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Chapter 4 by Aiman_Folder

Flucht oder Kampf?

Flucht

Eine Flucht war einem Kampf allemal vorzuziehen. Nina wandte sich um und stürmte davon. Einer der Männer versuchte noch sie festzuhalten, doch streifte er nur noch ihre Schulter. Die beiden Männer waren kräftig und Ninas Erfahrung sagte ihr, dass Kraftprotze eine eher geringe Ausdauer hatten. Diesmal irrte sich Nina jedoch, da die Männer sie verfolgten und sogar aufholten. Dafür war Nina aber weniger und agiler. Mehrmals schlug sie Haken, während sie immer wieder über Wurzeln und Bäche sprang. Es dauerte viel länger als erwartet, bis die Männer aufgaben. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie bereits Volkommen ihre Orientierung verloren. Sie war nackt, hatte sich verlaufen und wurde gejagt. Ihre Dienstwaffe lag zusammen mit ihrem Handy in ihrer Tasche und dazwischen standen die unbekannten Angreifer. Selbst wenn Nina sich dazu entschieden hätte zurück zu gehen, hätte sie nicht mehr gewusst wo das war. Also entschied sie sich einfach dazu immer weiter in dieselbe Richtung zu gehen. Der Wald war zwar groß, aber nicht riesig. Auf der einen Seite lag die Vorstadt, an zwei Seiten verlief die Autobahn und der letzten Seite lagen einige Dörfer. Außerdem war der Wald bei Wanderern und Campern beliebt. Dazu kamen noch ein paar Hochstände und Hütten. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis sie in die Zivilisation zurückkehren würde. Das schlimmste was ihr passieren konnte, war die Nacht im Wald zu verbringen. Und als Landkind war das nichts Unbekanntes für sie. Sie wusste welche Beeren essbar waren und einen sauberen Bach zu finden war in der Gegend auch nicht schwer. Nina machte sich eher sorgen um ihr Aussehen oder besser gesagt um dessen Wirkung. Ein Mann zu sein war in dieser Situation schlimmer, da man mit Sicherheit alle Frauen verscheuchte, noch bevor man sich erklären konnte. Aber als Frau war es auch nicht angenehm. Nach zwei Stunden, in denen Nina durch den Wald lief, traf sie endlich auf einen Waldweg. Nach einer weiteren Stunde kam sie zu einer Kreuzung. Inzwischen wurde es langsam dunkel und ihr Magen begann zu knurren. Ein Wegweiser zeigte ihr drei mögliche Richtungen. Der Weg nach links führte zu einem 3,7km entfernten Rastplatz, der vor allem für seine Wohnwägen mit Herzen bekannt war. Der Weg gerade aus führte ins 5,2 km entfernte Stutpein, einem Dorf in den die Polizei häufig streifen fuhr. Und der Weg nach rechts führte zum 1,4 km entfernten Indianerdorf, das in den Ferien von Jugendlichen benutzt wurde, außerhalb der Ferien aber als Treffpunkt zum saufen diente. Das Indianerdorf war am nächsten, jedoch waren derzeit keine Ferien, weshalb sich größtenteils betrunkene Männer dort aufhalten würden. Am Rastplatz gab es Frauen, die Nina Kleidung borgen konnten, eine Telefonzelle und genug Mitfahrgelegenheiten. Jedoch bestand das dortige Milieu aus eher zwielichtigen Gestalten. Und in Stutpein fuhr die Polizei so häufig Streifen, weil dort vor einigen Jahren mehrere Frauen verschwanden.

Wohin wendet sich Nina?

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