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Chapter 58 by Redboom Redboom

Wie geht es weiter?

Der nächste Schultag.

Am nächsten Tag vor der Schule stand Leon in seinem Zimmer und betrachtete die fast leere Rolle Klebeband in seiner Hand. Sein Herz sank – die paar Streifen, die noch übrig waren, reichten nicht, um seine Oberweite wie gewohnt abzukleben. Er atmete tief durch, die Panik kroch ihm den Nacken hoch. Er hatte ****: Er musste einen BH tragen. Das Problem? Er besaß keinen. Sein Blick wanderte zur Tür, und ihm wurde mulmig bei dem Gedanken, Ellie fragen zu müssen. Aber es gab keinen anderen Ausweg.

Mit klopfendem Herzen ging er den Flur hinunter zu Ellies Zimmer. Die Tür stand einen Spalt offen, und er hörte gedämpfte Stimmen – eine tiefe, männliche und Ellies keckerndes Lachen. Natürlich, sie war nicht allein. Leon zögerte, seine Hand schwebte über der Türklinke. Er schluckte seinen Stolz herunter und klopfte leise. „Ellie?“

Die Tür schwang auf, und Ellie, in einem grellrosa Negligé, grinste ihn an. Hinter ihr lag ein Mann auf dem Bett, mindestens doppelt so alt wie sie, mit graumeliertem Haar und einem selbstgefälligen Lächeln. Leon spürte, wie seine Wangen heiß wurden. „Ähm, kann ich kurz mit dir reden?“

Ellie zog eine Augenbraue hoch, winkt ihn rein. „Klar, was gibt’s?“ Der Mann musterte Leon neugierig, was die Situation nicht besser machte. Leon druckste herum, dann platzte es aus ihm heraus: „Hast du... vielleicht einen BH, den ich mir leihen könnte?“

Ellie lachte laut auf, nicht spöttisch, sondern amüsiert. „Oh, Leon“ Sie zwinkerte ihm zu, kramte in einer Schublade und zog einen BH heraus. „Hier, der sollte dir passen.“ Der BH war zartrosa, mit kleinen weißen Schleifchen an den Trägern und einer verspielten Spitzenborte – niedlich, fast schon kindlich verspielt. Leon nahm ihn mit spitzen Fingern, murmelte ein „Danke“ und wollte schon flüchten, als Ellie ihn zurückhielt. „Hey, wie wär’s, wenn wir heute Nachmittag shoppen gehen? Du brauchst was Eigenes, das hier ist nur geliehen!“

„Äh, ja, vielleicht“, stammelte Leon und verzog sich schnell in sein Zimmer, bevor der Typ auf dem Bett etwas sagen konnte. In seinem Zimmer schloss er die Tür, atmete tief durch und hielt den BH hoch. Er fühlte sich falsch an, so unpassend für ihn als Junge. Doch als er ihn anzog, die weichen Träger über die Schultern streifte und die Häkchen schloss, spürte er eine unerwartete Erleichterung. Der BH saß bequem, viel besser als das enge, kratzige Klebeband, das ihm immer die Luft abgeschnürt hatte. Er konnte frei atmen, seine Brust fühlte sich gehalten an, nicht gequetscht.

Leon trat vor den Spiegel. Mit dem BH unter seinem weiten T-Shirt zeichnete sich eine sanfte, weibliche Silhouette ab. Seine kurzen Haare, die er sonst als letzten Rest seiner Männlichkeit betrachtet, änderten nichts daran – er sah aus wie ein Mädchen. „Leonie“, flüsterte er bitter, doch ein kleiner Teil von ihm, tief verborgen, fühlte sich... okay. Vielleicht sogar besser als okay. Er schüttelte den Gedanken ab, zog sein T-Shirt glatt und griff nach seinem Rucksack. Es war Zeit, zur Schule zu gehen – und sich dem Chaos zu stellen, das dort auf ihn wartete.

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