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Chapter 47
by
Redboom
Wie geht es mit Ellie und Leon weiter?
Leon geht wieder zur Schule.
Jessica war inzwischen zu einer Verwandten ausgezogen. Nur noch Ellie und Leon lebten in ihrer kleinen Wohngemeinschaft.
Leon wollte unbedingt seinen Schulabschluss nachholen. Es fühlte sich wie der erste Schritt in ein neues Leben an, doch zugleich lastete eine schwere Unsicherheit auf seinen Schultern. Heute war sein erster Schultag an einer neuen Schule – ein Ort voller fremder Menschen, die ihn nicht kannten, die nichts über ihn wussten. Ein Ort, an dem er vielleicht einfach nur „Leon“ sein konnte.
Er stand im Badezimmer vor dem Spiegel und betrachtete sein Spiegelbild. Seine Haare waren kurz geschnitten, akkurat gestylt, so maskulin wie möglich. Er hatte sich eine schlichte Jeans angezogen, ein weites T-Shirt und eine dunkle Jacke darüber. Seine kleinen Brüste hatte er mit Klebeband abgeklebt, um seine Silhouette flacher erscheinen zu lassen. Die Enge des Bandes schnürte ihm leicht die Luft ab, aber das war ein kleiner Preis für das Gefühl, sich weniger fremd in seinem eigenen Körper zu fühlen.
Doch dann wanderte sein Blick zu seinem Gesicht – und sein Herz sank.
Es war immer noch da. Das verdammte Make-up.
Kein normales Make-up, das man einfach abwischen konnte. Nein, es war in seine Haut geätzt, unauslöschlich, für Jahre. Seine Augen waren umrahmt von dunklem Lidstrich, als hätte er sich sorgfältig geschminkt. Ein Hauch von Lidschatten lag über seinen Lidern, weich verblendet, als wäre er direkt einem Beauty-Magazin entsprungen. Seine Lippen – voll, geschwungen, leicht rötlich – wirkten, als hätte er sie gerade mit Lippenstift nachgezogen.
Er schluckte hart.
Das war nicht sein Gesicht.
Es war eine Fremde, die ihm aus dem Spiegel entgegenblickte. Eine, den er verabscheute.
Seine Finger krallten sich um den Rand des Waschbeckens. Er **** sich, die Gedanken beiseitezuschieben. Daran konnte er nichts ändern, die sensiblen Bereichen von Brauen, Lidern und Lippen ließen sich nicht mit Lasern behandeln. Vielleicht in drei oder vier Jahren, vielleicht auch erst in fünf. Bis dahin musste er damit leben.
Seufzend wandte er sich leicht zur Seite und musterte seine eigene Silhouette. Sein Blick blieb an seinen Hüften hängen. Waren sie breiter geworden? Oder bildete er es sich nur ein? Sein Po füllte die Jeans mehr aus, als er erwartet hatte – ein weiterer unerwünschter Beweis für das, was die Hormone mit ihm angerichtet hatten.
Er atmete tief durch. Er durfte jetzt nicht daran denken.
Sein Blick wanderte zu seiner Zimmertür, dann über den Flur hinüber zu Ellies Zimmer. Die Tür stand leicht offen, doch das Bett war leer. Natürlich war sie nicht da. Sie war wieder nicht nach Hause gekommen.
Vermutlich hatte sie die Nacht bei einem ihrer Liebhaber verbracht. Es war nicht das erste Mal. Er hatte aufgehört zu zählen, wie oft er am Morgen aufgewacht war und die Wohnung verlassen vorgefunden hatte. Ellie kam und ging, wie sie wollte, lebte ihr eigenes Leben – während er versuchte, sein eigenes wieder in den Griff zu bekommen.
Ein Gefühl der Einsamkeit breitete sich in seiner Brust aus, warm und unangenehm.
Aber er hatte keine Zeit für diese Gedanken.
Er griff nach seiner Schultasche und schulterte sie, warf einen letzten Blick in den Spiegel – auf das Gesicht, das nicht seins war – und verließ das Haus.
Draußen wehte ihm die kühle Morgenluft entgegen, und für einen Moment schloss er die Augen, ließ den Wind über seine Haut streichen.
Neuanfang.
Ob das überhaupt möglich war?
Wie geht es weiter?
Die Mädchenschule für Jungen
In dieser Schule werden Jungen zu Mädchen ausgebildet.
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