Chapter 16
by
Papas_Liebling
What's next?
Die einzig sinnvolle Richtung
Der Wind umweht uns, zerzaust mein Haar und lässt mich vor Kälte zittern.
Dirk hält mich noch immer.
Nicht so fest wie zuvor – aber ebenso wenig lässt er mich los.
Ich spüre, wo sich seine Finger in meinen Arm graben, beständig, besitzergreifend. Als ob er sich vergewissern wollte, dass ich noch hier bin. Als ob er dem Untergrund nicht mehr traut.
Einen Augenblick lang bewegen wir uns nicht, niemand sagt etwas. Dann atme ich zitternd aus.
„Das war knapp.“
Es klingt dumm, im selben Moment, in dem ich es ausspreche.
Er antwortet nicht.
Ich sehe zu ihm auf. Was immer ich vorher in ihm erkannt zu haben glaube, es ist weg. Er wirkt aufgebracht, außer Kontrolle.
Sein Griff wird fester.
„Sina.“
Nur mein Name, sonst nichts. Er klingt gewichtig.
Ich atme langsam ein.
Mein Puls rast, aber der Grund ist inzwischen ein anderer. Ich fühle keine Angst mehr, noch nicht einmal Ärger. Stattdessen erfüllt mich etwas Weiches, das es schwer macht, einen klaren Gedanken zu fassen.
Ich schaue ihn noch mal an.
Wir sind uns nah.
Zu nah.
„Ich bin beinahe abgestürzt und du hast mich aufgefangen“, murmle ich. „Stoße mich jetzt nicht wieder weg.“
Er spannt seinen Kiefer an.
„Darum geht es nicht.“
„Worum dann?“, hake ich nach.
Er stößt heftig die Luft aus, als ob er keine Geduld mehr hat. Oder keine Ausreden mehr.
„Warum tust du das?“
Ich antworte nicht sofort. Weil ich keine klare Antwort habe. Und weil die Wahrheit noch schlimmer klingen würde, wenn ich sie laut ausspreche.
Ich zucke mit den Schultern, doch es fühlt sich falsch an.
„Weil ich es wissen will“, gebe ich schließlich zu. „Weil ich wissen will, ob ich gut genug bin für dich.“
Er bewegt sich nicht. Antwortet nicht.
Stille dehnt sich aus.
Auch der Wind legt sich, als ob die ganze Welt den Atem anhält.
Wir können uns nichts mehr vormachen. Das erkenne ich jetzt. In seinem Blick, in seiner Haltung.
Mehr braucht es nicht. In mir macht es „Klick“.
Ich treffe meine Entscheidung.
Meine Hand fasst nach seiner Jacke und vergräbt sich darin, bevor ich es mir anders überlegen kann.
„Wenn du das nicht möchtest“, hauche ich, kaum lauter als der Wind, „dann halte mich jetzt auf.“
Für den Bruchteil einer Sekunde passiert nichts.
Dann umschlingen mich seine Arme und ziehen mich eng an ihn.
Halten mich fest.
Das ist die Antwort, die ich brauche.
Der Abstand zwischen uns verschwindet. Da ist nichts mehr, was uns trennt.
Ich lege meinen Kopf schief, sodass ich ihn nicht mehr direkt ansehen muss. Aus Feigheit. Oder dem genauen Gegenteil.
„Ich habe nicht gesagt, dass du aufhören sollst“, flüstere ich.
Sein Gesicht nähert sich meinem. Unsere Augen schließen sich gleichzeitig. Unsere Lippen berühren sich.
Wir schmelzen in einen Kuss.
Unendlich lang.
Ich lasse seine Jacke nur so lange los, dass ich seine Hand fassen kann.
„Komm.“
Wir gehen in die einzige Richtung, die in diesem Moment Sinn ergibt. Der Kies unter unseren Sohlen knirscht leise, als ich ihn vom Abgrund wegführe, zurück zum Wagen. Nicht schnell, aber es gibt nun kein Zögern mehr.
Als wir das Auto erreichen, halten wir an. Für eine Sekunde hängt alles in der Schwebe.
Ich schaue tief in seine Augen und sehe in ihnen dieselbe Sehnsucht, die auch mich erfüllt.
Ich nicke.
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Papas bester Freund
Er schläft in meinem Zimmer
Ich komme fürs Wochenende von der Uni nach Hause zu meinen Eltern und muss feststellen, dass sie einen Gast in meinem Zimmer einquartiert haben. (Ein Spinoff der Geschichte "Sein bester Freund")
Updated on Apr 29, 2026
by Papas_Liebling
Created on Dec 22, 2025
by Papas_Liebling
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