Disable your Ad Blocker! Thanks :)
Chapter 17
by
RicVanDann
Wie geht es weiter?
Ein kleiner Überblick
Der Speisesaal erinnerte Leon eher an eine Sporthalle: Die Decke war weit oben und mit hellen, aber eleganten Lampen ausgestattet, die den Raum in ein warmes Licht tauchten. Auf seiner linken Seite erstreckten sich deckenhohe Fenster, die gut zum alten Schlossstil des Gebäudes passten. Der Ausblick allerdings war weniger beeindruckend – er fiel auf den trostlosen Vorplatz mit hohen Mauern und Stacheldraht.
Zur Rechten befand sich eine dicke Wand mit mehreren kleinen Durchreichen zur Küche. Ansonsten war der Raum ein typischer Speisesaal: Bänke und lange Tische, die in vier Reihen den Raum füllten. Ganz am Ende stand eine Art Bühne, leer bis auf ein einzelnes Rednerpult.
Vereinzelte Schülerinnen saßen bereits an den Tischen – manche auch direkt auf ihnen. Sie unterhielten sich, lachten oder lernten scheinbar. Keiner schenkte Leon oder Barbara besondere Aufmerksamkeit.
Barbara schritt den Mittelgang entlang, direkt zur Bühne und dann nach rechts an den letzten Tisch. Im Gegensatz zu den anderen war dieser mit bequemen Stühlen, einer Tischdecke und sogar einer kleinen Vase mit frischen Blumen ausgestattet. Leon erkannte sofort: Hier saßen die Lehrkräfte.
Ein leises Lachen eines Mädchens ließ ihn aufschrecken. Galt es ihm? Doch schnell wurde klar – sie redete einfach mit ihren Freundinnen.
„Ich möchte dir nun einige der Lehrkräfte vorstellen“, sagte Barbara. „Diese Ehre bekommt eigentlich niemand. Aber... und bilde dir bloß nichts darauf ein... du bist etwas Besonderes.“
Trotzdem fühlte sich Leon geschmeichelt. Wenn er jetzt noch seine eigene Kleidung tragen dürfte, wäre er hier der Hahn im Korb. Fast schon ein gottähnliches Wesen. Er stellte sich vor, wie alle Mädchen mit ihm zusammen sein wollten – aber natürlich würde er nur Paula wählen, denn sie war die Hübscheste.
Zufrieden folgte er Barbara zum Lehrertisch. Die ersten Stühle waren leer, doch auf der rechten Seite saß eine ältere Frau, die aussah, als hätte sie ihr Leben lang in einem Vorzimmer gearbeitet.
„Das ist Frau Lind“, erklärte Barbara. „Sie ist für die Verwaltung zuständig. Wenn du Fragen hast – organisatorisch oder bürokratisch – gehst du zu ihr.“
Genau das hatte Leon sich gedacht. Frau Lind war um die sechzig, mit streng frisiertem grauen Haar, das beinahe unnatürlich perfekt wirkte. Ihre dicke Brille wurde zu den Bügeln hin immer spitzer, ihr Blick war kalt und abschätzend. Ihr strenges Kleid strahlte eine dominante Strenge aus.
Leon nickte ihr zu – sie antwortete mit einem missbilligenden Kopfschütteln.
„Daneben sitzt T. Er ist zuständig für die IT, außerdem dein Lehrer für Computer und Webdesign.“
T trug ein Polohemd unter einem Pullover mit seltsamen Anime-Figuren. Seine dicke Brille passte perfekt zum Nerd-Klischee, doch er war überraschend schlank. Insgesamt wirkte er eher schüchtern und zurückhaltend.
„Hallo Leon“, sagte er leise.
„Gegenüber sitzt Frau Rosa Hageneck, unsere Gärtnerin. Du kannst dir sicher denken, welchen Unterricht sie leitet.“
Das konnte Leon tatsächlich. Alles rund um Pflanzen – vielleicht auch Umweltschutz, so wie sie aussah. Rosa hatte hellblond-braune Dreadlocks, die ihr überraschend gut standen. Ihr Gesicht war ****, nicht älter als 25, natürlich und ungeschminkt. Sie trug Kleidung aus grober Wolle und Hanf, ihre Füße waren barfuß.
„Hallo Leon, es freut mich sehr, dich kennenzulernen“, sagte sie freundlich und reichte ihm die Hand. „Ich hoffe, du magst Blumen und die wundervolle Natur?“
„Naja, hab mich bisher nicht viel damit beschäftigt, ehrlich gesagt.“
„Das ist nicht schlimm. Ich führe dich langsam heran.“
Bevor Leon noch etwas sagen konnte, klatschte ihm jemand mit voller Wucht auf den Rücken. Er zuckte zusammen. Neben ihm stand ein sportlicher Mann, etwa vierzig, mit kurzem schwarzen Haar, Muskelshirt und goldener Kette. Sein Körper war durchtrainiert, sein Auftritt selbstbewusst.
„Du bist also der Neue?“
„Aua... ähm, ja. Ich bin Leon.“
„Ich bin Matze, dein zukünftiger Sportlehrer. Und sei dir gesagt: Ich bin hart, aber fair. Und das hier ist unsere Wunderschöne Lotte – die Flotte!“ Matze lachte laut und klopfte der jungen Frau neben sich fest auf den Rücken.
„Witzig“, entgegnete sie trocken. Ihre Stimme klang alles andere als belustigt, und ihr Blick passte dazu – genervt, fast feindselig.
Lotte sah nicht aus wie eine „wunderschöne“, eher wie ein wandelndes Klischee: kurze Haare, kantiges Gesicht, betont maskuline Erscheinung. Leon mochte solche Frauen nicht besonders.
„Lotte ist deine Lehrerin für Feminismus. Alles rund um die Frau – inklusive Make-up und Mode“, erklärte Matze mit einem schiefen Grinsen.
„Make-up und Mode?“, wiederholte Leon verwundert.
Lottes Blick war kühl, fast abweisend – als würde sie ihn verachten, ohne ihn überhaupt zu kennen.
Weiter
Die Mädchenschule für Jungen
In dieser Schule werden Jungen zu Mädchen ausgebildet.
Comments moved below the chapter.
Jump to comments
Comments