Was macht er dann mit Lisa?
Kontrolle
Die Tage nach dem positiven Schwangerschaftstest sind von einer seltsamen Mischung aus Routine und Anspannung geprägt. Jan behält seine gewohnte Intensität bei, seine Besamungen werden zu einem täglichen Ritual, das ich mit einer Mischung aus Resignation und einer wachsenden, fast widerwilligen Akzeptanz über mich ergehen lasse. Sein Blick, wenn er meinen Bauch streichelt, ist kein Ausdruck von Zärtlichkeit, sondern von Besitzanspruch. „Die Fabrik läuft auf Hochtouren“, wiederholt er immer wieder, und jedes Mal schaudert es mich.
Ich fühle mich weniger wie eine Frau, die ein Kind erwartet, und mehr wie ein Werkzeug, das seinem Zweck dient. Die Übelkeit setzt ein, zunächst subtil, dann immer stärker. Ich schiebe es auf Stress, auf die ungewohnte Situation, doch tief in mir weiß ich, dass es die unaufhaltsame Wahrheit meines Körpers ist, die sich bemerkbar macht.
Jan scheint meine wachsende Unruhe zu bemerken, doch er reagiert nicht mit Mitgefühl, sondern mit einer noch größeren Dominanz. Er beginnt, meine Ernährung zu kontrollieren, achtet penibel darauf, dass ich alles zu mir nehme, was seiner Meinung nach für die „Produktion“ notwendig ist. Es ist ein erdrückendes Gefühl der Kontrolle, das mich langsam zu ersticken droht.
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