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Chapter 46 by gha93 gha93

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Ein seltsames Frühstück

Das Frühstück verlief etwas seltsam.

Ben war auffallend ruhig und sprach kaum ein Wort. Er saß einfach nur da und aß schweigend sein Essen. Ab und zu, immer wenn er sich unbeobachtet fühlte, warf er einen kurzen Blick in Richtung seiner Schwester. Dabei biss er sich auf die Unterlippe und wirkte abwesend. Woran er dachte, war nicht schwer zu erraten.

Natürlich war auch Jennifer das merkwürdige Verhalten ihres Bruders aufgefallen, weshalb sie die meiste Zeit verlegen auf ihren Teller starrte und den Worten ihrer Mutter lauschte.

Frustriert erzählte sie von ihrer neusten Diät und ihrer Abneigung gegen das damit verbundene Sportprogramm. Sie hasste es, sich einschränken zu müssen, und besonders der Verzicht auf Schokolade machte ihr zu schaffen. Außerdem hatte sie das Gefühl, dass es sowieso nichts brachte und sie das alles umsonst machte.

Ihre Freundin Sophie schien das genauso zu sehen und war kurz davor, die gemeinsam begonnene Diät abzubrechen.

Jennifer versuchte, ihrer Mutter gut zuzureden und sie zu beruhigen. Aber es gelang ihr nicht, Pia ganz zu überzeugen.

Auf der anderen Seite des Tisches verfolgte Anja gespannt, wie Robert von seiner Arbeit sprach. Ein Thema, das sie normalerweise überhaupt nicht interessierte. Doch heute hörte sie ihrem Schwiegervater interessiert zu und lachte sogar, wenn er Witze machte.

Robert genoss die Aufmerksamkeit und Anjas gute Laune sichtlich und begann, die Geschichten immer weiter auszuschmücken. Von Pias Frustration bekam er kaum etwas mit.

Als wir uns später im Bad fertig machten, sprach mich Jennifer auf das Frühstück an.

"Hast du gesehen, wie Anja an Papas Lippen gehangen hat?", fragte Jennifer, nachdem sie die Zahnpasta ins Waschbecken gespuckt hatte.
"O ja!", antwortete ich lachend und richtete weiter meine Haare.
"Meinst du, sie ist sich der Veränderung bewusst ist?"
"Ich glaube schon. Den Moment, in dem sie realisiert hat, dass sie Robert heiß findet, hätte ich echt gerne gesehen."

Jennifer biss sich auf die Lippen, sagte aber nichts.

"Dein Bruder war übrigens nicht sehr subtil."
"Ja ...", sagte Jennifer und verdrehte die Augen. "Zum Glück hat Mama nichts gemerkt. Papa und Anja waren sowieso in ihrer eigenen Welt ... Vielleicht sollte ich mit ihm darüber reden?"
"Ach, ist schon gut. Das wird schon."

Anschließend machten wir uns fertig, holten unsere Sachen aus Jennifers Zimmer und machten uns auf den Weg zur Uni.

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