Wie soll Alex hier nur reagieren?
Er versucht es möglichst normal
"Äh, ja", gab Alex zurück, während er schnell nach einer plausiblen Erklärung suchte, in der das Wort 'Connor' nicht vorkam. "Ich wollte mich mal erkundigen, wie du dich so einlebst, Dao", sagte er dann. "Wie du hier so zurechtkommst."
"Das ist lieb von dir", lächelte Dao zurück. "Connor hatte genau den selben Gedanken: dass mich ich hier oben vielleicht ein bisschen ausgeschlossen fühle, darum hat er mir einen Kaffee raufgebracht."
Connor nickte. "Setz dich doch ein bisschen zu uns. The more, the merrier, wie mein Vater gerne gesagt hat."
Alex versuchte, sich seine Überraschung nicht allzu sehr anmerken zu lassen - er hatte eigentlich erwartet, dass Connor jetzt lieber mit Dao alleine sein wollte, aber wenn er schon eingeladen wurde... "Gerne", sagte er, trat ins Zimmer und zog die Tür hinter sich zu, ehe er sich aufs Bett setzte. "Worüber habt ihr so geredet?"
"Noch nicht viel", gab Dao zu, "Connor ist ja erst vor ein paar Minuten hier reingekommen. Eigentlich..." Sie nippte fast verlegen an ihrem Kaffee. "Eigentlich wollte er wissen, ob ich schon irgendwelche Freundschaften geschlossen habe."
"Und, hast du?" wollte Alex wissen.
Dao wiegte ein bisschen den Kopf hin und her. "Freundschaften, das ist zu viel gesagt. Ich versteh mich sehr gut mit Lorena, aber das ist auch kein Wunder - wir haben ja beide fast das Gleiche mitgemacht. Bei euch ist das anscheinend nicht selten. Ich hab mich gestern länger mit Viktor unterhalten, dem geht's ja ganz ähnlich, und ich glaube, auch Malia hat mal erwähnt, dass sie in Gefangenschaft war?"
Alex nickte. "War sie, auch wenn man's kaum glauben würde, so locker wie sie immer drauf ist. Ich glaube, sie hatte fast noch Glück mit dem, was ihr passiert ist."
"Auch wenn ich glaube, dass sie nicht ganz so unbeschadet da rausgekommen ist, wie sie immer behauptet", merkte Connor an. "Sie will zum Beispiel keine Kinder; kannst du dir das vorstellen?"
"Keine Kinder?" Dao sah ihn überrascht an. "Gibt's denn so was? Eine Frau mit unseren Anlagen, die sich keine Kinder wünscht?"
Alex sah leicht verstimmt zu Connor. "Du vereinfachst das aber ein bisschen", sagte er. "Malia will im Moment nicht schwanger werden, weil sie Angst hat, dass einem ungeborenen Kind auf unseren Missionen was passieren könnte."
Das schien Dao fast noch mehr zu verblüffen. "Sie würde lieber auf Missionen gehen als schwanger zu werden? Wah! Ich kann mir absolut nicht vorstellen, mich freiwillig in so eine Gefahr zu bringen!" Erneut nahm sie einen tiefen Zug von ihrem Kaffee, als müsste sie den unangenehmen Gedanken herunterspülen.
"Du willst aber schwanger werden, oder?" wollte nun Connor wieder wissen.
"Natürlich!" Dao seufzte. "Auch wenn ich nicht glaube, dass das noch geht. Sie haben..." Sie presste die Lippen zusammen. "Sie haben mich doch sehr verändert, da unten."
Alex schwieg einen Moment. "Es ist ziemlich peinlich für dich, darüber zu reden, oder?"
Dao nickte langsam. "Das ist es. Auch wenn das echt blöd ist. Es sollte mir eigentlich gar nicht peinlich sein. Es ist ja was ganz Natürliches. Und ich hatte immer Spaß am Sex. Es...." Sie schwieg kurz und trank erneut an ihrem Kaffee. "Ich hatte jetzt schon ziemlich lange keinen mehr", sagte sie dann. "So lange, dass es schon ausreicht, neben zwei Männern zu sitzen, um wirklich, wirklich Sehnsucht danach zu bekommen."
"Na, dann warte doch nicht länger", meinte Connor lächelnd. "Wir sind hier, du bist hier, lass es uns doch machen!"
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