Haben Connor und Asha denn den Verstand verloren?!
Es sieht so aus
Alex riss erschrocken die Augen auf. "Die werden doch nicht wirklich da-"
"Allem Anschein nach doch", gab Tom zurück, "und das heißt, wir müssen sie schnellstmöglich zurückholen. Los, zieht euch an, ihr zwei; wir fahren sofort los!"
"Ähm-" Diana schluckte. "A-Alex und ich sind gerade erst g-ge- Wir können un- unsere Kräfte noch n-"
Tom schüttelte den Kopf. "Ist auch nicht wichtig. Wir wollen da nicht draufhauen, wir wollen Connor und Asha einfach nur da rausholen. Ohne viel Aufsehen. Und jetzt fix, Badesachen an und dann runter zu den Autos! Ich warte auf euch!"
Mit diesen Worten war er auch schon verschwunden, und Diana sah zu Alex. "M-Meinst du, es wird g-gefährlich? Wenn Connor und Asha jetzt nicht g-gehen wollen..."
"Tja", seufzte Alex, "ich hoffe, Tom hat für den Fall einen Plan."
Fünf Minuten später saßen alle drei im Kompaktwagen und fuhren los, mit Tom am Steuer. Alex trug seine Badeshorts, Diana nur einen Badeanzug, aber zum Glück war das Wetter gut genug, dass sie damit kein übermäßiges Aufsehen erregen würden. Alex musste wieder einmal Toms Ruhe und Professionalität bewundern, der es trotz der Situation schaffte, perfekt im Tempolimit zu bleiben.
Zum Glück war der Weg ja nicht allzu lange, und nach guten zehn Minuten bogen auch sie auf den gut gefüllten Parkplatz des Schwimmbads ein und sahen schnellm dass ihr fehlendes Auto tatsächlich dort stand. Es war wohl ein mittelgroßes Spaßbad; die größte Attraktion laut Aushang draußen war eine Riesenrutsche, ansonsten gab es verschiedene Becken für Sportschwimmer, für Kinder, eins für einfach nur Badespaß, in dem regelmäßig ein großer Schaumteppich im Wasser ausgebreitet wurde sowie ein Wellenbecken mit Salzwasser für das "Meererlebnis".
"Wir teilen uns drinnen auf", sagte Tom, als sie ausstiegen, "und sobald jemand unsere Ausreißer sieht, informiert er die anderen per Handy. Erst, wenn alle Bescheid wissen, die beiden konfrontieren. Und ruhig bleiben - versucht sie, davon zu überzeugen, dass sie so schnell wie möglich hier verschwinden. Wichtig ist, dass sie nicht in die Autos steigen, sondern zu Fuß raus aus dem Ort gehen, dann können wir sie später außer Kamerasichtweite mitnehmen. Alles klar?"
"Wird schon schiefgehen", seufzte Alex. "Ne Idee, was wir machen, wenn sie sich weigern?"
Tom presste die Lippen zusammen. "Lass das meine Sorge sein", sagte er dann. "Ich denke nicht, dass es dazu kommt, und wenn doch, kenn ich ein paar Techniken zur Überzeugung. Und jetzt los!"
Er ging vor in Richtung Eingang, und Alex und Diana folgten ihm in etwas Abstand. Sie zahlten den Eintritt und liefen zu den Umkleiden, wo die beiden allerdings nicht viel mehr als ihre Schuhe einschließen mussten. Ein kurzer Abstecher unter die Duschen, und dann ging es auch schon hinaus zu den gut besuchten Becken, wo Musik und fröhliches Geschrei sie erwarteten. Tom konnten sie auch gleich erspähen; er hatte sich auf den Weg nach rechts gemacht, wo das Sportschwimmer- und das Kinderbecken waren.
"Ich geh da hinten rüber", rief Alex Diana zu und deutete den anderen beiden Becken. "Schau du mal auf der Liegewiese, ob du BM und Surabhi dort findest." Einen Moment lang war er sich unsicher, ob ihre Codenamen hier tatsächlich angesagt waren, aber sie waren außerhalb der Villa, wahrscheinlich war es keine schlechte Idee.
"A-Alles klar." Diana nickte und machte sich auf den Weg, ihr Handy fest umklammert, und auch Alex lief los. Die meisten Leute waren in den Becken, er musste sich also glücklicherweise nicht durch irgendwelche Menschenmassen schieben, und wenn irgendwie bereits ein Alarm wegen Asha ausgelöst worden war, so gab es dafür noch keine Anzeichen. Klar waren ein paar Leute Aufsichtspersonal zu sehen, die alles im Blick hatten, aber die kamen ihm jetzt nicht wirklich wie das Zarathustra-Einsatzkommando oder auch nur Polizeikräfte vor. Nichts schien die fröhliche Stimmung hier im Schwimmbad zu trüben, alles wirkte ganz normal...
Wenn man nicht wusste, wonach man suchen musste, und Alex hatte eine ganz gute Idee, wonach er Ausschau zu halten hatte. Wenn Connor hier war, dann sicherlich nicht, um Bahnen zu schwimmen, sondern um sich hier sexuell auszuleben, vielleicht um ganz bewusst den Nervenkitzel zu suchen. Wie er Asha dazu überredet hatte, war ihm zwar schleierhaft, denn sie war ihm eigentlich immer ganz vernünftig vorgekommen, aber vielleicht hatte er sie auch falsch eingeschätzt? Malia hatte ja mal erwähnt, sie wäre nicht mehr die gleiche Person, die sie früher gekannt hatte, und wenn sie auf eine von Connors vielleicht ganz geilen Ideen eingegangen war...
Auf jeden Fall wusste Alex, dass er nicht im tiefen Wasser zu suchen hatte, eher in den flachen Bereichen, wo man stehen konnte, oder am Beckenrand, wenn sie nicht tatsächlich auf die Liegewiese gegangen waren - aber da würde Diana sie ja hoffentlich finden. Das machte die Suche etwas einfacher, und noch einfacher wurde es, als er das Wellenbecken sah, in dem aktuell nicht viel Betrieb war - Connor und Asha waren definitiv nicht unter den Badenden. Das hieß, dass Alex sich auf das Spaßbecken konzentrieren konnte. Damit wurde es allerdings auch komplizierter, denn offensichtlich war im Moment in diesem Becken gerade wieder einmal Schaumparty angesagt: eine dicke weiße Schicht aus Seifenblasen bedeckte die gesamte Wasserfläche und das Treiben dort, so dass man nur schemenhaft die Badenden sah. Das fröhliche Geschrei wurde außerdem noch von lauter, basslastiger Musik unterlegt, die es schwer machte, in dem Chaos irgend eine einzelne Stimme zu identifizieren.
Konzentriert schritt Alex den Pool ab und hielt nach den beiden Ausreißern Ausschau. Es war wirklich nicht leicht, Details durch den Schaum zu erkennen, und ein paar Mal glaubte er, eine Ähnlichkeit gesehen zu haben, doch dann stellte sich doch heraus, dass dort ein anderes Pärchen eng umschlungen am Beckenrand kuschelte - das war hier bei dieser Partystimmung anscheinend nicht ungewöhnlich. Er wollte schon selbst ins Wasser steigen und sich dort auf die Suche begeben, aber da sah er etwas Rötliches durch den Schaum blitzen, und als er genauer hinsah, konnte das tatsächlich Connor sein, zusammen mit einer anderen Person, die ganz nahe bei ihm stand und vielleicht Asha war-
Und gerade, als er nähertrat, konnte er erkennen, wie die Person direkt am Beckenrand mit ihrem Kopf ganz nahe an die andere vor ihr heranging, sie anscheinend auf den Oberkörper küsste, einige Sekunden verharrte, sich dann wieder aufrichtete und schließlich die andere Gestalt eng an sich heranzog.
Es dauerte einen kurzen Augenblick, bis Alex verstand, was er gesehen hatte, und dann noch einen, bis er kapierte, was das bedeutete. Und als er es kapiert hatte, war er so entsetzt, dass er fast auf die beiden zugestürzt wäre, und erst im letzten Moment erinnerte er sich, was Tom ihnen aufgetragen hatte. Er zog mit zitternden Fingern das Handy aus der Tasche seiner Badeshorts, öffnete den Messenger und schickte eine Nachricht an ihn und Diana.
Hab sie. Schaumparty
SCHNELL!!!!
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