einem anderen Gegenstand angestoßen wurde. Dann ging das Keuchen in ein Grunzen über. Sie öffnete die Augen und wollte sich aussetzen, doch ihr Blick war noch immer leicht verschwommen und ihr wurde sofort schwindelig. Ihr Nacken juckte und ihr war elend zu Mute. Sie nahm sich vor, sich nicht mehr betäuben zu lassen.

"Ah, die Elevin der Bestie ist erwacht." Es war eindeutig die Stimme von Dr. Armstrong, aber sie klang merkwürdig verzerrt. Erst schob Max es ihrem noch umnebelten Hirn zu, dann begriff sie, dass er über einen alten Lautsprecher zu ihr sprach, was auch erklärte, warum seine Stimme aus einer der oberen Zimmerecken kam. Vorausgesetzt man konnte diesen Ort als ein Zimmer bezeichnen. Er wurde von zwei Mauern und zwei Seiten aus enggesetzten, massiven Gitterstäben mit einem Querverbindungen begrenzt und besaß neben einem aus Eisenstangen und einer billigen, alten Matratze bestehenden Bett, für das sich jede Jugendherberge geschämt hätte, lediglich noch einen Stuhl, ein in die Wand eingelassenes Waschbecken und einen Tisch als Einrichtung. Es handelte sich zweifelsohne um eine eher ungemütliche Zelle. In beiden Gitterwänden befanden sich Türen - eine führte auf einen Gang, die andere in die Nachbarzelle.

"Oh scheiße." Max richtete sich diesmal langsamer auf und das Bett quietschte unter ihr, als würde es bald zusammenbrechen, aber sie kam auf die Beine. Sie fühlte sich schon besser als zuvor, aber war immer noch in geschwächtem Zustand. Ein Blick nach unten verriet ihr, dass sie - abgesehen von dem aus kaum bestehenden String - immer noch nackt war. Sie blickte sich auf den Gang und dann in der Zelle umher, bevor ihr Blick auf die Gestalt fiel, die in der Nachbarzelle auf und ab schlurfte. Im schwachen Licht der matten, leicht flackernden Neonröhre im Gang vor den Zellen, die die einzige Lichtquelle darstellte, konnte Max aus der Distanz kaum etwas erkennen, aber die Gestalt wirkte bullig und stand leicht gebeugt.

"Ich hoffe, sie werden sich mit ihrem Kameraden gut verstehen", kam Dr. Armstrongs Stimme wieder aus dem Lautsprecher, "auch diese Kreatur ist ein Diener der Bestie. Hier gezüchtet, um den schändlichen Willen der Bestie in die Welt hinaus zu tragen, doch das werde ich nicht zulassen. Ich werde die Pläne der Bestie vereiteln."

Max ignorierte das wirre Gelaber und machte sich nur noch wenig Hoffnung darauf, irgendwann vernünftig mit Dr. Armstrong reden zu können. Dabei hätte sie gerne mehr von ihm erfahren. Offensichtlich war er kein Freund von Manticore und vielleicht kannte er eine Menge schmutzige Geheimnisse. Zu schade, dass er sich in seinem Zustand nicht als Verbündeter eignete. Stattdessen wandte Max ihre Aufmerksamkeit der Nachbarzelle zu. Sie ging langsam hinüber. "Hey du. Ich bin Max", stellte sie sich vor, "ist ganz schon irre, der Kerl." Dabei deutete sie in Richtung des Lautsprechers. Die einzige Antwort, die sie erhielt war ein grunzendes Keuchen. "Alles klar mit dir?" Sie näherte sich dem anderen Gefangenen. Mit jedem Schritt wurde sie vorsichtiger, denn je mehr sie von dem Kerl sah, desto grotesker wurde er.

Er war ein Mensch, daran bestand kein Zweifel, aber viel davon war nicht mehr üblich. Er war nur ein wenig größer als Max, was aber auch daran lag, dass sein Kopf auf keinem nennenswerten Hals saß und zwischen die übermäßig muskulösen Schultern und Oberarme eingesunken war. Auch die Beine war grotesk verdreht und wirkten geradezu schmächtig im Verhältnis zu den langen Armen und dem muskelbepackten Brustkorb, auf dem eine Seriennummer KR-671b eingeätzt worden. Die Kreatur war stark beharrt, hatte jedoch auf dem Schädel eine Glatze. Das Gesicht war abstoßend unproportioniert mit einem verzerrten Mund, wulstigen Lippen und unterschiedlich großen Augen. Ganz offensichtlich handelte es sich um einen Mann, denn zwischen seinen Beinen richtete sich ein enorm großer Phallus auf, der - wohl nicht zuletzt durch Max fast nackten Anblick - massiv versteift war.

Max hielt ein wenig Abstand zu der Kreatur. Sie vermutete, dass er Opfer einiger genetischer Experimente geworden war. Offenbar musste sie dem Manticore-Genetiker, der sie selbst designt hatte, dafür danken, dass ihr zumindest das Schicksal dieses armen Kerls erspart geblieben war. "Verdammte Scheiße", fluchte Max, "hat dir Dr. Armstrong das angetan?"

"Titten", grunzte die Kreatur als Antwort, streckte Arm überraschend schnell zwischen den Gitterstäben durch und griff nach Max. Er war deutlich schneller als sie erwartet hatte und auch seine Reichweite war beachtlich. Nur die enorme Muskulatur seines Oberarms, die nicht zwischen den Gittern durchpasste, verhinderte, dass er die überraschte Max zu fassen bekam.

"Frevelhafte Kreatur", schaltete sich Dr. Armstrong mit erzürnter Stimme erneut ein, "versuch nicht die Sünden deines Meisters auf mich abzuwälzen. Nicht ich erschuf diesen Unhold. Es ist ein Werk der Bestie."

"Ein ziemlich missratenes Werk", konstatierte Max mit scheinbarer Ruhe. Aber in ihr arbeitete es. Wenn Dr. Armstrong recht hatte, waren offenbar auch in diesem Manticore-Stützpunkt genetische Experimente durchgeführt worden. Wenn das stimmte, gab es hier vielleicht sogar Unterlagen über ihre eigene Baureihe - sie hasste sich im selben Moment dafür, dass sie dieses Wort gebrauchte, aber letztendlich war "Baureihe" nicht falsch. Nur handelte es sich zumindest bei diesem Exemplar in der Nachbarzelle um ein weit weniger gelungenes Projekt. Hatte Manticore hier ein neues Programm aufgestellt oder war diese arme Kreatur nur zurückgelassen worden, weil sie ein Fehlschlag war?

"Titten. Ficken", grunzte KR-671b, der vielleicht einst ein normaler Mensch gewesen war, und streckte nun beide Arme durch das Gitter soweit es ging. Und wie ein dritter Arm ragte auch der riesige Ständer zwischen den Gitterstäben ihr entgegen.

"Ein furchtbares Werk", bestätigte Dr. Armstrongs Stimme, "aber dennoch ebenso ein Kind der Bestie wie du. Wäre es da nicht ungerecht, wenn ich der Wiedervereinigung der Familie im Wege stehen würde."

Max blickte erschreckt in Richtung des Lautsprechers. "Das ist wohl nicht ihr ernst. Sie können doch nicht das Ding in meine Zelle..." Weiter kam Max nicht, denn das Surren einer elektronischen Verriegelung schnitt ihr das Wort ab, und einen Augenblick später öffnete sich die Tür, die die beiden Zellen trennte, und schwang in Max´ Zelle hinein auf. Gleichzeitig ertönte ein heiseres, böses Lachen aus dem Lautsprecher. Max handelte sofort und sprang vorwärts. Mit aller Macht rammte sie ihre Schultern gegen die Gittertür, um sie wieder zuzuschlagen, und mit einer Kraft, die niemand in ihrem zierlichen Körper vermutete, gelang es ihr, die Tür wieder zuzuschlagen. Von der Gegenseite ertönte ein dumpfes Keuchen, als die Gitterstäbe KR-671b mit voller Wucht gegen Körper und Gesicht schlugen, doch klang es nicht nach Schmerz, sondern viel eher nach Überraschung. Zu Max´ Leitwesen schnappte das elektronische Schloss nicht wieder ein, so dass sie zwar den Durchgang kurzzeitig wieder geschlossen, aber die Tür nicht verriegelt hatte. "Verdammte Scheiße, Armstrong, das kann nicht ihr Ernst sein. Schließen sie die Tür", brüllte Max und lehnte sich mit dem Rücken ans Gitter, doch die einzige Antwort war ein erfreutes, höhnisches Glucksen.

KR-671b drückte mit seinem massigen Leib gegen die Tür und Max konnte sie nur unter Aufbietung aller Kraft geschlossen halten. Dabei gab sie sich nicht der Illusion hin, dass sie hier ein Patt erreicht hatte. Das Ding auf der anderen Seite ging einfach nur und schob mit seinem Körper, setzte aber sicherlich nicht seine ganze Stärke ein. Stattdessen packten die durch die Gitter geschobenen Hände von KR-671b ihre prallen Brüste und kneteten kräftig und gierig. Ein wohliges Grunzen verriet das die Kreatur sehr zufrieden war und Max´ Titten offensichtlich seine Erwartungen erfüllten. Gleichzeitig schob sich zwischen Max Beinen der riesige Schwanz durch die Gitterstäbe und ragte unter ihrem Schritt heraus. "Ficken", grollte das Geschöpf dicht an Max Ohr, immerhin waren ihre Köpfe nur durch die Zellentür getrennt.

Max keuchte unter der groben Zuwendung, die ihre Brüste erfuhren, ließ es aber zunächst geschehen. Sie brauchte ihre Kraft, um die Tür zuzuhalten, und widmete ihre Aufmerksamkeit nochmals dem Lautsprecher. "Armstrong, hören sie", schrie sie und griff die erstbeste Idee auf, die ihr durch den Kopf ging, "schließen sie die Tür, dann verrate ich ihnen alles, was ich über den Angriffsplan der Bestie weiß." Doch der Lautsprecher blieb still. Stattdessen grunzte ihr KR-671b abermals ein wenig charmantes "Ficken" ins Ohr. Max fluchte innerlich und war nicht gewillt, sich von diesem Ding ficken zu lassen - jedenfalls nicht, wenn sie es irgendwie vermeiden konnte. Doch Armstrong schien ihr nicht nur drohen zu wollen, wie sie zunächst gehofft hatte, und KR-671b hatte auch eindeutige Absichten und war wohl kaum in der Lage, einer anderslautenden Argumentation zu folgen.

Seufzend riss sich Max aus dem Griff des Mutanten frei, drehte sich und zog die Gittertür ein wenig auf. KR-671b grunzte frohlockend und stapfte vorwärts. Max wartete einen Augenblick, dann schlug sie die Tür mit aller Macht wieder zu. Die dicke Gitterstruktur prallte kräftig gegen den Leib und den Kopf des Geschöpfes und KR-671b taumelte tatsächlich ein Stück zurück, wenngleich wohl auch diesmal eher überrascht als benommen. Max nutzte die Gelegenheit und drückte die Tür komplett zu, doch das erhoffte Schnappen des Türschlosses ertönte nicht. Verzweifelt suchte sie nach einem Mechanismus, um die trennende Tür zu schließen, doch was konnte sie in einer Zelle schon erwarten. Natürlich gab es keine Möglichkeit, das Schloss von hier aus zu steuern.

"Geil", keuchte KR-671b und kam mit seinem massiven Ständer, der ihm wie eine Lanze vorausragte, wieder auf die Tür zu. Max begriff, dass sie so nicht weiterkam. Sie konnte die Tür nicht geschlossen halten. Wenn dieses Ding auch nur einen Teil seiner Kraft einsetzte, würde es die Tür mühelos aufdrücken können. Mit Stärke konnte Max diese Sache nicht zu ihren Gunsten regeln. Ihr Vorteil lag eindeutig im Tempo und Geschick. Sie riss die Tür auf und KR-671b wankte heran. Max ließ ihn kommen, dann sprang sie hoch, hielt sich am Rahmen fest und nahm allen Schwung, den sie aufbringen konnte. Mit Wucht krachten ihre Füße gegen den Brustkorb des Mutanten und diesmal taumelte er ernstlich getroffen zurück. Max gab sich nicht der Hoffnung hin, dass er davon zu Boden gehen würde, schöpfte aber Hoffnung aus der Aktion. Immerhin hatte sie gezeigt, dass sie ihm zusetzen konnte.

"Schlampe", grollte der Mutant und kam wieder näher. Mit ausgestreckten Armen griff er nach ihr, doch sein Versuch war so plump, dass Max problemlos ausweichen konnte. Sie glitt in einer eleganten Drehung unter seinen Armen durch und hinter ihn. Dort landete sie einen wuchtigen Tritt in die Kniekehle des Mutanten, der die meisten anderen Gegner sofort auf die Bretter schickte hätte, doch KR-671b knickte nur kurz ein und drehte sich herum. Er gab nicht einmal einen Schmerzenslaut von sich.

"Verdammter Mist", fluchte Max, die sich deutlich mehr versprochen hatte. Normalerweise waren bullige und große Kerle mit einem Angriff auf die Knie wenigstens zu beinträchtigen, doch hier hatte sie kaum Wirkung erzielt. Aber irgendwo musste er doch eine Schwachstelle haben. Sie wisch der Kreatur abermals aus, griff nach dem Stuhl und zerschmetterte ihn auf dem Rücken von KR-671b. Die Wirkung hätte nicht geringer sein können. Das Holz zersplitterte und der Mutant wandte sich ihr mit der Gelassenheit und dem Tempo eines Bergmassivs zu ihr um. Leider bewies sein immer noch steifer Schwanz, dass KR-671b deutlich mehr Lust verspürte als ein Berg. Vielleicht konnte sie dies zu ihrem Vorteil nutzen... Max tauchte abermals unter dem Griff des Mannes hinweg, indem sie sich in einer grazilen Bewegung ins Breitspagat fallen ließ. In dieser Position schnellte ihre Hand voran traf mit dem Ballen genau die dicken, schaukelnden Eier des Mutanten.

Diesmal heulte KR-671b vor Schmerz auf, aber er tat Max nicht den Gefallen ernsthaft zu taumeln oder gar k.o. zu gehen. Im Gegenteil: Vom Schmerz scheinbar beflügelt griff er jetzt deutlich schneller nach ihr. Die plötzliche Temposteigerung erwischte Max auf dem falschen Fuß und KR-671b bekam ihren zierlichen Oberarm zu packen. Ruckartig zog er sie auf die Beine. "Fiiiickeeeen", grollte er ihr gezogen entgegen, leckte sich über die wulstigen Lippen und seine andere Hand griff wieder nach ihren prallen Brüsten.

"Kommt gar nicht in Frage...", fauchte Max. Ihr knie schnellte vorwärts und traf mit der Präzision eines hundertfach erprobten Angriffs den Schritt ihres Gegners. Der Mutant brüllte, ließ sie los und packte sich mit beiden Händen in den schmerzenden Bereich. Max packte die Überreste des zertrümmerten Stuhls, zog sich eilig in ihre Zelle zurück, schlug die Tür zu und verkeilte sie so gut es ging mit den Holzsplittern. Es war ein Versuch, doch dabei blieb es auch. Auch wenn sie sie die improvisierten Keile mit aller Kraft positioniert hatte, flog die Tür sofort auf, als KR-671b sie aufschob und in ihre Zelle stapfte. Hinter ihm fiel sie wieder ins Schloss und zu Max´ Unbehagen ertönte jetzt der Beweis, dass Armstrong noch zusah. Surrend verriegelte sich die Tür, so dass sich das Areal, in dem sie ausweichen und kämpfen konnte, gerade auf ihre eigene Zelle halbiert hatte.

Gelingt es Max, KR-671b abzuwehren?

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