Zelten mit Georg

Zelten mit Georg

Eigentlich war sie die Aufsichtsperson

Chapter 1 by Daemony Daemony

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Deutscher Geschichtenwettbewerb?

Hier im Forum: Story Contest
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Beim diesjährigen CHYOA-Geschichtenwettbewerb haben zwei Nutzer Kapitel auf Deutsch eingereicht.
Der Wettbewerb war für englische Beiträge gedacht, daher war es für die Juroren schwierig, die Beiträge fair zu bewerten.
Gleichzeitig könnten viele Leser den Inhalt nicht verstehen. Das könnte insbesondere dann ein Problem sein, wenn diese Beiträge einen der vorderen Plätze erreichen.

Wer Interesse an einem neuen Wettbewerb mit deutschen Geschichten hat, am besten eine Antwort ins Forum posten. Wem das zu aufwändig erscheint, kann auch einfach hier einen Kommentar hinterlassen. Zunächst geht es darum festzustellen, wie viele Leute mitmachen würden.

Wenn genügend Nutzer daran interessiert sind, an einem kleineren Story-Wettbewerb für deutsche Geschichten teilzunehmen und diesen zu organisieren, könnten wir einen solchen Wettbewerb auf die Beine stellen.

Vorwort

Was habe ich im Sinn?

Zwei Menschen, die in ihrem Alltag klare Rollen und Verantwortung als Erwachsene haben. Diese Rollen und Verantwortung nehmen sie mit in ein Zeltlager, was ihnen plötzlich neuen Kontext gibt. Der Untergrund, auf dem sie sich bewegen, wird uneben und schwammig, so geraten sie ins Stolpern.

Dazu die Prämisse „Was im Camp passiert, bleibt im Camp“. Sie bietet die Chance auf eine aufgeladene, grenzüberschreitende Begegnung. Man kann selbstverständlich gewordene Hemmungen abstreifen und lange verleugnete Sehnsüchte an die Oberfläche schwimmen lassen, ohne dass sich daraus ein langwieriges Drama entwickeln muss. Das sollte den Figuren – und den Lesern – die Freiheit schenken, Spannung, Schuldgefühle, Lust und Macht zu erforschen, ohne dass es zwangsläufig zu schweren Konsequenzen führen muss.

Und dennoch ist man nicht allein und völlig ungestört. Andere Personen sind in der Nähe, die Einfluss auf die Dynamik haben können.


Das Feuer knisterte leise und zischte sanft, wenn frische Kiefernnadeln in der Glut knallten. Rauch stieg in trägen Schwaden auf und verschwand im nachtschwarzen Himmel. Über uns funkelten die Sterne wie Eiskristalle auf Samt. Der See – das Ufer gleich hinter der letzten Zeltreihe – war glatt wie ein Spiegel, in dem sich das Mondlicht in langen, silbernen Streifen fing.

Im Kreis um das Lagerfeuer tönte vereinzelt Gelächter. Jemand hatte einen Witz erzählt. Vermutlich einen unanständigen, aber sie hatte ihn nicht verstanden. Egal, sie war ja auch nur die Aufsichtsperson für diese ausgelassene Bande junger Leute, die im letzten Schuljahr an dem traditionellen Zeltlager teilnahmen. Eigentlich waren alle Teilnehmer volljährig und es hätte rechtlich keine Aufsicht gebraucht. Aber nach einem 'unerfreulichen Vorfall' im letzten Jahr - es gab Gerüchte, aber offiziell wurden keine Einzelheiten genannt wegen Datenschutz - hatte die Schulleitung beschlossen, dass die Veranstaltung nur stattfinden durfte, wenn mindestens zwei reifere Aufsichtspersonen, eine männlich und eine weiblich dabei waren.

Auf der anderen Seite des Feuers zupfte einer der Jungen mit jugendlichem Übermut auf einer leicht verstimmten Gitarre. Es spielte keine Rolle, welchen Song. Es ging um das Ritual des Sommercamps – laue Nächte, Lagerfeuer, beißender Rauch, glitzernde Sterne, Gitarrengeklimper und ****. Viel ****.

Carola zog die Knie an die Brust und schlang die Arme um ihre Schienbeine. Die raue Rinde des Baumstumpfs, gegen den gelehnt sie auf dem Boden saß, kratzte durch ihr dünnes Top ihren Rücken. Aber sie rückte nicht ab. Stattdessen beobachtete sie die Flammen und ließ sich von ihrer wohligen Wärme umhüllen. Der Wein – einer dieser großen Kartons vom Discounter, den einer der Jungs mitgebracht hatte – war fast leer. Schon wieder? Das war doch nicht der erste Kanister gewesen, überlegte sie, konnte sich aber nicht mehr genau erinnern. Sie kippte den Rest aus ihrem Pappbecher in sich hinein und schluckte ihn runter. Billig und süß. Passend zu ihrer Stimmung.

Warum bin ich überhaupt hier?

Das war nicht ihre Welt. Camping war nie ihr Ding gewesen. Sie mochte heiße Duschen, Cappuccino zum Frühstück und saubere Bettwäsche – keine Mückenstiche und selbst gegrabene Plumpsklos. Aber sie hatte Ja gesagt. Das tat sie ja immer.

Weil Georg sie gefragt hatte.

Sie kannte ihn vorher nicht einmal besonders gut. Ein paar Treffen im Gesamtelternbeirat und an den Elternsprechtagen. Die gelegentliche höfliche Unterhaltung, wenn man sich zufällig im Treppenhaus der Schule traf. Aber als er anrief und sagte, das Camp sei in Gefahr, dass es dieses Jahr zusätzlich zu ihm eine weibliche Aufsichtsperson geben müsse, sonst würde es zum ersten Mal seit Jahrzehnten ausfallen. Und als er gefragt wurde, wer dafür in Frage käme, hatte er mich vorgeschlagen ...

Nun ja.

Wie sagt man Nein in solch einer Lage?

Man hätte es tun können. Aber man tat es nicht. Sie hatte es jedenfalls nicht getan.

Weil sie den jungen Leuten den Spaß nicht verderben wollte. Dabei waren nicht einmal ihre eigenen **** dabei, die drei waren zu ****, erst in unteren Klassen.

Und teilweise, weil es ihr gefallen hatte, wie er ihren Namen am Telefon aussprach. Leise und vorsichtig, als könnte er sie sonst verletzen. Weil sie etwas in seiner Stimme hörte – eine Spannung, die sie nicht zu deuten wusste. Ein unterschwelliges Grollen, das ihr eine Gänsehaut über den Rücken jagte. Wobei, eigentlich hatte sie schon einen Verdacht, was es bedeuten könnte. Aber nicht bei ihm. Nicht bei einem Priester.

Also hatte sie Ja gesagt.

Carola grub ihre Zehen in das trockene Gras. Der Wein wärmte sie von innen. Das Feuer wärmte sie von außen noch mehr. Sie blickte über den Kreis hinweg zu Georg, der ein paar Schritte von der Gruppe entfernt stand und herüber sah. Halb im Schatten, das Lagerfeuer erreichte ihn nicht. Er war einfach gekleidet – schwarzes T-Shirt, khakifarbene Shorts, nackte Waden mit Schmutzflecken, Trekkingsandalen. Kein Kragen. Keine Robe. Kein Priester. Nur ein ganz gewöhnlicher Mann. Er sah athletischer aus, als sie erwartet hatte. Muskulöse Arme, drahtige Beine.

Er fing ihren Blick auf.

Carola brach den Blick zuerst ab. Verwirrt. Was war da eben zwischen ihnen beiden vorgegangen? Sie lachte – zu laut, zu spät – über eine lustige Bemerkung, die jemand neben ihr gemacht hatte. Ihre Wangen glühten und das lag nicht nur am Feuer.

What's next?

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