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Chapter 4 by Jan1974 Jan1974

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Luca

Auch wenn unser Ferienhaus etwas abgelegen liegt, sind wir keineswegs völlig von der Außenwelt abgeschnitten. Es dauerte keine zehn Minuten, bis Sonja den kleinen Dorfplatz erreichte – das eigentliche „Zentrum“ des Ortes, wenn man es so nennen möchte. Viel war dort nicht, aber das, was da war, hatte Charme: Ein winziges Café mit einer Theke direkt am Eingang, überraschend gut bestückt für einen Ort dieser Größe. Dahinter eine klassische Kaffeemaschine, daneben allerlei **** – von Softdrinks bis zu Hochprozentigem.

Rechts an der Theke vorbei führte der Weg in den Gastraum, wo einige Tische und Stühle standen. Die meisten Plätze waren besetzt – hauptsächlich von älteren Männern, die offenbar den frühen Morgen nutzten, um in aller Ruhe ihren Kaffee zu ****, Zeitung zu lesen und miteinander zu plaudern. Vermutlich war das jüngere Volk des Dorfes zu dieser Zeit bereits auf Arbeit.

Sonja war noch nicht an der Reihe, also ging sie langsam an der Theke entlang, warf einen Blick in den Gastraum – und blieb kurz stehen. In einer etwas abgetrennten Ecke stand ein Billardtisch. Zwei junge Männer spielten, ein dritter saß daneben auf einem Barhocker an einem kleinen Stehtisch.

Ein kurzer Blick genügte: Der Typ auf dem Hocker war eindeutig Luca – der Poolboy, mit dem sie am ersten Urlaubstag ein ziemlich intensives Erlebnis gehabt hatte. Und sie konnte sich denken, dass die beiden anderen wohl seine Freunde und Kommilitonen Tom und Nico waren, von denen er damals gesprochen hatte.

Sonja zögerte keine Sekunde. Zielstrebig ging sie durch den Raum, die Blicke der älteren Männer an den Tischen spürte sie im Rücken. Kein Wunder – ihr Outfit ließ genug Raum für Fantasien. Das enge Spaghettiträger-Top, das ihre Brüste nur notdürftig bändigte, der leichte Sommerrock ohne Unterwäsche darunter... sie wusste, wie sie auf andere wirkte.

Vor Luca blieb sie stehen, beugte sich leicht vor und lächelte ihn an.

„Hallo Luca... erinnerst du dich noch an mich?“

Ein Grinsen huschte über sein Gesicht, seine Augen blitzten überrascht – aber auch erfreut.

„Natürlich erinnere ich mich. Wie könnte ich dich vergessen?“

„Ich hätte ja fast gedacht, du wärst verschwunden“, sagte Sonja neckisch.

„Nie im Leben“, erwiderte er, „ich wohne doch praktisch hier. Aber dich wiederzusehen... wow. Das ist wirklich ein Highlight.“

In diesem Moment drehten sich auch die beiden anderen Männer um. Luca kam ins Straucheln – im besten Sinne.

„Äh... Jungs – darf ich vorstellen? Das ist Sonja. Sonja, das sind Tom und Nico, meine beiden Kommilitonen.“

Tom, ein großer, sportlicher Typ mit zerzaustem Haar, hob freundlich die Hand zum Gruß.
„Hi Sonja, freut mich.“

Nico, etwas schlanker und mit wachen Augen hinter einer modernen Brille, nickte knapp und lächelte höflich.
„Guten Morgen.“

Sonja erwiderte das Lächeln.
„Hallo ihr beiden. Schön, euch kennenzulernen.“

Mehr als das übliche Maß an Neugier war den beiden nicht anzumerken – weder ein Grinsen noch ein vielsagender Blick in Richtung Luca. Wenn sie etwas wussten oder ahnten, hielten sie es jedenfalls gut unter Kontrolle. Tom wandte sich kurz darauf wieder dem Spiel zu, Nico schnappte sich seinen Queue und stellte sich neben den Tisch.

Luca wirkte jetzt etwas lockerer und Sonja lehnte sich mit ihm an den Stehtisch. Sie sprach leiser, mit einem kleinen Schmunzeln auf den Lippen.

„Sag mal, Luca… hast du deinen Freunden eigentlich erzählt, was zwischen uns am Pool passiert ist?“

Luca wich ihrem Blick leicht aus, schien einen Moment zu überlegen, bevor er verlegen grinste.
„Also... nicht wirklich. Ich hab's ein bisschen angedeutet – aber die glauben sowas doch eh nicht.“

Sonja hob eine Augenbraue, leicht neckend.
„Ein bisschen? Heißt was genau?“

„Naja... ich hab vielleicht gesagt, dass ich jemanden kennengelernt hab. Aber Details? Nein. Ehrlich. Und ob ich deinen Namen erwähnt hab – keine Ahnung. Ich glaube nicht.“

Sie sah ihm ruhig in die Augen.
„Denkst du, sie wissen jetzt, dass ich das bin?“

Luca lachte leise.
„Ich wüsste nicht, woher. Und wie gesagt – sie halten das wahrscheinlich für irgendeine Story, die ich übertreibe.“

Sonja lächelte.
„Na gut. Dann lassen wir’s mal dabei. Ein bisschen Fantasie schadet ja nicht.“

In diesem Moment rief Nico vom Billardtisch:
„Luca, du bist dran.“

„Bin gleich wieder da“, sagte Luca, stand auf und nahm den Queue von Nico entgegen. Dieser setzte sich auf den Platz, den Luca gerade frei gemacht hatte – und Sonja war für den Moment mit ihm allein am Tisch.

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