Gibt es noch weitere Begegnungen auf dem Weg zu Eylems Wohnung?
Ein Betrunkener an der Bushaltestelle
Eylem wurde von den Dreien über das Bahnhofsgelände geführt. Svetlana gab ihr, immer wenn sie langsamer wurde, einen Schlag auf den nackten Hintern, um sie anzutreiben. Ihre empfindliche Haut brannte bereits unangenehm.
Dort, wo der schmale Fußpfad auf die Straße traf, stand eine überdachte Bushaltestelle. Als sie näher kamen, entdeckten sie darin einen zusammengesunkenen Körper. Herumliegende leere Flaschen und der schon aus einigen Metern Entfernung wahrnehmbare Alkoholgeruch deuteten an, weshalb der Mann regungslos auf der Bank lag. Immerhin bewies das geräuschvolle Schnarchen, dass er noch lebte.
Instinktiv steuerte Eylem auf ihn zu. 'Freund und Helfer' war für sie nicht nur ein Marketingspruch. Der Impuls, Ungewöhnliches zu bemerken und sich darum zu kümmern, war tief in ihr verwurzelt. Einen Moment lang vergaß sie, dass sie eher selbst Hilfe gebraucht hätte.
"Ah, ein neuer Kunde", schmunzelte Svetlana.
"Der?", wunderte sich Igor. "Hat der überhaupt Geld?"
"Was soll's? Unsere Kleine braucht schließlich Übung. Nennen wir es ein Einführungsangebot."
Igors Stirn verdunkelte sich. "Menno. Lass lieber mich zuerst ran. Ich zeig' der Bullin schon, was Sache ist."
Svetlana packte ihren Freund am Kragen und zog ihn so nah an sich, dass sich ihr Speichel auf seinem Gesicht verteilte, als sie ihn anschrie. "ICH entscheide hier, was Sache ist. Ist das klar? Oder muss ich dir's extra deutlich beibringen wie Felix?"
Bei der Erinnerung zuckte Igor schmerzhaft zusammen, reflexhaft hielt er seine Hände schützend vor seinen Unterleib.
"Alles klar, Boss."
Svetlana schwelgte in der Macht, die sie über ihre kleine Truppe ausübte. Es war besser als Sex.
Nein, es war Sex.
Und in dieser Nacht würde sie noch mehr davon bekommen.
Aber zunächst musste ihre Gefangene zeigen, was sie draufhatte. Sie fasste die Polizistin am Arm und zog sie mit sich.
"Nein!"
Eylem bäumte sich auf und stemmte die Fersen in den Boden. Beinahe brachte sie Svetlana aus dem Gleichgewicht.
Sie konnte nicht anders, sie musste sich wehren. Nicht wegen der Misshandlung. Nicht wegen der Demütigung. Es war die Angst, dass sie nachgeben könnte. Dass sie anfangen würde, zu mögen, wie sie behandelt wurde. Tief drinnen spürte sie ein uraltes Verlangen, erniedrigt und missbraucht zu werden. Sie hatte sich immer geweigert, es anzuerkennen, es unterdrückt. Verborgen vor der Welt und vor allem vor sich selbst.
Aber es war da.
Und es drängte an die Oberfläche. Machtvoll. Mit jedem Schlag. Mit jeder Beleidigung.
Sie wehrte sich. Sie musste den anderen und sich beweisen, dass sie es nicht wollte. Und doch gab sie nach. Stück für Stück. Sie wahrte den Schein, sich zu widersetzen, und trotzdem war sie sicher: Sie würde als Sklavin enden, die bedingungslos jeden Befehl befolgte. Das machte es besonders süß.
Bittersüß.
Gehorcht Eylem?
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