What's next?
Kurze Leine, kalter Kopf
„Räum das weg. Gründlich.“
Ihre kühle Stimme schnitt durch den dichten Nebel in meinem Kopf. Loona war bereits aufgestanden, strich ihren Faltenrock glatt und trat einen Schritt zurück, weg von der Stelle auf dem Teppich und dem hellen Holz des Bettrahmens, die noch verräterisch glänzte. Sie warf mir eine Packung Feuchttücher vor die Knie.
Mein Körper fühlte sich an wie Blei. Die zittrigen Nachwehen der gewaltigen Entladung klangen langsam ab, und mit jeder Sekunde, die verstrich, kroch die Realität mit frostiger Klarheit zurück. Die Ekstase, für die ich vor wenigen Augenblicken noch auf Knien gewinselt und sie „Herrin“ genannt hatte, war verpufft. Was blieb, war die ernüchternde, schneidende Scham.
Ich riss ein Tuch aus der Packung. Auf allen vieren kroch ich über den weichen Teppich und begann, meine eigene Lust vom Bettgestell zu wischen. Jeder Zug brannte auf meiner Seele. Warum hatte ich mich so leicht brechen lassen? Ein paar Berührungen, ein wenig Reibung, und mein mühsam aufrechterhaltener Stolz war in sich zusammengefallen wie ein Kartenhaus.
*Du erbärmlicher Idiot*, hämmerte es in meinen Schläfen. Eine Welle aus purem Selbstekel stieg in mir hoch, vermischt mit einer ohnmächtigen, giftigen Wut. Meine Hände spannten sich an, die Fingerknöchel traten weiß hervor, während ich über das lackierte Holz schrubbte. Der Trotz meldete sich zurück, heiß und gallig. Ich wollte aufspringen, meine Sachen packen, die Tür eintreten, ihr ins Gesicht schreien, dass sie keine Herrin über mich war, dass dieses ganze kranke Spiel hier und jetzt endete. Ich war kein Tier. Ich war ein verdammter Mensch mit eigenem Willen. Aber während diese rebellischen Gedanken durch mein Gehirn rasten, blieb mein Körper regungslos am Boden, die Finger brav mit dem Tuch beschäftigt. Die Diskrepanz zwischen dem, was ich denken wollte, und meiner jämmerlichen, tatsächlichen Unterwürfigkeit zerriss mich förmlich.
„Ich sehe genau, wie es in deinem Schädel rattert, John.“
Ich erstarrte in der Bewegung.
Loona stand an der Wand, die Arme vor der Brust verschränkt, und sah auf mich hinab. Ihre Mundwinkel zuckten amüsiert, aber in ihren Augen lag dieser messerscharfe Blick, der jede meiner Regungen las, noch bevor ich sie zu Ende denken konnte.
„Die berühmte Post-Nut Clarity“, murmelte sie gelassen und trat langsam an mich heran, bis die Spitzen ihrer Overknee-Strümpfe direkt vor meinen aufgestützten Händen standen. „Kaum ist der Druck aus dem Schwanz gewichen, bildet sich der kleine Rebell ein, er hätte plötzlich wieder die Kontrolle. Du denkst gerade darüber nach, wie du aus der Nummer rauskommst, nicht wahr?“
Ich biss mir auf die Lippen, starrte auf den Boden und schwieg. Mein Herz raste, ertappt und verunsichert zugleich.
„Steh auf“, befahl sie ruhig.
Ich erhob mich mühsam. Meine Jeans hing noch immer locker um meine Beine, der offene Reißverschluss entblößte mein schlaff herunterhängendes Glied, das nach der tagelangen Folter gerötet und überempfindlich war.
Loona musterte mich für einen langen Moment. Das anfängliche, spöttische Grinsen glättete sich etwas. Sie trat einen Schritt näher, hob die Hand und strich mir mit den Fingerspitzen fast sanft über die Wange – nicht als Demütigung, sondern mit einer überraschend ruhigen, warmen Selbstverständlichkeit.
Und genau diese Berührung war das Schlimmste. Mein Verstand schrie mich an, zurückzuweichen, ihren Arm wegzuschlagen. Doch mein Verräter von einem Körper entspannte sich unwillkürlich unter ihren Fingern. Es war eine perfide Erleichterung darin, mich fallen zu lassen, die Verantwortung abzugeben. Dieser brennende Zwiespalt – sie gleichzeitig für ihre Macht zu hassen und sich nach ihrer Bestätigung zu sehnen – machte mich krank vor Scham.
„Glaub ja nicht, dass ich dich zerstören will“, sagte sie leise. Ihre Stimme hatte die schneidende Schärfe verloren, klang aber nicht weniger unerbittlich. „Ich weiß genau, was nächste Woche ansteht. Deine Mathe-Klausur. Und Julian hat dich vorhin nicht ohne Grund aufgehalten – ihr wolltet am Wochenende zocken, richtig?“
Ich blinzelte überrascht, unfähig zu verbergen, wie sehr mich dieser Einblick traf.
„Ein nutzloses Wrack, das durchs Abi rasselt und seine Freunde verliert, bringt mir überhaupt nichts“, fuhr sie fort und sah mir tief in die Augen. „Ich will, dass du funktionierst, John. Diszipliniert, erfolgreich und vorzeigbar für die Außenwelt – während du hier drin ganz genau weißt, wer die Zügel hält. Du bekommst deine Freiräume. Du wirst lernen, und wenn deine Leistung stimmt, darfst du dich morgen Nachmittag auch mit Julian treffen. Ich mag dich schließlich, mein Guter. Gerade deshalb forme ich dich.“
Ihr Daumen strich über meine Unterlippe, dann glitt ihre Hand langsam hinab.
„Aber die Leine bleibt straff. Vor allem jetzt, wo dein Kopf meint, freidrehen zu müssen.“
Sie wandte sich um, griff nach dem Nachttisch und nahm den schwarzen Harzkäfig in die Hand. Das kleine Messingschloss klickte leise zwischen ihren lackierten Fingern.
„Ab ins Badezimmer. Wasch dich gründlich. Du hast drei Minuten. Und lass die Tür auf.“
Im Badezimmer stützte ich mich mit beiden Händen auf das Waschbecken und starrte in den Spiegel. Mein eigenes Spiegelbild wirkte fremd. Da war ein Junge mit geröteten Wangen, tiefen Augenringen und einer offenen Hose – getrieben von Trieben, die ihn Stück für Stück seine Autonomie kosteten. Ich wusch mich hastig mit kaltem Wasser, doch das brennende Gefühl auf meiner Haut und das giftige Ziehen in meiner Brust ließen sich nicht abwaschen. Ich hasste es. Und doch wusste ich, dass ich gleich wieder vor ihr knien würde.
Fünf Minuten später stand ich wieder vor ihr im gedämpften Licht ihres Zimmers. Mein Herz schlug schwer gegen die Rippen, während Loona vor mir niederkniete. Ihre kühlen Finger setzten den Haltering wieder an der empfindlichen Basis an. Das kalte Gehäuse glitt über das schlaffe Fleisch, umschloss es millimetergenau, bis die Spitze an den Lüftungsschlitzen anstieß.
Jede Faser meines Körpers schrie stumm danach, die Beine zusammenzupressen, sie wegzustoßen, die Kontrolle zurückzuholen. Doch ich rührte mich nicht. Ich stand starr wie eine Statue da und ließ es geschehen.
Mit einer geübten Bewegung schob sie den Bolzen durch die Ösen, setzte das Schloss an und drückte den Bügel nach unten.
*Klick.*
Das Geräusch hallte wie ein finaler Hammerschlag durch meinen Brustkorb. Die Enge war sofort wieder da, vertraut, erstickend und unbarmherzig. Das Metall versiegelte nicht nur meinen Körper – es fühlte sich an, als würde es mit jedem Einrasten auch einen weiteren Teil meiner eigenen Entscheidungsfreiheit für immer wegschließen. Die kurze Illusion von Freiheit war vorbei.
Loona richtete sich auf, strich mir ein letztes Mal durchs Haar und drehte sich zu ihrem Schreibtisch um, auf dem ihr Laptop stand.
„Hose zu, John“, sagte sie mit einem Tonfall, der keinen Widerspruch duldete. „Und dann setz dich zu mir. Es wird Zeit, dass wir uns Emmas kleines Meisterwerk ansehen.“
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