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Chapter 24
by
Papas_Liebling
What's next?
Klartext
Jenkins ließ sich wieder zurück in seinen Sessel sinken, als hätte er beschlossen, dass Eile unangebracht war. In seinem Blick lag ein vages Interesse, nicht mehr. Marie überlegte, ob er von ihrem Angebot wirklich so unberührt bleiben konnte, oder ob er nur ein sprichwörtliches Pokerface zeigte, um seine Gewinnchancen zu verbessern.
Sie setzte sich wieder aufrecht und verschränkte die Hände im Schoß. Es gab keinen Grund, weshalb sie ihren wertvollsten Verhandlungsposten leichtfertig anbieten sollte.
„Ich möchte, dass in dem Vertrag ausdrücklich und unzweideutig klargestellt wird, dass ich ein vollwertiges Mitglied der EU-Delegation bin.“ Sie verkniff sich den Zusatz „gleichberechtigt“.
Ihr Verhandlungspartner ging nicht direkt auf ihre Forderung ein. Stattdessen tippte er auf dem in seinen Schreibtisch eingelassenen Bildschirm und betrachtete die dort dargestellten Daten.
„Sie sind eine interessante Variable, Miss Lehnert“, sagte er. „In unserer Formel so nicht vorgesehen, aber… wirklich interessant.“
Marie kniff die Augen zusammen und wartete ab, dass er erklärte, was er damit meinte.
„In diesen Verhandlungen geht es vordergründig um Zugang zu Märkten, Rohstoffen, Technologie. Dahinter, unsichtbar, aber immer unausgesprochen mitverhandelt, geht es um die Anerkennung unserer Gesellschaftsform durch die EU.“
Sie hob trotzig den Kopf. „Reden Sie doch Klartext: Sie wollen weiterhin ungestört ihre Frauen unterdrücken können.“
„Ich meine: Unsere stabile politische und soziale Ordnung darf nicht gefährdet werden.“
„Sie wissen, dass ich diese Ordnung nicht gutheiße.“
Jenkins lächelte schwach. „Das ist unerheblich. Wichtig ist, ob Sie bereit wären, sie zu akzeptieren.“
Marie schaute ihm direkt in die Augen. „Akzeptieren heißt hier, mich dieser Ordnung zu unterwerfen, solange ich mich in den USA aufhalte. Verstehe ich Sie da richtig?“
Er machte eine kleine Pause. Sein Lächeln wurde breiter. „Nur als Symbol. Europa muss erkennen, dass selbst Sie als gebildete, selbstbewusste, in Ihrem politischen System aufgewachsene Frau unsere Ordnung einhalten können.“
Ihr Atem ging flacher. Sie spürte, wie ihr Herz bis zum Hals schlug. „Was schlagen Sie konkret vor? Dass ich mich von jedem Mann begrapschen, missbrauchen und **** lasse?“
„Aber nicht doch. Das sind harte Worte“, korrigierte er sie. „Ich erörtere nur eine Möglichkeit. Eine Option, die den Verhandlungen erheblich helfen würde.“
Sie lachte kurz auf. „Sie glauben ernsthaft, dass die USA und Europa bessere Handelsbedingungen vereinbaren können, wenn ich meine Rechte aufgebe?“
Stille.
Marie sah auf ihre Hände. Sie dachte an ihre Überzeugungen, an ihre Ausbildung, an alles, was sie in ihrem bisherigen Leben für selbstverständlich gehalten hatte.
„Und wenn ich ablehne?“, fragte sie schließlich.
Jenkins’ Stimme blieb ruhig. „Dann reisen Sie ab. Umgehend. Die Gespräche gehen weiter. Zwar zäher, kühler, aber Mr. Moreau und ich sind uns einig, dass ein Scheitern nicht infrage kommen kann.“ Und mit einem drohenden Unterton schob er nach: „Sie waren dann nicht mehr als eine Fußnote in den Protokollen, die in Kürze vergessen ist, wenn überhaupt irgendjemand sie wahrnimmt.“
Er stand auf. Das Gespräch war für ihn offensichtlich beendet.
Marie musste handeln. Sofort. Keine Zeit, die Chancen und Risiken durchzurechnen. Sie musste unbedingt eine Möglichkeit finden, im Land und Teil der Delegation zu bleiben, ohne sich aufzugeben.
„Warten Sie. Vielleicht gibt es einen Mittelweg? Einen Kompromiss, der mir erlaubt, hier zu bleiben und für Sie… nicht unerhebliche Vorteile bietet. Ganz persönlich.“ Sie lächelte vielsagend.
Jenkins hob eine Augenbraue.
„Ach? Was bieten Sie mir an?“
What's next?
Amerika 2075
Eine dystopische Zukunft ... oder doch nicht?
**Diese Geschichte ist reine Fantasie und hat keinen Bezug zur Realität und stellt keinen Kommentar zu tatsächlichen Ereignissen oder Personen dar.** - Die USA haben gewählt und einen Präsidenten an die Macht gebracht, der das Land Zug um Zug in eine frauenfeindliche Diktatur umwandelte. Internationale Handelsbeziehungen wurden gekappt, die Grenzen abgeschottet. Fünfzig Jahre in unserer Zukunft lässt das Regime einige Ausländer ins Land, um ein Handelsabkommen auszuhandeln. Was werden sie vorfinden? Werden sie Amerika verändern oder wird Amerika sie verändern?
Updated on Jun 12, 2026
by Papas_Liebling
Created on Dec 29, 2025
by Papas_Liebling
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