Kann das wirklich so einfach sein?

Es ist alles andere als einfach

Chapter 211 by Hentaitales Hentaitales

Viktor lächelte. "Gefällt euch der Codename? Ich fand ihn ganz passend, nachdem ich machen kann, was ich will, und es wirkt auf andere vollkommen normal."

Malia hob etwas unsicher die Hand. "Aber deine Kräfte halten doch nur ein paar Minuten lang an, nachdem du wieder weg bist. Wer immer dich gesehen hat, wird danach sofort Alarm auslösen."

"Und es wird sogar ein besonderer Alarm sein", bestätigte Pandora, "weil unsere Gegner inzwischen darauf vorbereitet sind, dass Viktor irgendwann mal wieder sein Gesicht zeigt. Die Reaktion besteht darin, dass ein Schwarm autonomer Drohnen auf seine Position losgelassen wird, mit dem einzigen Ziel, ihn zu stoppen. War nicht leicht, das rauszukriegen. Von dem Moment an, in dem der Alarm eingeht bis zu dem Moment, in dem die Drohnen ankommen, haben wir mindestens vier, maximal sechs Minuten Zeit. Oh, und natürlich steht direkt vor Ort noch ein Zarathustra-Einsatzkommando in Bereitschaft, um unsere Zielperson zu schützen. Die sind bestimmt sogar noch schneller da, werden allerdings nicht direkt Kontakt mit Viktor suchen. Die wissen, was er kann."

"Wie wollt ihr das dann hinkriegen?" wollte Diana wissen. "Wir wollen doch irgendwie unsere Zielperson in die Finger bekommen. Spätestens, wenn wir sie zurück in die Villa bringen wollen, werden die uns auf den Fersen sein."

Steffen nickte. "Ist alles richtig", bestätigte er. "Und trotzdem werden wir es hinbekommen. Pass auf..."


Zwei Tage später saß ein etwas gelangweilter Polizist spätabends vor einem großen Bildschirm und starrte auf das Bild von fünf Kameras, das dort zu sehen war. Seine Schicht hatte vor drei Stunden begonnen, und er hatte schon jetzt keine Lust mehr auf die noch verbleibenden drei Stunden. Wenn er wenigstens etwas Unterhaltsames zur Ablenkung hätte tun dürfen... Aber nein, es war sein Job, den Monitor im Auge zu behalten und alles zu melden, was dort geschah, selbst scheinbar unverdächtige Dinge wie Tiere oder Schatten. Ihre Gegner, das waren Zarathustras, und sie hatten gefährliche, unvorhersehbare Tricks drauf, die volle Aufmerksamkeit brauchten, wollte man nicht auf sie hereinfallen-

In diesem Moment sah er oben rechts auf seinem Monitor eine Bewegung, und der Abend schien doch noch interessant zu werden.

Er beugte sich etwas vor. Ja, da war in der Tat eine Person, die sich auf das Schutzgebiet zubewegte, und das allem Anschein nach auch nicht zufällig, sondern mit voller Absicht. Sie schritt direkt auf die Perimeterkamera 3 zu, zielsicher und mit festem Schritt, und der Polizist wollte schon seinen Kollegen vor Ort Bescheid geben, dass sie hier eine Überprüfung starten mussten- Aber nein, was dachte er sich denn da? Die Gestalt, die da zu sehen war, die gehörte doch hierher! Da hätte er sich ja ganz schön lächerlich gemacht, deswegen gleich Alarm zu schlagen! Das war- Wer war das noch mal genau? Er erinnerte sich nicht mehr richtig, aber ihm war klar, dass das nichts war, weswegen er sich hätte Gedanken machen müssen. Und auch als die Person einige Sekunden später direkt an der Kamera angekommen war, aus ihrem Mantel einen Teleskopschlagstock hervorzog und so lange auf das Gerät einschlug, bis das Bild abbrach, war das genau das, was er auch zu erwarten gehabt hatte. Nichts, was für seinen Job nicht völlig normal gewesen wäre. Mit einem enttäuschten Seufzer lehnte er sich in seinem Stuhl zurück und ergab sich erneut der Langeweile.

Bis ihm fünf Minuten später plötzlich bewusst wurde, was er da eben beobachtet hatte und geradezu panisch die höchste Alarmstufe auslöste.


Einen Kilometer weiter entfernt ging der Alarm in der mobilen Zentrale los, in der vier Mann vom Zarathustra-Einsatzkommando in Bereitschaft waren. Der Schichtleiter fluchte - er hatte im Gegensatz zu seinem Kollegen von der Polizei auf einen ruhigen Abend ohne Feindkontakt gehofft. Eilig aktivierte er das Kommunikationsmodul in seinem Fahrzeug und wollte sich rasch die neuesten taktischen Informationen über die Lage abrufen, als die Übersichtskarte des kleinen Örtchens plötzlich ausgeblendet wurde und statt dessen ein Warntext grellrot aufflammte:

"ACHTUNG - KI-Bilderkennung hat die Bedrohung VORBILD identifiziert! Keinen Sichtkontakt aufnehmen! Auf Bestätigung Drohnenschlag warten und in Bereitschaft halten!"

Der Einsatzleiter sah zu seinen Leuten, die gespannt auf Befehle warteten. "Cool bleiben, Jungs und Mädels", sagte er. "In ein paar Minuten rücken wir aus. Wenn wir Glück haben, ist dann schon alles vorbei. Und wenn wir großes Glück haben, kriegen wir außerdem noch ein paar Perverslinge vor die Läufe."

Die anderen grinsten. Vielleicht gab es nach dem letzten Zwischenfall gleich wieder etwas für sie zu tun.


Dreißig Sekunden später und vierzig Kilometer weiter entfernt startete von einer Abschussrampe eine kleine Trägerrakete vom Typ "Pelikan", in deren Bauch sich acht Rotodrohnen amerikanischer Bauart mit modernster Bilderkennungssoftware und jeweils einer Antipersonenrakete befanden. Die "Pelikan" beschleunigte binnen weniger Sekunden auf nahezu Schallgeschwindigkeit und steuerte zielsicher auf den Ort zu, von dem der Alarm bezüglich "Vorbild" ausgegangen war. Sie war ein selbstlenkendes System mit Satellitentelemetrie, das zum Besten gehörte, was das Militär für den Anti-Terror-Kampf aufzubieten hatte - nahezu vollkommen autonom, mit einer hervorragenden Verschlüsselung und sehr zuverlässig. Die Wartung war extrem aufwändig, aber hier hatte der Staat tatsächlich keine Kosten und Mühen gescheut: "Vorbild" war es wert, dass man diesen Aufwand betrieb.

Wenige Minuten später überflog die "Pelikan" ihr Zielgebiet, und ihre Ladeluke öffnete sich, um die Drohnen in ihr freizugeben. Zuvor gab es noch einmal einen Abgleich mit der letzten Satellitenaufnahme der Region, die gerade erst vor vierzig Sekunden erstellt worden war, und der Abgleich lohnte sich: Unter den wenigen dort zu sehenden Personen war auch eine, deren Parameter auf "Vorbild" passten, und eine automatische Vergrößerung mit erneutem KI-Abgleich bestätigte, dass es sich um den Gesuchten handelte. Mit dieser Information erhielten die Drohnen ihr letztes Lageupdate, ehe sie ausgestoßen wurden und dann aus einer Höhe von einem knappen Kilometer herabfielen, wobei sie sich komplett entfalteten, die Rotoren anwarfen und schließlich eine Achteck-Formation einnahmen, während sie auf die letzten bekannten Koordinaten von "Vorbild" zusteuerten. Über ihnen sauste die "Pelikan" weiter, der nächsten Landezone in über hundert Kilometer Entfernung entgegen.

Sobald die Drohnen nahe genug waren, um ihre eigenen Zieloptiken zu nutzen, gingen sie in den Suchmodus über. Angefangen von der Position, die ihnen der Satellit übermittelt hatte, begannen sie auszuschwärmen und durch die Straßen des Dörfchens zu schwirren. Viel bekamen sie nicht zu sehen; zu dieser Uhrzeit waren auf den Straßen nur wenige Leute unterwegs. Ihre KI-gestützte Bilderkennung war gut genug, um schon anhand von Größe und Körperbau einer Person diese gut identifizieren zu können, wobei sie auch die Kleidung bei der Suche mit in Betracht zogen - die war allerdings nur von sekundärer Priorität, denn ein Mensch konnte sich ja vergleichsweise schnell umziehen. Trotzdem gab es einen solchen sekundären Treffer bei einer der Drohnen - ein Mann in einem dem Satellitenbild sehr ähnlichen Wollmantel, der angesichts des hell-sirrenden Geräuschs der Rotoren irritiert aufsah. Aber weder der Körperbau noch das Gesicht des Mannes passten zu "Vorbild", und so flog die Drohne suchend weiter.

Sie sah nicht mehr, dass der Mann erleichtert durchatmete und seine Hand unter dem Mantel wieder hervorzog, wo er bis eben noch heftig seinen Schwanz gewichst hatte.

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Und wie sieht es bei den anderen aus?

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