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Chapter 16 by Meister U Meister U

What's next?

Livs Stimme schnitt durch das Stöhnen

„Astrid.“

Der Name traf die Angesprochene wie ein Peitschenhieb. Astrid zuckte zusammen, ihre Augen lösten sich endlich von der Szene im Bett und fanden Livs kühlen, grau-grünen Blick.

„Geh in dein Zimmer.“

Das war kein Vorschlag. Das war ein Befehl. Ruhig, aber absolut unmissverständlich. Die Demütigung lag nicht in den Worten selbst, sondern in ihrer Öffentlichkeit. Vor Ebba. Vor den Geräuschen von Majas Lust. Vor der Präsenz von Bernds nacktem Rücken, der sich gleichmäßig hob und senkte.

Astrids Gesicht wurde blass, dann schoss eine heiße Röte hinein. Ihre Hände ließen den Türrahmen los, als hätte er sie verbrannt. Sie öffnete den Mund, aber es kam nur ein erstickter Laut heraus. Dann drehte sie sich um und verschwand, ihre Schritte wurden im Flur schnell leiser, bis die Tür ihres Zimmers ins Schloss fiel.

Ebba beobachtete das mit hochgezogenen Augenbrauen. Sie nahm einen weiteren Schluck Kaffee. Ihre Aufmerksamkeit wanderte zurück zu Bernd und Maja, dann zu Liv.

„Du weißt schon“, sagte sie, ihre Stimme ungewöhnlich nachdenklich, „ich glaube, ich verstehe langsam.“

Liv wandte den Kopf einen Millimeter. „Was?“

„Das Spiel.“ Ebba machte eine vage Handbewegung, die das Bett, die Geräusche, die ganze Situation umfasste. „Du provozierst das. Du arrangierst es. Fremde Leute, die hierherkommen, sich vermischen, Dinge tun, die sie sonst nicht tun würden.“ Sie sah Liv direkt an, ihre braunen Augen plötzlich scharf. „Und du schaust zu. Beobachtest. Studierst.“

Liv antwortete nicht sofort. Ihr Blick ging wieder zu Bernd, der gerade das Tempo wechselte, langsamer wurde, dann tiefer stieß. Maja stöhnte auf, ein langer, zufriedener Laut.

„Es ist ein Experiment“, sagte Liv schließlich. Ihre Stimme war ruhig, aber in ihr schwang etwas mit – Stolz? Anerkennung? „Macht. Dynamik. Was passiert, wenn man Menschen in Situationen bringt, die sie nicht kontrollieren können – weil ihre Triebe überhandnehmen.“

Ebba lachte leise. „Und ich dachte immer, du wärst einfach nur eine kühle Zynikerin.“ Sie schüttelte den Kopf. „Aber du bist eine Künstlerin. Eine Regisseurin.“ Sie trank den letzten Schluck kalten Kaffee und verzog das Gesicht. „Weißt du was?“

Liv sah sie jetzt direkt an.

„Das Gästezimmer“, sagte Ebba und wedelte mit der leeren Tasse in Richtung des Bettes, auf dem Bernd und Maja sich bewegten. „Du hast es Bernd gegeben. Aber ich will es auch. Nicht für mich – aber ich will, dass meine Freundinnen hier weiter übernachten können. Dass solche Nächte passieren.

Ein langer Moment der Stille, nur unterbrochen von Majas rhythmischem Stöhnen und dem leisen Knarren des Bettes.

Livs Mundwinkel zuckte. Es war kein Lächeln, aber die Andeutung eines. „Du willst also mit mir gemeinsame Sache machen?“

„Ich will Bühnenbildnerin sein“, korrigierte Ebba grinsend. „Oder Casting-Direktorin. Oder einfach die, die dafür sorgt, dass immer genug frische, neugierige Mädchen hier vorbeikommen.“ Sie zuckte mit den Schultern. „Wenn es dir recht ist.“

Liv wandte den Blick ab, sah wieder zu Bernd. Er hatte Maja jetzt auf die Seite gedreht, nahm sie von hinten, eine Hand in ihr Haar geflochten. Majas Schreie waren lauter geworden, ungehemmter.

„Es ist mir nicht nur recht“, sagte Liv leise. „Es ist notwendig. Ein Ökosystem braucht Vielfalt. Und Nachschub.“

Ebba strahlte. „Perfekt. Dann bin ich ab jetzt offiziell deine… was? Komplizin? Zuhälterin?“

„Beobachterin“, sagte Liv. „Wie wir alle.“

In diesem Moment schrie Maja auf, ein langer, hoher Ton, der in einem keuchenden Stöhnen endete. Ihr Körper bäumte sich auf, zuckte, dann sackte sie erschöpft auf die Matratze. Bernd hielt noch einen Moment inne, dann zog er sich zurück, stand auf und ging zum Nachttisch, um das Kondom zu entsorgen.

Sein Blick traf Livs. Ein stiller Austausch, der alles sagte: Gut gemacht? – Wie immer.

Maja lag auf dem Bett, völlig erschöpft, ein seliges Lächeln auf den Lippen. Ihre Augen waren geschlossen, ihr Atem ging schwer. Sie hatte nichts mitbekommen von den Gesprächen an der Tür, von Astrids Demütigung, von Ebbas neuem Pakt. Sie hatte nur den Sex genossen, den besten ihres Lebens, und das war alles, was zählte.

Ebba klatschte in die Hände. „Großartig. Ich geh mir noch einen Kaffee holen. Soll ich für euch auch welchen mitbringen?“

Liv nickte knapp. „Schwarz. Stark.“

Ebba verschwand in Richtung Küche, ihr Morgenmantel flatterten hinter ihr her.

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