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Chapter 5 by Papas_Liebling Papas_Liebling

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Erste Erfahrung

Mit jedem erfolgreichen Klick wuchsen Samiras Selbstsicherheit und Zuversicht. David gab ihr noch ein paar kleine Tipps und Hinweise, während er seine Tasche zusammenpackte, hatte aber bald den Eindruck, dass sie diese nicht benötigte. Mit einer Art kindlicher Neugier probierte sie selbst Dinge aus und sammelte Erfahrung. Offenbar war sie intelligent, geschickt und lernte schnell.

„Alles klar“, meinte er, „ich geh’ dann mal.“

Sofort umwölkte sich ihr Blick wieder. Samira sprang vom Stuhl auf. Die Sicherheit, die sie aus seiner Anleitung geschöpft hatte, war schlagartig verschwunden. Das zu sehen, gab ihm einen Stich ins Herz. Er wollte ihr unbedingt helfen, selbständiger zu werden.

„Ich bringe Sie zur Tür“, bot sie an.

„Nicht nötig. Ich finde schon alleine hinaus. Dann können Sie noch ein wenig weiter üben.“

Sie senkte den Blick. „Ich weiß nicht, ob dies meinem Mann gefallen würde.“

David biss sich auf die Zunge und schluckte seine spontane Bemerkung herunter. Wie konnte ein Mann es nicht wollen oder sogar verbieten, dass seine Frau das Internet benutzte? Dieser Gedanke lag außerhalb seiner Vorstellungswelt. Aber wenn Frau Rahman Angst davor hatte, war das real genug für ihn. Vielleicht könnte er dagegen etwas tun.

„Ich will Sie zu nichts überreden. Aber er muss ja nichts davon erfahren.“

Samira wurde bleich. Ihren Ehemann zu belügen oder ihm etwas vorzuenthalten, würde allen Überzeugungen widersprechen, die ihr bisheriges Leben ausmachten. David verstand nicht, was in ihr vorging, und redete weiter.

„Sie löschen hinterher einfach die History und fahren den Rechner runter. Ich zeig’s Ihnen, wie das geht.“

Sie ließ sich von ihm wieder die Hand an der Maus führen, bis der Computer mit einem letzten Brummen erstarb. Überzeugt oder beruhigt wirkte sie dadurch noch nicht.

„Ich weiß nicht, ob ich mir das alles merken kann.“

David vermied, ihr zu erklären, dass sie es aufschreiben sollte; das wäre ein bisschen zu sehr Mansplaining gewesen. Stattdessen senkte er die Stimme und raunte verschwörerisch: „Das sollte ich Ihnen eigentlich nicht sagen. Aber wenn Sie heute Nachmittag bei unserer Hotline anrufen und sagen, dass der Fehler wieder aufgetaucht ist, dann bekomme ich den Auftrag wieder zugewiesen und kann morgen nochmal herkommen. Und weil das als Nachbesserung gilt, wird der zweite Einsatz auch nicht berechnet, sodass Ihr Mann das auch nicht auf der Rechnung sieht.“

Er reichte ihr eine Karte mit der Telefonnummer und seinem Namen.

Sie schaute ihn mit großen Augen an. „Bekommen Sie dann keinen Ärger? Weil Sie schlecht gearbeitet hätten, oder so?“

„Nein, bestimmt nicht.“ Er bemühte sich um einen optimistischen Tonfall.

Samira ließ es sich nicht nehmen, David zum Ausgang zu begleiten, wo sie sich verabschiedeten.

Als die Tür hinter ihm zufiel, fragte er sich, ob er etwas Gutes getan hatte. Oder ob er dieser Eva gewissermaßen den Baum der Erkenntnis gezeigt und damit eine unheilvolle Entwicklung in Gang gesetzt hatte, die mit ihrer Vertreibung aus dem Paradies endete. Was ihn aber noch mehr beschäftigte: Würde sie tatsächlich anrufen und ihn ein zweites Mal in die Wohnung lassen?

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