Chapter 29
by
Meister U
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Die Welt schälte sich nur langsam aus einem bleiernen Schlaf
Johanna erwachte, doch die Schwere wich nicht. Sie lag wie betäubt, jedes Glied eine Last. Und dann spürte sie sie: die Blicke.
Vier Mädchen. Ein Kreis. Ein stiller, lebendiger Käfig.
Die kühle Abendluft strich wie eine fremde Hand über ihre nackte Haut. Ihr Kleid war ihr bis unter die Arme gerutscht, ihre Brust lag frei, ihr Atem hob und senkte sie sichtbar. Ihre eigenen Hände ruhten darauf, nicht in Scham, sondern wie Fremdkörper. Ihre Finger zupften **** an den metallenen Stiften ihrer Piercings, ein nervöses, vertrautes Spiel.
Vor ihr, das Alpha, ein Mädchen mit kurzgeschnittenen, pinken Haaren. Eine schwarze Lederjacke, ein zerrissenes Netztop darunter. Ihr Gesicht war übersät mit Sommersprossen, ihre Augen zwei ruhelose Schatten. Sie kaute auf einem Fingernagel, ein trockenes, knisterndes Geräusch.
Zur Linken eine Erscheinung aus einer anderen Welt: lange, glatte, schwarze Haare, die ein blasses, schmales Gesicht einrahmten. Ein weinroter Kapuzenpulli, eine schwarze, enge Leggings. Regungslos. In ihren Händen ein Smartphone, dessen dunkler Bildschahn Johannas nackte, verwundbare Form spiegelte.
Rechts von ihr kauerte Wildnis. Ein Mädchen mit wilden, blonden Locken, ein bauchfreies Top, das eine schmale Taille und ein gleißendes Piercing im Bauchnabel preisgab. Zerrissene Jeans. Ihr Lächeln war offen, neugierig und direkt, es traf Johanna wie ein physischer Stich.
Und hinter ihr, den Kreis schließend, eine scheinbare ****: lange, kastanienbraune Haare, ein einfaches weißes Hemd, eine Jeans. Ein sanftes Gesicht, doch ihre Augen waren wachsam, messerscharf. Die Hände im Schoß gefaltet, als bete sie oder warte auf ein Zeichen.
Niemand sprach. Die Stille war dick, schwer, erfüllt nur vom Rascheln der Blätter und dem fernen Ruf eines Vogels. Ihre Blicke aber waren laut. Sie strichen über Johannas nackte Haut, folgten der Linie ihrer Arme, verweilten auf den Händen, die an den Metallstiften zupften, und senkten sich dann hinab. Auf die Stelle zwischen ihren Beinen, wo ein pochendes, unerbittliches Verlangen erwacht war, ein Druck, der sich den ganzen Tag aufgebaut hatte und jetzt nach Erlösung schrie.
Es war keine Angst. Angst war ein zu kühles, zu klares Gefühl. Dies war ein brodelnder Sumpf aus Erwartung und Schamlosigkeit. Die Kühle der Luft auf ihrer Brust, die Blicke der Fremden – alles nährte dieses Pochen in ihrem Unterleib, dieses heiße, fordernde Bedürfnis. Sie brauchte etwas, das diesen Druck zerbrach. Einen starken Mann, der sie nahm, der sie so richtig durchfickte, bis sie alles vergaß. Doch es waren nur Frauen. Und selbst das war ihr mittlerweile egal. Die Form der Erlösung war nebensächlich geworden. Nur die Erlösung selbst zählte.
Das Mädchen mit den pinken Haaren spuckte endlich den Fingernagel aus. Ihr Blick war nicht abwertend, sondern anfeuernd.
„Weiter machen“, raunte sie, ihre Stimme war kratzig wie Schmirgelpapier. „Das sieht doch gut aus.“
Ein Befehl. Eine Erlaubnis. Johannas Finger gehorchten. Sie zogen nicht mehr nur zupfend, sie zogen leicht. Ein kleiner, scharfer ****, der sich sofort in eine Welle der Wärme verwandelte, die direkt in ihren Schoß schoss. Die Mädchen sahen zu, ihre Atemzüge schienen synchron zu gehen.
Dann sprach die mit den kastanienbraunen Haaren. Ihre Stimme war leise, aber sie schnitt durch die stickige Luft wie Glas.
„Was machst du da eigentlich?“, fragte sie. Nicht anklagend, sondern forschend. Ihre wachsamen Augen bohrten sich in Johanna. „Ich meine… warum tust du das? Wie stehst du überhaupt zu Sex?“
Johanna öffnete den Mund. Eine vorgefertigte, gesellschaftstaugliche Antwort lag auf ihrer Zunge. Eine Lüge über Selbstbestimmung und Ästhetik. Doch sie erstickte daran. Da war etwas Echtes. Etwas Rohes und Wahres, das sich in ihr regte, getragen von dem heißen Strom in ihren Adern. Sie wusste nicht, was es war. Sie wusste nur, dass es herauswollte.
In diesem Moment begannen die Kugeln.
Ein sofortiger, heftiger Vibrationsstoß. Stufe 10. Ein brutaler, unvorbereiteter **** auf ihre Sinne.
Johannas ganzer Körper zuckte zusammen. Ihr Rücken bog sich unwillkürlich durch. Ein ersticktes Keuchen wurde ihr herausgepresst. Ihre Hände fuhren von ihren Brustwarzen weg und krallten sich in das Gras.
Die vier Mädchen sahen es. Sie sahen die Reaktion. Sie sahen die plötzliche, tiefe Röte, die Johannas Hals und Gesicht überzog. Sie sahen, wie ihre Augen sich weiteten, eine Mischung aus Schock und etwas anderem.
Die Antwort auf ihre Frage war körperlich. Unmissverständlich.
Die Vibration hörte nicht auf. Sie hämmerte in ihr. Ein perfides Spiel aus Anspannung und Erlösung, die es nicht gab. Nur die Anspannung. Immer weiter.
Johanna biss die Zähne zusammen. Sie versuchte, den Mädchen in die Augen zu sehen. Ihre Stimme war ein gepresstes, heiseres Röcheln zwischen den vibrierenden Stößen, die ihren Körper durchrüttelten.
„Ich…“, keuchte sie. „Ich… stehe dazu… wie… eine… Schlampe… dazu… stehen… muss.“
Ihre Hände zitterten unkontrolliert. Sie spürte, wie ihre Muskeln sich anspannten, wie sich die alte, vertraute Wärme in ihrem Unterleib ausbreitete, angetrieben von der gnadenlosen Maschinerie in ihr.
Das Mädchen mit den pinken Haaren grinste. „Gute Einstellung.“
Das Mädchen mit den schwarzen Haaren filmte weiter.
Die Vibration stoppte so abrupt, wie sie begonnen hatte.
Johanna brach über ihren eigenen Knien zusammen. Sie keuchte. Schweißperlen standen auf ihrer Stirn. Ihre Brustwarzen pochten. Die Stille war fast schmerzhaft.
Die Kastanienbraune, Mia, starrte Johanna an. Ihre Augen waren weit aufgerissen. Vor Begierde. Ein echtes, unverfälschtes Verlangen.
„Wow. So etwas“, flüsterte sie, ihre Stimme war rau vor Faszination, „will ich auch erleben.“
Die anderen drei Mädchen sahen sie an. Dann sahen sie zu Johanna zurück. Die Luft knisterte vor einer neuen, gefährlichen Energie.
Johanna richtete sich langsam auf. Ihr Kleid rutschte zurück, bedeckte ihre Brust. Ihre Hände waren noch immer feucht vom Gras. Sie wischte sie an ihrem Kleid ab.
Sie sah Mia direkt an. Dann ließ ihr Blick über die anderen drei schweifen. Über die pinkhaarige Sophie, die bereits gierig grinste. Über die schwarzhaarige Kim, deren Smartphone jetzt gesenkt war, deren Interesse geweckt war. Über die blonde Lena, deren neugieriges Lächeln sich in etwas Erwartungsvolles verwandelt hatte.
„Kommt gleich“, sagte Johanna. „In den Club. One Touch.“ Sie stand auf, strich sich das Kleid glatt. „Und bringt potente Männer mit.“
Sie drehte sich um und ging. Ohne sich umzusehen. Sie spürte ihre Blicke im Rücken. Sie hörte kein Gelächter. Keine Absagen. Nur eine gespannte, schwüle Stille.
Sophie, die Pinkhaarige, griff sofort zu ihrem Handy. „Ich kenn da ein paar Jungs aus St. Pauli…“
Kim, die Schwarzhaarige, nickte langsam. „Ich auch.“
Lena kicherte aufgeregt. „Das wird irre. Schick denen den Film“
Johanna machte sich auf den Rückweg. Sie lief beschwingt. Ein leichtfüßiger, fast tänzelnder Schritt. Der Abend roch nach Fluss, nach Stadt und nach Möglichkeiten.
An einem Imbiss-Stand kaufte sie sich ein Krabbenbrötchen. Sie aß es im Gehen. Das frische Brötchen, die salzigen Krabben, der würzige Remouladensauce. Ein simpler, irdischer Genuss. Eine Pause der Normalität.
Zurück im Zimmer war es leer. Sie duschte. Heißes Wasser wusch den Schweiß und die Erinnerungen des Tages ab. Sie rasierte sich. Ganz glatt. Jeden Zentimeter. Eine sorgfältige, fast zeremonielle Vorbereitung.
Sie zog sich an. Ein schwarzes, enges Top aus dünnem Jersey, das ihre Brüste und die glänzenden Piercings deutlich zeichnete. Einen **** kurzen, engen Rock aus schwarzem Lederlook-Stoff. Und dann die Schuhe. Die hohen, nadelspitzigen Stilettos. Sie schlüpfte hinein. Der vertraute **** in den Waden. Die Macht, die die Höhe ihr gab.
Sie musterte sich im Spiegel. Das Mädchen, das zurückblickte, war sie. Und doch war es jemand anderes. Jemand, die wusste, was sie wollte. Oder zumindest wusste, was man von ihr wollte.
Ihr Handy summte. Eine Nachricht von Saya. Bereit?
Johanna lächelte in ihr Spiegelbild. Sie tippte eine Antwort. Immer.
Eine weitere Nachricht. Die App für die Kugeln öffnete sich automatisch. Der Bildschirm zeigte einen pulsierenden, roten Punkt. Liv oder Freya hatten die Fernsteuerung aktiviert. Sie waren dabei. Sie waren immer dabei.
Sie spürte ein erstes, leichtes Summen in ihrer Tiefe. Keine Qual. Eine Erinnerung. Eine Verheißung.
Sie verließ das Zimmer. Die Absätze klackten entschlossen auf dem Linoleum des Flurs. Sie war bereit. Die Jagd konnte beginnen.
Johanna traf die anderen vor dem Aldi. Die Gruppe stand beisammen im Abendlicht.
Tobi lachte laut. Seine Zähne waren sehr weiß. "Die haben mich ausgelacht", rief er. "Als ich für 19:30 einen Tisch reserviert habe. Hat wohl noch keiner vorher versucht."
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Johanna
[18 | Hamburg | Dominanz & Unterwerfung | Teil 2 - Reiterhof]
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